Ein Riesenspaß für alle

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Di, 21. August 2018

Badenweiler

Junge Artisten bieten in Badenweiler ein tolles, selbst erarbeitetes Zirkusprogramm / Initiator ist die Zirkus-Kunst gGmbh.

BADENWEILER. Für junge Artisten und Zuschauer gleichermaßen war es ein Riesenspaß. Zirkusatmosphäre herrschte jüngst in der Turnhalle der René-Schickele-Grundschule in Badenweiler und natürlich im nebenan aufgebauten Zirkuszelt. Mit Circus Alfred gingen Nachwuchsartisten im Rahmen eines Ferienprogrammprojekts mit dem Artisten, Schauspieler und Zirkuspädagogen Robert Eisele auf Entdeckungsreise. Sie erarbeiteten ein tolles Programm, das sich mit Feuer, Wasser, Erde und Luft beschäftigte.

Beim Betreten des Geländes eilten Kinder auf die Besucher zu und verteilten gelbe Eintrittskarten. Dann ging es in die Turnhalle, denn für die Luftakrobatik bot das Zelt nicht genügend Luftraum – und auch die Einradfahrer hätten dort ihre Schwierigkeiten gehabt. Letztere erweckten mit ihren Kunststücken und angetan mit Hüten und Sonnenbrillen gleich Urlaubsfeeling und geleiteten das Publikum quasi in die nächste Szene, die sich im Dschungel hätte abspielen können, denn bunt verkleidete Vögel erklommen Seile bis an die Decke, ließen sich von diesen kopfüber herabhängen und wagten zu Dritt einen Pyramidenbau an den Ringen. Nach dem Umzug ins Zirkuszelt standen unter anderem Kunststücke mit Diabolos und eine Raubtierdressur mit stilecht fauchenden Großkatzen an. Ein Raunen ging durchs Publikum, als auf großen Bällen balanciert wurde. Lustig war die Hula-hoop-Reifenshow. Zudem waren Jonglagen, Tellerdrehen und zum Schluss der Bau einer Menschenpyramide zu sehen. Alle Kinder, viele von ihnen passend zur Szene kostümiert, waren mit Begeisterung bei der Sache und zeigten bemerkenswerte Körperbeherrschung, Organisationstalent und Humor – wenn es im ersten Versuch nicht richtig klappte.

Dass sich die Artisten wohlfühlten, war nicht nur dem engagierten Motivator Robert Eisele zu verdanken, sondern auch Mariesol Lucht, die selbst Profiartistin werden will und die vom kommenden Winter an in Paris an einer Artistenakademie studieren wird. Sie hat am Cirque intense an einem Berufsorientierungs- und Vorbereitungsjahr für Zirkusartistik teilgenommen, das Robert Eisele anbietet. "Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bekommen hier im Bereich Zirkuspädagogik praktische Erfahrungen vermittelt, denn sie unterrichten Kindergruppen. Dazu erhalten sie ein intensives Training und sind auch für die Konzeption von Aufführungen verantwortlich", erläuterte Kathryn Babeck als Vertreterin der Zirkus-Kunst gGmbh.

Etwas in Gemeinschaft mit anderen machen, am sportlichen Ehrgeiz und an der Körperbeherrschung feilen, das waren Ziele des Projekts, das vom TuS Badenweiler und von der Zirkus-Kunst gGmbh gefördert wurde. Die Zirkus-Kunst gGmbH ist neu in der Region. Gegründet wurde sie im März 2018 von Robert Eisele, Kathryn Babeck, Historikerin und Ausstellungsmacherin, und dem Juristen Stefan Ibing. Die Gesellschaft will Kindern ein konstantes, intensives und anspruchsvolles Zirkustraining ermöglichen. Um das entsprechende Ambiente zu schaffen, haben Ibing, Babeck und Eisele bereits für 9000 Euro ein gebrauchtes Zirkuszelt gekauft, für das nun eventuell in Neuenburg ein Standort gefunden worden sein könnte. Mit dem neuen Schuljahr soll das erste Training starten. Ein besonderer Kurs ist dabei Luftartistik für Anfänger. Mit beim Team dabei ist die Ostheopathin Mandy Ibing.

Die Zirkus gGmbH wird bereits von verschiedenen Stiftungen finanziell unterstützt. "Wir sind jetzt und künftig als gemeinnützige GmbH auch auf Sponsoren und Spender angewiesen", gaben Babeck und Ibing an die Zuschauer weiter. Turnen macht übrigens hungrig: Während des Projekts übernahmen die örtlichen Vereine die Verpflegung, und fünf Hotels sponserten das Mittagessen, was super ankam. Nach der Aufführung gab’s Eis aus der Eisdiele in Niederweiler.

Infos über die gemeinnützige GmbH Zirkus-Kunst: http://www.zirkus-kunst.de. Vorbereitungsjahr Zirkusartistik: http://www.cirque-intense.de.