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06. August 2012

SC Freiburg II - Trier

Ein Rückschlag und andere Schläge

SC Freiburg II unterliegt Eintracht Trier nach gutem Start mit 1:2.

  1. SC-Torwart Alexander Schwolow ist beim Trierer Ausgleich machtlos, auch Umberto Tedesco kann dem Ball nur noch hinterherschauen. Foto: Patrick Seeger

FUSSBALL. Abseits vom Ort des sportlichen 2:1 (0:1)-Sieges der Trierer Eintracht beim SC Freiburg II gab’s danach noch einen unsportlichen Schlagabtausch: Eine Freiburger Tankstelle wurde für rund 30 sogenannte Fans aus beiden Lagern zur Zankstelle, die Handgreiflichkeiten endeten nach Polizeiangaben mit Verletzungen und einigen vorläufigen Festnahmen.

In den zwei Stunden zuvor war beim Gastspiel der Elf aus dem Moselstadion im Möslestadion alles friedlich geblieben. Mehrere Dutzend Sicherheitskräfte hielten sich innerhalb und außerhalb der Spielstätte für einen Ernstfall bereit, der erst später andernorts eintreten sollte. Die Sonne brannte beim ersten Spiel in der neuen Regionalliga Südwest gnadenlos auf die entblößten Oberkörper einer knappen Hundertschaft von Trierer Fans auf der Gegengeraden, während der einheimische Anhang größtenteils den Schatten der Tribüne nutzte.

Auf dem bis kurz vor dem Anstoß gewässerten Rasen hatten einige SC-Spieler noch ein paar Spritzer aus der Beregnungsanlage abbekommen, was indes wohl nicht ursächlich dafür war, dass die Youngster spritzig in die Begegnung starteten. Schon nach sechs Minuten hätte eine Vorentscheidung gefallen sein können. Als sich Eintracht-Torwart Andreas Lengsfeld weit aus dem Strafraum gewagt hatte (4.), knallte ein Hinterhaltschuss von Charles-Elie Laprevotte nur an das hintere Gestänge des leeren Gehäuses. Zwei Minuten später fand eine Vorlage von Patrick Lienhard den Kopf von Laprevotte, der Ball krachte an die Latte. Die Freiburger, mit drei Neulingen (Marco Metzger, Tim Schraml und als einzigem aus dem eigenen Nachwuchs Mohammed Gouida) angetreten, kombinierten flott und sicher, ein Tor schien nur eine Frage der Zeit. Klare Möglichkeiten gab’s aber keine mehr, Mitte der Hälfte begann die Freiburger Dominanz zu bröckeln – noch ohne dass die Elf aus Karl Marx’ Heimat erkennbare Initiativen ergriff, daraus Kapital zu schlagen. Nur Steven Lewerenz sorgte mit dem ersten Trierer Torschuss (31.) für so etwas wie Gefahr. Der nächste Schuss ging buchstäblich nach hinten los. Der Trierer Spielführer Fouad Brighache – einer von fünf Neulingen in der Startelf, drei weitere wurden eingewechselt – erzielte mit einer Kopfballrückgabe, die für seinen aufgerückten Torhüter unerreichbar war, die verdiente Freiburger Führung.

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Auch die weiteren Tore erzielte ein Trierer: Chhunly Pagenburg, ein Spieler mit Profi-Erfahrung, ließ Torwart Alexander Schwolow aus dem Freiburger Bundesliga-Kader zweimal keine Chance. Letztlich, so sah es SC-Trainer Xaver Zembrod, schlugen sich die "Platzjungen" selbst, mit Fehlern, welche die reiferen "Herren" aus der ältesten Stadt Deutschlands nur zu gerne nutzten: "Die jungen Spieler dachten, sie hätten alles im Griff, und könnten ,Jambalaya’ spielen. Wir haben uns schlecht bewegt, zu viele Ballkontakte gebraucht, zu viele Risikobälle gespielt. Das hat Trier Gelegenheit gegeben, zu pressen, und Fehler zu erzwingen, auf die sie nur gewartet haben."

So kam es, dass die Eintracht an der nunmehr gegnerischen Hälfte, die sie zuvor ausgiebig als eigene erkundet hatte, nach dem Seitenwechsel auffällig mehr Interesse zeigte. Wirkte Maximillian Watzkas Pfostentreffer (54.) zunächst noch wie ein Blitz aus heiterem Himmel, so ließ es Pagenburg vier Minuten später richtig krachen: Auf der rechten Strafraumseite frei zum Schuss gekommen, zimmerte er ein sattes "Pfund" unters Lattenkreuz, von wo der Ball ins Tor sprang. Zweimal verhinderte Schwolow danach noch einen Freiburger Rückstand: Bei Lewerenz’ Schuss nach feinem Doppelpass (70.), und per Fußabwehr außerhalb des Strafraums gegen Pagenburg (71.). Machtlos war er, als Pagenburg nach einem Traumpass von Lewerenz frei vor dem Tor auftauchte und sich die Ecke aussuchen konnte. Beiden Treffern waren vermeidbare Ballverluste der Gastgeber vorausgegangen. Die Freiburger Bemühungen um den Ausgleich blieben nicht aus, gerieten aber eher verkrampft als kreativ. Rückkehrer Christian Bickel, Jugendnationalspieler Sebastian Kerk und Sandro Knab konnten nach ihren Einwechslungen an der verfahrenen Situation wenig ändern. Bei der besten Gelegenheit köpfte Lienhard den Ball in Lengsfelds Arme. Und in der Nachspielzeit hatte Metzger mit einem Rückzieher Pech.

So konnte sich der Trierer Verteidiger Torge Hollmann nach dem Schlusspfiff in der 94. Minute ganz entspannt dem Plausch mit einigen alten Bekannten aus seiner Freiburger Zeit (2002 bis 2005) widmen – nicht aus dem Kreis der Gastgeber-Elf: Die hat sich seither komplett verändert. Zembrod bilanzierte derweil zerknirscht: "Wir haben großen Aufwand betrieben und haben null Punkte, Trier hat mit wenig Aufwand drei Punkte."

Freiburg: Schwolow, Klein, Tedesco, Metzger, Schraml, Lais, Russ, Albutat (83. Knab), Lienhard, Laprevotte (63. Kerk), Gouida (74. Bickel). Trier: Lengsfeld, Hollmann, Brighache, Klinger, Lewerenz (83. Kröner), Pagenburg (87. Fuchs), Abelski, Zittlau, Watzka (74. Anton), Kuduzovic, Di Gregorio. Schiedsrichter: Schaal (Tübingen). Tore: 1:0 Brighache (42. Eigentor), 1:1 Pagenburg (58.), 1:2 Pagenburg (73.). Zuschauer: 300. Gelb-Rot: Tedesco (84.).

Mehr zum "Nachspiel" unter: http://www.badische-zeitung.de

Autor: Claus Zimmermann


1 Kommentar

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Martin Roller

Registriert seit: 18.02.2012

Kommentare: 160

06. August 2012 - 23:19 Uhr

Mehr zum "Nachspiel" :
Mehrere Dutzend Sicherheitskräfte hielten sich innerhalb und außerhalb der Spielstätte für einen Ernstfall bereit, der erst später andernorts eintreten sollte. Die Sonne brannte beim ersten Spiel in der neuen Regionalliga Südwest gnadenlos auf die entblößten Oberkörper einer knappen Hundertschaft...

Da darf man nur hoffen, daß wir demnächst nicht gegen Frankfurt oder Stuttgart ernste Probleme bekommen, wenn bei einer "Stärke" von 1:1 solche Vorfälle wie "andernorts" vorkommen...

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