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27. Juni 2012

Ein Schopf des Anstoßes

Ortschaftsrat möchte die Planungen für "Wohnen am Schloss" nun vorantreiben.

  1. Der Schopf des Anstoßes, der teilweise der Zufahrt zum „Wohnen am Schloss“ weichen müsste. Foto: heidi fössel

KIPPENHEIM-SCHMIEHEIM. Die Pläne für "Wohnen am Schloss" sollen zügig vorangetrieben werden. Darauf legten sich die Ortschaftsräte in der Sitzung am Montag fest. Der Sitzung vorausgegangen ist eine Ortsbegehung, in der von Bürger und Ortschaftsräten Bedenken gegen die Pläne vorgebracht worden sind.

Dass Schmieheim ein neues Baugebiet braucht, stand bei allen Teilnehmern außer Frage. Das Projekt "Wohnen am Schloss" wird seit gut zwei Jahren intensiv verfolgt, nachdem Ortschaftsrat und Gemeinderat endgültig vom "Geigentälchen" Abschied genommen haben. Durch "Wohnen am Schloss" über das bereits seit fast 20 Jahren immer wieder geredet wird, könnten je nach Zuschnitt und Größe Plätze für sechs bis acht Häuser geschaffen werden.

Indes wurden auch am Montag wieder vorn Bürgern und Ortschaftsräten Einwände und Vorbehalte vorgebracht. Stein des Anstoßes für die Gegner und Skeptiker ist ein Schopf. Er reicht unmittelbar an den Weg gegenüber der Einfahrt zum Schloss heran, die als Zufahrt zu dem Areal ausgebaut werden müsste. Dieser Schopf, in dem Einige ein den Ortsteil prägendes Gebäude sehen, müsste zumindest zum Teil abgerissen werden. Der Schopf stehe unter Denkmalschutz, sagen die einen, das stimme nicht andere.

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Ein Anwohner wollte wissen, dass bereits ein Interessent da gewesen sei, der den Schopf ausbauen wolle. Im übrigen sei das vorgesehene Baugebiet Sumpfgelände, stellte er zudem fest. Bürgermeister Matthias Gutbrod entgegnete, ihm sie nicht bekannt, dass es einen Interessenten gebe, der zudem einen höheren Preis zahlen wolle, als die Gemeinde geboten hat. Und wenn es Probleme mit Wasser gebe, das sei auch in anderen Baugebieten der Fall, das müsse eben bei der Planung entsprechend berücksichtigt werden. Schmieheim brauche ein Baugebiet, der Ortschaftsrat hat sich für "Wohnen am Schloss" entscheiden, der Gemeinderat die Mittel für die Planung in den Haushalt eingestellt, stellte der Bürgermeister fest.

Die Diskussion vor Ort nahm Wolfgang Füner in der anschließenden Ortschaftsratssitzung wieder auf. Er warnte davor, "Wohnen am Schloss" schlecht zureden wie das "Geigentälchen". Um die Zufahrt zu gewährleisten, könne man vom Schopf ja fünf Meter abbrechen. Er sei dann immer noch groß genug für einen Ausbau zu Wohnzwecken.

Die Sache nicht auf die länge Bank schieben, war die Meinung aller Ortschaftsräte. Nicht alle Bauwilligen möchten ein altes Gebäude kaufen und renovieren, gab Carola Richter zu bedenken. "Wir müssen etwas schaffen,was bezahlbar ist." Um Kindergarten und Grundschule zu erhalten, brauche es Zuzug junger Familien. "Wir müssen zeitnah zu Potte kommen", unterstützte sie Füner. "Es wäre schön, wenn man jemand suchen würde, der den Schopf renoviert", meinte Christa Dietz und warnte vor einem Schnellschuss. "Einen Schnellschuss gibt es in Kippenheim nicht", entgegnete Manfred Huck. Jede Schildkröte sei schneller.

Auch der Bürgermeister machte nochmals deutlich, dass Schmieheim junge Familien brauche, nicht nur um Kindergarten und Grundschule halten zu können, sondern auch für den Einkauf in den noch vorhandenen Geschäften und für die Vereine. "Wenn man an der Scheune hängt, wird es schwierig" Ein Teil müsse sowieso weg, wenn für den Rest ein Investor zu finden sei, sei das okay. Gutbrod warnte allerdings, davor, zu lange zu warten. Das sahen auch die Ortschaftsräte so und sprachen sich für eine Frist aus.

Autor: Theo Weber