Ein unverhofftes Resultat

Wolfram Köhli

Von Wolfram Köhli

Mo, 23. Juli 2018

Tennis

NACHSPIEL: Der TC BW Oberweier lässt sich von Äußerlichkeiten nicht beeindrucken.

TENNIS 2. Bundesliga. TC Ludwigshafen – TC BW Oberweier 3:6. Schon beim Eintreffen wurde jedem der kleinen Oberweierer Reisegruppe klar, die Liga ist eine Zweiklassengesellschaft. Centercourt, Nebenplatz mit Zuschauerrängen, insgesamt 23 Freiplätze und drei Tennishallen. In Ludwigshafen sind die Bedingungen für den ehemals weißen Sport perfekt.

Und da kommt nun der TC BW Oberweier, der sich auf fünf Plätzen das sportliche Rüstzeug für die zweithöchste deutsche Liga erarbeitet hat. Zudem hatte ihm Franco Capalbo einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zuerst meldete der Argentinier eine Flugverspätung, wenig später kam die Nachricht vom Flugausfall. Das hatte auch Auswirkungen auf die zweite Mannschaft am Sonntag. Denn auch bei ihr sollte der 20-Jährige eingesetzt werden. Am Freitag in Ludwigshafen sprang Philipp Bauer ein.

Der 29 Jahre alte Brasilianer Fernando Romboli lieferte aus Oberweierer Sicht das Schlüsselspiel des zweiten Spieltags ab. Gegen Christian Hirschmüller war er stets da, wenn es eng wurde. Diese Qualität des Mannes, der 2011 als 236. der Weltrangliste geführt wurde, stach die aktuell höhere Qualität seines Gegenübers aus. Im Match-Tiebreak nahm der Vergleich einen dramatischen Verlauf. Nach dem 7:7 gelang Romboli das entscheidende Minibreak zum 8:7. Beim 9:7 stand ihm Fortuna ein wenig zur Seite. Dem Ludwigshafener riss die Saite seines Schlägers beim Return. So landete der folgende als Elfmeter bezeichnete Ball nicht im Feld, sondern am Zaun. Es war der Türöffner für ein "unverhofftes Resultat", so Trainer Oliver Killeweit.

Er bezeichnete den Erfolg als ganz großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Bei sicherlich zwei Absteigern muss noch einiges nachgelegt werden. Dabei kann der Verein auf die Jungs bauen, derentwegen das Abenteuer angegangen wurde. Adrian Obert hat gelernt, besser mit dem Leistungsanspruch umzugehen. Das drückt sich in seinem Spiel aus – und in den Resultaten. Er ist nach zwei Einzeln noch unbesiegt.

Der 21 Jahre alte Paul Wörner nutzte gegen die ehemalige 235 der Welt, Remi Boutillier, geschickt die Schwächen des 28-Jährigen aus.