Ein Zeichen für Vielfalt

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Fr, 12. Oktober 2018

Lörrach

Stadtjugendring und Rainbowstars begehen den Coming-out-Tag mit einer öffentlichen Aktion.

LÖRRACH. Verschiedene Initiativen wollten auf Einladung des Stadtjugendrings gestern mit einer öffentlichen Aktion auf dem Alten Marktplatz der Vielfalt menschlichen Zusammenlebens einen breiteren Raum geben. Es solle nicht mehr ums Schubladendenken gehen, sondern ums Miteinander, so Sonja Summ, die Vorsitzende der Rainbowstars, Lörrachs Verband der Schwulen und Lesben.

Die Aufschrift auf ihren T-Shirts ist orange, mehr Aufmerksamkeit geht kaum an diesem doch trüben Donnerstagmittag. Die beiden Herren sind Vertreter von "Zwischenraum" einer schwul-lesbischen Gruppe von gläubigen Christen in der Schweiz. Sie seien eingeladen worden zu der Veranstaltung des Stadtjugendrings und der Rainbowstars Lörrach am international begangenen Coming-out-Tag. Eine Jugendgruppe sind die beiden weißhaarigen Männer nicht mehr. Ihr Anliegen betrifft aber Menschen jeden Alters: gläubig in einer Kirche aktiv, und nicht hetero sein und damit kein Problem haben.

Die Jusos arbeiten schon lange mit den Rainbowstars zusammen. Der Kreisvorsitzende Fritz Kaspar will ein Zeichen für Vielfalt und eine weltoffene Gesellschaft setzen. Vor allem in den aktuellen Zeiten, wo Homophobie in bestimmten Kreisen wieder hoffähig werde. Ein Baumwollbeutel mit einer Absage an die Partei vom rechten Rand hängt am Zelt. Tatsächlich sei er schon auf dieses Statement angesprochen worden. Gerade deshalb sei es wichtig, sich zu positionieren. In der SPD gäbe es die Gruppe Queer als Sprachrohr für Schwule und Lesben.

Katrin Wegener von der Schwangerschaftsberatung Pro Familia blickt ebenfalls auf eine lange Zusammenarbeit mit den Rainbowstars zurück. Es sind ja zum Teil die selben Themen, sagt sie. Wie können schwule oder lesbische Paare eine Familie gründen, welche Möglichkeiten gibt es, können auch gleichgeschlechtliche Eltern Elterngeld bekommen? Um solche Themen drehe sich die Beratung, sagt sie. Und partnerschaftliche Krisen gäbe es in jeder Beziehung. Auch hier könne Pro Familia helfen.

Sonja Summ, die Vorsitzende wirbt unermüdlich für die Sache, den Menschen den Platz in der Gesellschaft zuzugestehen, den sie gerne hätten. Ob unauffällig, verheiratet mit Kindern oder eher am Rande der bürgerlichen Gesellschaft, jeder solle sich da bewegen können, wo er sein möchte. Auch wenn dies in der eher kleinen Stadt wie Lörrach mit seinem ländlichen Umfeld immer noch schwierig sein kann.