Ein Zuhause für die Zeller Fasnacht

Nicolai Kapitz

Von Nicolai Kapitz

Do, 30. August 2018

Zell im Wiesental

Das Zeller Fasnachtshus wird am 9. September nach elfjähriger Sanierungszeit feierlich eingeweiht / Das Haus ist Archiv, Treffpunkt und Museum zugleich.

ZELL. In Zell ist die Fasnacht zu Hause und umgekehrt, die Zeller sind in der Fasnacht zu Hause. Dafür, dass aus dieser sprichwörtlichen Heimat nun auch eine handfeste wird, hat der Förderverein Fasnachtshus die vergangenen elf Jahre gearbeitet. Es sollte in der Schönauer Straße ein Zuhause für die Zeller Fasnacht entstehen. Nun ist es so weit: Das Zeller Fasnachtshus ist so gut wie fertig. Am 9. September – sozusagen am "Nüünte Nüünte" – wird das Domizil eingeweiht.

"Eigentlich", erklärt Peter Zluhan bei einem Rundgang durch die fast fertigen Räume, "sollte es nur ein Archiv und Lager werden." Doch was in den zurückliegenden elf Jahren in der Schönauer Straße 56 entstanden ist, geht weit über die ursprünglichen Pläne hinaus. Die Fasnachtsgesellschaft Zell hat das Haus 2005 gekauft, um Platz zu haben für fasnächtliche Utensilien. "Weil jeder was auf dem Speicher hatte. Aber wenn man es gebraucht hat, war es weg", berichtet Peter Zluhan. Der 66-Jährige ist der Ideengeber, der – als Nachbar des Fasnachtshauses – sofort Nägel mit Köpfen machte, als das Haus zum Verkauf stand.

Es stellte sich schnell heraus, dass sich in Zell in Sachen Fasnacht wahre Schätze zusammentragen lassen – und zwar haufenweise. Alte Häser, Larven, Orden, Plaketten, alle Ausgaben der "Fasnachtszittig", Zeitungsberichte aus früheren Zeiten – all das häufte sich. "Daraus entstand die Idee, ein kleines Museum einzurichten", berichtet Peter Zluhan. Und mit dieser Idee befasste sich bald ein ganzer Förderverein, den Peter Zluhan gemeinsam mit Kurt Räuber, Helmut Mond, Herbert Roll, Rainer Agostini, Diana Agostini, Alfred Knauber und Rudolf Philipp gründete. Das Haus mit Baujahr 1820 war ziemlich abgewohnt und renovierungsbedürftig, und so machte sich der Verein 2007 ans Werk. Nicht nur, dass die Mitglieder und Helfer in Eigenregie an die Sanierung gingen. Es mussten auch Sponsoren und Gönner gefunden werden, die die Idee unterstützen wollten.

"Elf Jahre", schmunzelt Peter Zluhan auf die Frage, wie viele Arbeitsstunden im Fasnachtshus schon geleistet wurden. Gezählt hat die Stunden und Tage niemand. Jetzt hat das Haus ein nagelneues Innenleben. Fußböden, Fenster, Treppen, Wände – alles strahlt. Zuletzt gab es noch ein neues Dach und gezwungenermaßen durch Frostschäden auch eine neue Fassade. Ein Vielfaches der Summe, die einmal für den Kauf ausgegeben wurde, hat der Förderverein bis heute gebraucht.

Es hat sich gelohnt: Auf drei Etagen wird in verschiedenen Räumen alles präsentiert, was die Zeller Fasnacht ausmacht. Ein Raum ist der Figur des Fasnachtsprinzen – er war bis 1966 Narrenregent in Zell – gewidmet. Originalgetreue Kostüme zeigen, wie der Prinz und seine Garde gekleidet waren. Nebenan residiert im "Hürus-Stüble" der Prinzen-Nachfolger: An mehreren Schaufensterpuppen zeigt sich beeindruckend, wie sich der heutige Fasnachtsregent in den 50 Jahren seines Bestehens seit 1967 mitsamt seinem Gefolge gewandelt hat.

Sammlungen zeigen die kompletten Ausgaben der Fasnachtszittig, es wird nachgezeichnet, wie die Zeller Fasnachtsplakette entsteht, die Geschichte der Vogteien wird ebenso beleuchtet wie die der "Schrättele" und der Guggemusik "Noteknacker". Es soll im Museum keine festen Öffnungszeiten geben, aber für Führungen sollen sich Gruppen und Vereine jederzeit anmelden können. Noch ist die Sammlung nicht komplett, es fehlen einige Narrenfiguren. "Ziel ist es schon, irgendwann die Geschichte und die Gegenwart der Zeller Fasnacht vollständig zu zeigen", sagt Peter Zluhan. Als Nächstes steht allerdings die Eröffnung des Fasnachtshauses an. Mit dem Fest soll das Haus der Öffentlichkeit präsentiert werden und gleichzeitig soll das nächste Vorhaben – die Gestaltung des Vorplatzes – unterstützt werden.

Info: Am Freitag, 7. September, gibt es ab 17 Uhr zunächst eine Vorstellung des Hauses für Gönner und Sponsoren. Am Sonntag, 9. September, wird ab 11 Uhr die Einweihung gefeiert. Für Musik sorgt Markus Kirsner.