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07. März 2015

Einbrüche haben zugenommen

Rotzinger: Schwerpunkt der Polizeiarbeit in diesem Jahr.

FREIBURG. Südbaden war im vergangenen Jahr erneut einer der Kriminalitätsschwerpunkte in Baden-Württemberg. Allein im Gebiet des Polizeipräsidiums Freiburg wurden 73 733 Straftaten angezeigt, 4,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Maßgeblich geht diese Zunahme auf die gestiegene Zahl an Wohnungseinbrüchen zurück. Die Gewaltkriminalität dagegen hat leicht nachgelassen.

Bei der Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohnern ist die Region zwischen Emmendingen und Waldshut mit 7266 angezeigten Delikten landesweit auf Platz zwei hinter Stuttgart vorgerückt, noch vor Mannheim. Dafür sind vor allem Entwicklungen in der Stadt Freiburg und im Landkreis Lörrach verantwortlich. Beide liegen, was die Zahl der angezeigten Fälle pro Einwohner mit 12 392 in Freiburg und 8663 in Lörrach weit über dem Landesdurchschnitt (5592).

Kommt Zürcher Programm auch hier zum Einsatz?

 Großen Anteil an dieser Statistikkurve hat die Zahl der Wohnungseinbrüche, die um fast zehn Prozent gestiegen ist. Das habe nichts mit der Polizeireform zu tun, betonte Polizeipräsident Bernhard Rotzinger, es sei ein bundesweiter Trend und Folge der stärkeren Mobilität. Denn ein erheblicher Teil dieser Einbrüche gehe auf organisierte Gruppen aus dem Ausland zurück; 57 Prozent der ermittelten Verdächtigen sind Ausländer, vornehmlich aus Georgien, Rumänien und Albanien. Insgesamt machen Diebstähle annähernd 40 Prozent aller Straftaten aus.

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Rotzinger kündigte an, das Thema zu einem der Schwerpunkte der Polizeiarbeit in diesem Jahr zu machen. Dazu werde die Zusammenarbeit zwischen den Revieren und Fachleuten der Kriminalpolizei intensiviert. Und die Polizei will die Präventionsarbeit ausbauen. Rotzinger verwies darauf, dass 44 Prozent aller Einbrüche nicht vollendet werden, weil die Sicherheitstechnik dies verhindert. "Für das subjektive Sicherheitsgefühl ist es ein großer Unterschied, ob der Einbrecher ins Schlafzimmer gelangte oder beim Versuch des Einbruchs gescheitert ist", sagt Rotzinger. Ausdrücklich ermunterte er Nachbarn, der Polizei Auffälligkeiten zu melden. Was den Einsatz eines neuen, unter anderem in Zürich entwickelten Computerprogramms zur Vorhersage von Einbruchserien angeht, sei man im Gespräch mit dem Land. Sollte sich Baden-Württemberg für den testweisen Einsatz entscheiden, so werde sich Freiburg als Pilotstandort darum bemühen.

Wie sehr bisweilen die Wahrnehmung von der tatsächlichen Entwicklung abweicht, zeigt ein Blick auf die schweren Straftaten. Mehrere spektakuläre Mordfälle beschäftigten die Kriminalpolizei, die fünf Sonderkommissionen einsetzte. Insgesamt aber ist die Zahl der "Straftaten gegen das Leben" um eine auf 27 gesunken. Eine "sehr erfreuliche Entwicklung" zeige sich, so Alfred Oschwald, der Vizepräsident des Polizeipräsidiums, bei den "Roheitsdelikten". Speziell im Bereich Körperverletzung verzeichnet die Statistik gegenüber den Jahren 2010 und 2011 seit drei Jahren einen Rückgang um mehr als 15 Prozent.

Indes sind Zahlen auch stets mit Vorsicht zu genießen. Denn eine besonders deutliche Zunahme gibt es im Bereich der "strafrechtlichen Nebengesetze" mit einem Zuwachs von 28 Prozent. Dies aber, führte Oschwald aus, geht vor allem auf die gestiegene Zahl der Flüchtlinge zurück. Viele von ihnen sind illegal eingereist oder haben keine Papiere – dann wird gegen sie ermittelt – und jeder Fall gehe in die Statistik ein.

KRIMINALSTATISTIK

Straftaten: 73 733 (plus 3391)

Taten pro 100 000 Einwohner: Polizeipräsidium Freiburg: 7266 (Land: 5592); Tuttlingen: 3859; Freiburg-Stadt: 12 392, Lörrach: 8663, Breisgau-Hochschwarzwald: 5311, Waldshut: 4457, Emmendingen: 4176.

Aufklärungsquote: 58 Prozent

Tatverdächtige: 29 898 (unter 21 Jahre: 24,8 Prozent; 2009: 29 Prozent)

Gewaltdelikte: 2028 (davon 1527 Körperverletzungen, 88 Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen (2013: 102), 391 Raub (2013: 360)  

Autor: fs

Autor: Franz Schmider