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18. Juni 2012 09:37 Uhr

Streit um Ministerin Öney

Eine Frage der Wortwahl

Beim Streit um Ministerin Öney geht es auch ums Übersetzen. Die FDP fordert derweil mit scharfen Worten den Rücktritt der Integrationsministerin.

  1. Integrationsministerin Öney. Foto: dapd

STUTTGART. Mit scharfen Worten fordert die FDP den Rücktritt von Integrationsministerin Öney. Grund sind angeblich neue Äußerungen zur Verquickung von Behörden zu Neo-Nazis – die so aber offenbar nicht gefallen sind.

Der Streit um tatsächliche und angebliche Äußerungen von Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) zur Existenz eines mit Neo-Nazis kooperierenden deutschen Staatswesens wird härter. Die Liberalen fordern nun den Rücktritt der Ministerin. Sie sei ein "Sicherheitsrisiko", urteilte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Die Fraktionschefs von SPD und Grünen, Claus Schmiedel und Edith Sitzmann, wiederum forderten Rülke auf, sich für diese "unanständige Entgleisung und üble Beleidigung" zu entschuldigen.

Auslöser der neuerlichen Aufregung ist ein Zitat, das in der türkischen Zeitung Hürriyet Öney zugeordnet und von den Stuttgarter Nachrichten auf Deutsch so wiedergegeben wurde: "Die deutschen Behörden haben Neonazis Geld im Austausch für falsche Informationen gegeben und dieses Geld ist in die Neonazi-Szene geflossen. Das ist eine bekannte Tatsache, da habe ich keine Geheimnisse."

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Die Opposition wertete das als Beleg für ihre These, dass Öney trotz Entschuldigung ihre zuvor bekanntgewordene Behauptung aufrecht erhalte, in Deutschland gebe es wie in der Türkei einen korrupten Staat. Dafür hatte sie sich auch eine Rüge von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) eingehandelt, der ihre Entschuldigung aber akzeptiert hatte. "Sie hat aus der Rüge des Ministerpräsidenten keine Lehren gezogen", befand Bernhard Lasotta, der integrationspolitische Sprecher der CDU. Lasotta hatte über Monate türkische Medienberichte mit Zitaten Öneys gesammelt und die Ministerin in Bedrängnis gebracht.

Das Zitat, das ihr nun zur Last gelegt wird, scheint indes auf einer falschen Übersetzung zu beruhen. Öney hat die auf Türkisch verfasste Email an eine türkische Bekannte daher von einem staatlich geprüften Urkundenübersetzer ins Deutsche übertragen lassen. Demnach führte Öney aus, dass sie bei früheren Anfragen "zu den Neonazimördern" gesagt habe, dass Verfassungsschutzleute "den Neonazis Geld gegeben haben und im Gegenzug dazu falsche Informationen bekommen haben. Das Geld ist teilweise an die Neonazis geflossen." Diese Vorgänge seien bekannt und von ihr nicht erfunden. "Genau wie die CDU sage ich auch, dass es hier keinen ,tiefen Staat’ gibt", schreibt sie in der gleichen Email.

Öney hat sich vorgenommen, auf öffentlichen Veranstaltungen nur noch Deutsch zu sprechen. Vor türkischsprachigem Publikum hat sie auch hierzulande mitunter Türkisch gesprochen.

Autor: Roland Muschel


19 Kommentare

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

18. Juni 2012 - 15:28 Uhr

Ach - die angeregte Diskussion wurde wohl gelöscht.

Dann schlage ich dennoch vor, Frau Öney des Amtes zu entheben (ob mit oder ohne Niebel'schem Teppich) und das Integrationsministerium wieder einzustampfen. Die Rolle von Frau Öney könnte ein Integrationsbeauftragter des Innenministeriums übernehmen, welcher nicht nur Türken, sondern alle Migranten und fehlgeleiteten Persönlichkeiten (wieder) integrieren möchte.

Th. Heussmann

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Elly Brodhag

Registriert seit: 18.11.2010

Kommentare: 325

18. Juni 2012 - 16:11 Uhr

Ok, zum 2. Mal: Frau Öney lassen Sie sich nicht verbiegen wegen der paar politischen Hampelmännern in der Regierung!

@BZ: In seltsamer Stimmung heute? Wieso machen Sie dann nicht gleich "nicht kommentierbar", wenn Sie schon alles löschen?

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Klaus Galz

Registriert seit: 12.11.2011

Kommentare: 73

18. Juni 2012 - 16:11 Uhr

... bravo Herr Heussmann - alles richtig gesagt.

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1077

18. Juni 2012 - 16:19 Uhr

Sorry Herr Heussman, obwohl ich Ihre Antwort zu kennen glaube,die Frage:
Sie zählen sich doch nicht zu den " fehlgeleiteten Persönlichkeiten " ??

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

18. Juni 2012 - 16:45 Uhr

Sie können sich als multible Kommentatorenpersönlichkeit sicher beim neuen Integrationsbeauftragten des Innenministeriums melden. Vielleicht schafft es dieser, Sie wieder auf ihre wahre Identität zu integrieren, Herr Schladerer-Scholl-Langtour-Billig.

Th. Heussmann

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

18. Juni 2012 - 16:57 Uhr

Heussmann und Scholl die neuen "Häberle und Pfleiderer"

http://www.youtube.com/watch?v=UApJGJ9cqYE

(Knapp 10 Min. die sich lohnen)

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Kai Fischer  

Kai Fischer

Registriert seit: 17.09.2009

Kommentare: 1186

18. Juni 2012 - 17:35 Uhr

@ Theodor Heussmann:

"Die Rolle von Frau Öney könnte ein Integrationsbeauftragter des Innenministeriums übernehmen, welcher nicht nur Türken, sondern alle Migranten und fehlgeleiteten Persönlichkeiten (wieder) integrieren möchte."

Verstehe ich Sie richtig? Sie beziehen den Begriff "Integration" zusammenfassend auf "Türken, andere Migranten und fehlgeleitete Persönlichkeiten"?

Wenn man bedenkt, dass Integration z.B. auch in Bezug auf Menschen mit Behinderung, Arbeitslose oder sonstige sogenannte "Randgruppen" ein Thema ist, muss man zu dem Schluss kommen, dass Ihre Formulierung "fehlgeleitete Persönlichkeiten" ebenso hirnlos wie unverschämt ist.

Davon abgesehen - und im Bemühen um einen Blick über den Tellerrand - ist Integration eigentlich grundsätzlich zu hinterfragen, weil unser gesellschaftliches Ziel besser Inklusion heißen sollte. Das ausführlich und in der nötigen philosophischen Tiefe zu erörtern, würde aber den Rahmen dieses Forums sprengen.....

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

18. Juni 2012 - 21:53 Uhr

Sie müssen schon richtig zitieren, Herr Fischer (R), wenn Sie kritisieren möchten. So aus dem Zusammenhang gerissen, bilden Sie es in Bezug auf meine Aussage falsch ab.

Wo profiliert sich denn Frau Öney, außer bei Themen ihre Lands- und Glaubensleute betreffend? Wo ist die positive Bilanz nach einem Jahr millionenschwerem Integrationsministerium? Wo ist die Integration auch anderer am Rande der Gesellschaft stehenden Personen neben Migranten? Wo und wann kümmert sich das Ministerium darum?

Vor diesem Hintergrund "muss mann zu dem Schluss kommen", dass das Integrationsministerium in der jetzigen Form organisatorisch wie finanziell "ebenso hirnlos wie unverschämt ist."

Th. Heussmann

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

18. Juni 2012 - 23:45 Uhr

@ Herr Krenn

http://www.careerbuilder.de/INTL/JobSeeker/Jobs/JobDetails.aspx?job_did=J3J45270MY50STP66MY&siteid=int_DEnjobsDE&show=yes

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Michael Krenn

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 219

19. Juni 2012 - 00:00 Uhr

In der Tat. Unsinn ist die neue Vernunft. Aber pssst! Der Antidiskriminierungsblockwart (m/w) steht schon hinter der Ecke.

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

19. Juni 2012 - 08:40 Uhr

[ed. - Bezug auf gelöschten Beitrag]

(...)

Die 8,6 Mio EUR pro Jahr, welche das Ministerium verschlingt, wären besser direkt an "der Basis" der Integration investiert und nicht in einem Ministerium, welches die Integration als offenbar recht einseitige Angelegenheit ansieht. Es braucht keine Ministerin und kein Ministerium, welches die Integration "verwaltet", sondern Maßnahmen, welche die Integration aktiv fördern.

[ed. - Bezug auf gelöschten Beitrag]

Th. Heussmann

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1077

19. Juni 2012 - 09:17 Uhr

Herr Heussmann, Sie könnten mal in den " Park der Sinne " in Laatzen gehen,
damit Ihre Wahrnehmungen etwas besser werden. Laatzen liegt ja in Ihrer Nähe.
übrigens Schladerer lässt grüssen, Ihr hinweis also unnötig.

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

19. Juni 2012 - 10:01 Uhr

Herr Schladerer, den Park kenne ich. Allerdings ist "in der Nähe" relativ, da ich mich nicht im Raum Hannover, sondern eher noch ein Stückchen weiter oben befinde. Aber wenn Sie ihn mal besuchen möchten, kann ich Sie drei gerne mal mitnehmen - Sie besetzen ja nur einen Sitzplatz im Flieger.

Th. Heussmann

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1077

19. Juni 2012 - 10:13 Uhr

Herr Heussmann, welchem Pilotenschein sollen wir uns anvertrauen ?
Ohne Blindflugschein hätten wir Angst.Aber notfalls, Sie können auch mir den Steuerknüppel anvertrauen.
Horrido, Herr Heussmann.

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Karl Alfred Wolpert  

Karl Alfred Wolpert

Registriert seit: 02.03.2010

Kommentare: 1149

19. Juni 2012 - 10:19 Uhr

Herr Heussmann, Kompliment, Sie haben hinsichtlich einiger Kommentatoren scheints ein Elefantengedächtnis ;-)
(und eine stilistische Analyse des Geschriebenen gibt Ihnen auch Recht).

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

19. Juni 2012 - 13:54 Uhr

Frau Lang, über den Blindflugschein verfüge ich leider nicht, aber Ihr, bzw. Herrn Schladerers Veteranenflugschein dürfte für den Oldtimer aus 1957 genügen. Ich hoffe, Sie können diese Persönlichkeit dann von Start bis Landung halten, damit wir nicht ins Schwindeln - pardon - Trudeln kommen.

Und gönnen Sie mir doch meinen harmlosen Spleen, Herr Jäger.

Th. Heussmann

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herbert scholl

Registriert seit: 09.05.2009

Kommentare: 1077

19. Juni 2012 - 14:57 Uhr

Oldtimer 1957 und Ihr Spleen Herr Heussmann.
Immer mehrere QAX, warum eigentlich? Ansonsten liebe ich
Ihr QCQ !

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Theodor Heussmann  

Theodor Heussmann

Registriert seit: 25.03.2010

Kommentare: 1786

19. Juni 2012 - 22:32 Uhr

Herr Schladerer, besten Dank für die Blumen!

Die Erfahrung zeigt nunmal, dass die BZ-Kommentatoren oft in multibler Form vorkommen, bzw. nach einem Rauswurf recht schnell wiederkommen. Dabei ist es dann wie mit den bellenden Hunden: Die am lautesten protestierenden Kommentatoren waren i.d.R. schonmal da. Von daher wäre ein QAX an die BZ für diese schwierig zu beantworten...

In diesem Sinne - gute Nacht.

Th. Heussmann

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2035

19. Juni 2012 - 23:13 Uhr

Den Vorschlag Herrn Heussmanns, das Integrationsminsterium wieder einzustampfen und die Rolle Bilkay Öneys einem Beamten des Innenministeriums zu übertragen, unterstütze ich voll. Nur leider wird aus Gründen der Gesichtswahrung die grün-rote Regierung da nicht mitmachen. Daher schlage ich als Alternative vor, Frau Öney durch einen Italiener, Japaner oder Deutschen zu ersetzen, um vom Eindruck wegzukommen, dass unter dem Deckmantel "Integration" Lobbypolitik für die Türken gemacht wird.

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