Eine Galavorstellung zum Saisonausklang

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mo, 23. April 2018

Handball 3. Liga

HSG Freiburg verhindert durch Sieg den Aufstieg von Haunstetten.

HANDBALL. Dritte Liga Süd, Frauen: HSG Freiburg – TSV Haunstetten 26:18 (11:8). Mit einer Galavorstellung haben die Ballwerferinnen der HSG Freiburg eine insgesamt starke Saison gekrönt. Beim unerwartet deutlichen 26:18-Erfolg gegen den Tabellenführer TSV Haunstetten spielte sich die Mannschaft von Trainer Ralf Wiggenhauser zum Rundenausklang am späten Sonntagnachmittag nicht nur den Frust der vergangenen Wochen von der Handballseele, sondern phasenweise auch in einen wahren Rausch.

Kein Wunder, dass der Coach seinem Team, das die Spielzeit damit auf Platz fünf abschloss, "die beste Leistung der Saison" attestierte. Zu Recht feierten die Freiburgerinnen ihren Prestigeerfolg gegen den Augsburger Vorstadtverein nach der Partie völlig losgelöst und ausgelassen in der heimischen Gerhard-Graf-Sporthalle – stehend beklatscht von den restlos begeisterten mehr als 250 Zuschauern.

Dabei waren die Jubelszenen eigentlich ihren Kontrahentinnen zugedacht. Denn jene wollten mit einem Sieg den Gewinn der Meisterschaft und Wiederaufstieg in die Zweite Bundesliga festzurren. Allerdings gaben die Gastgeberinnen den Spielverderber und machten ihnen einen Strich durch die Rechnung. Mithin saßen die Bayerinnen tief enttäuscht und zum Teil in Tränen aufgelöst auf der Bank. Durch ihre Niederlage fielen sie im Schlussklassement noch vom ersten auf den dritten Platz zurück und verpassten ihre Ziele. Da Meister Metzingen II und Bietigheim II als Erstligareserven aber Liga zwei verwehrt ist, gibt es diesmal keinen Aufsteiger aus der Südgruppe. "Das ist eine Farce vom DHB", schimpfte Wiggenhauser, "Haunstetten war diese Saison die beste Mannschaft der Liga."

Allerdings wurden die Gäste "mit dem Druck nicht fertig", wie TSV-Trainer Herbert Vornehm urteilte. Vor allem die jungen Spielerinnen hätten sich eine Vielzahl technischer Fehler geleistet. "Die Angriffsleistung war schrecklich, es fehlte der Mumm, sich durchzusetzen; stattdessen haben wir uns selbst bedauert, das geht nicht", gestand der Gästecoach, der in Annika Schmid (Achillessehnenprobleme) eine "tragende Säule" ersetzen musste. Auffallend waren die zahlreichen Fehlwürfe der Gäste, die oft meterweit das von HSG-Keeperin Zoe Ludwig hervorragend gehütete Gehäuse verfehlten.

Ganz anders die Stimmungslage bei den Einheimischen nach der Partie, die ihr Übungsleiter "einfach geil und sensationell" fand. Von Beginn an agierte sein Team, in dem Kathrin Schilling einen starken Einstand gab, überaus aufmerksam und hielt die Konzentration, von kleinen Phasen abgesehen, bis zum Schluss durchweg hoch. Vor allem in der Abwehr zeigten sich die Freiburgerinnen stark verbessert und äußerst sattelfest. Fix auf den Beinen verengten sie geschickt die Räume, verhinderten zumeist mit Doppeldeckung die Anspiele an den Kreis und trieben Haunstetten wiederholt ins Zeitspiel oder zu Notwürfen.

Genauso konzentriert agierten die Gastgeberinnen im Angriff, leisteten sich nur wenige Fehlabgaben gegen die überaus offensive, variable Haunstetter Deckung, waren schnell im Rückzugsverhalten und ließen nur wenige Kontertore zu. Selbst präsentierte sich die HSG in prächtiger Spiellaune, nutzte konsequent die Gästefehler zu herrlichen, lange nicht gesehenen Tempogegenstößen per erster oder zweiter Welle und fand durch Nadine Czok, Rebecca Dürr, Angelika Makelko oder Schilling immer wieder Lösungen.

Mit einem Blitzstart führte die HSG mit 4:0 und zwang Vornehm schon nach sieben Minuten zur ersten Auszeit. Zwar kam sein Team danach etwas besser zurecht, doch hielt Freiburg, den Abstand und baute jenen nach der Pause beim 14:8 sogar auf sechs Treffer aus. Noch einmal kam Haunstetten auf 16:18 heran. Doch machten Carolin Spinner, Makelko und Dürr beim 21:16 (55.) alles klar.

Tore HSG: Czok 8/4, Makelko 5, Baum 4, Spinner 4/1, Burgert 2, Schilling 1, Majcen 1, Dürr 1. Spielfilm: 4:0 (7.), 4:3 (13.), 8:4 (20.), 9:8 (26.), 11:8. – 14:8 (36.), 17:12 (43.), 18:16 (49.), 21:16 (55.), 25:17, 26:18.