Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. Dezember 2015

Eine gute Zeit für klingendes Können

Ein gut aufgelegter Gundelfinger Chor Cantemus und spielfreudige Musikschüler bescheren in Bötzingen Vorweihnachtsfreude.

  1. Beim Konzert in Bötzingen durften auch Lioba Schulte eine Adventskerze entzünden. Die junge Klarinettistin begeisterte später das Publikum, auch am zweiten Konzertabend in der Gundelfinger Halle, wo der von Bernhard Schmidt geleitete Cantemus-Chor voll zu Geltung kam. Foto: horst david / privat

  2. Der Chor Cantemus aus Gundelfingen. Foto: Horst David

BÖTZINGEN. Weihnachtszeit ist auch Zeit für Musik, vielleicht die beste im Jahr. So wie es der Titel "the very best time of year" besagt, den das gemeinsame Programm des Gundelfinger Chores Cantemus und der Musikschule im Breisgau trägt, das nun zum vierten Advent gleich zweimal aufgeführt wurde, in Bötzingen und in Gundelfingen.

Das Titelstück aus der Feder des Briten John Rutter trug der von Bernhard Schmidt geleitete Chor gleich zu Beginn vor, begleitet von Lia Ahvledani am E-Piano. Dass auch bei Cantemus, wie bei so vielen Chören, Frauen in gut dreifacher Überzahl gegenüber den Männerstimmen sind, ist eine Herausforderung, um dennoch ein rundes Klangbild zu erzeugen. Hier wurde sie überzeugend bewältigt. Und es gelang auch, dem Publikum, das in Bötzingen recht überschaubar blieb, die Scheu zu nehmen, bei den angebotenen Mitsingliedern einzustimmen. Das schuf auch eine familiäre Bindung zwischen Musikern und Zuhörern und erleichterte so auch die folgenden Auftritte der jungen Musikschüler. Wie die junge Gundelfingerin Franziska Reuter – in Bötzingen idealerweise an der Kirchenorgel begleitet – mit der Blockflöte sowohl die gefühlvollen wie die folgenden fröhlich-flotten Passagen aus einer Sonate Telemanns meisterte, beeindruckte ebenso wie ein Flötenduett von Quantz, das Nicola Koch aus Heuweiler mit ihrer Lehrerin Annette Hartenstein folgen ließ.

Werbung


Dem deutschen Spätbarock folgten dänische Komponisten des 19. Jahrhunderts. Ein Andantino und ein Allegro von Gade ließen die Hugstetterin Katharina Wiesler an der Klarinette und Leah Skusa aus Bad Krozingen am E-Piano zeigen, wie sie musikalische Temperamentwechsel beherrschen. Anspruchsvoll war auch die Romance von Hansen, die der Bötzinger Jonas Blum auf der Trompete vortrug.

Für prächtige weihnachtliche Stimmung sorgte dann wieder der Chor mit "Es ist ein Ros entsprungen" und Händels Tochter Zion. Bei beiden Stücken, wie zuvor schon und auch später bei Liedern zum Mitsingen, zeigten die jungen Gundelfingerinnen Paula Nagel, Meilin Schweigart und Elisa Wilkes mit ihren Querflöten ihr Können. Dies bewies auch der Eichstetter Anton Schaffer mit einem dreiteiligen Sonatenstück Händels an der Blockflöte, an der Orgel begleitet von Nathalia Cuenca. Danach beeindruckte das Bötzinger Geschwisterpaar Tobias und Katharina Gerken mit Horn und Klavier bei einer Komposition Gounods. Vom Publikum begeistert gefeiert war dann der Auftritt der jüngsten Musikerin, Lioba Luna Schulte, zu zwei Werken von Todd und Schumann am Klavier begleitet von ihrer Schwester Hanna. Für die kleine Klarinettistin schraubte Lutz Thormann, der das ganze Programm koordiniert hatte, eigens der Notenständer herunter. Wie bereichernd frühe musikalische Bildung wirkt, das zeigten die beiden Eichstetter Schwestern ganz unverstellt, was auch Bürgermeister Dieter Schneckenburger, als Vorstand der Musikschule freute. Das letzte Viertel des Abends bestritt dann der Chor, unter anderem mit einem prächtigen Magnificat und einem ins Deutsche übertragene Wiegenlied von Rutter. In die letzten gemeinsamen Lieder stimmten auch wieder die Querflöten ein, hier von Thormann verstärkt. Das Publikum dankte für diese Einstimmung auf die Festtage mit viel Applaus und Spenden.

Autor: Manfred Frietsch