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03. August 2012
Eine lebenslange Beziehungsarbeit
BZ-FERIENAKTION: Beim Besuch der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft gab es kompetente Antworten auf brennende Fragen.
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Rundgang mit der Leiterin der Bildungswerkstätte, Kay Maschke (vorne) und dem Geschäftsführer Michael Danner (Dritter von rechts). Foto: Gerda Oswald
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Schlosserei Foto: Gerda Oswald
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Bäckerei Foto: Gerda Oswald
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Gespräche während des Rundgangs, der von Gabriele Schulze-Schilddorf (2.v.li.) geführt wurde. Foto: Gerda Oswald
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WALDKIRCH. Die Geschäftsführung der sozialtherapeutischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Am Bruckwald nahm sich viel Zeit für die BZ-Leser, welche am Donnerstag die Wohnhäuser, das Gemeinschaftshaus und die Werkstätten der Gemeinschaft besuchten.
Geschäftsführer Michael Danner (35) freute sich über das große Interesse. "Wir zeigen ihnen gerne unsere Häuser. Das baut Berührungsängste ab", sagte Danner. Es stellte sich jedoch schon bei der Vorstellungsrunde heraus, dass alle Besucher einen direkten Bezug und Kontakte zu Menschen mit Behinderungen haben. Ein junger Mann absolviert gerade bei der Lebenshilfe eine Ausbildung, zwei weitere Männer sind noch auf der Integrativen Walddorfschule in Emmendingen und könnten sich durchaus vorstellen, später einmal in der Gemeinschaft zu arbeiten und zu leben. Ein Lehrer kam mit, um Kontakte zu vertiefen. Ein weiteres Elternpaar erkundigte sich, um Möglichkeiten für ihren 14-jährigen Sohn zusammenzutragen. Eine Kollnauerin hatte es bisher noch nicht geschafft, an einem Tag der offenen Tür an den Bruckwald zu kommen und wollte als Nachbarin das Ganze einmal anschauen.Werbung
Bei dieser Zusammensetzung der Besucherrunde war großer Gesprächsbedarf und es gab sehr detaillierte Fragen zur Kostenübernahme durch den Landkreis, zur Anmeldung oder den Arbeitsplätzen in den Werkstätten, die vom Geschäftsführer ausführlich und kompetent beantwortet wurden. "Diese Fragen brannten mir schon lange auf der Seele. Ich bin langsam alt und mein behindertes Kind wird irgendwann einmal alleine dastehen", gestand ein Vater beim anschließenden Rundgang.
Die Gemeinschaft sei sehr schnell gewachsen, sagte Danner. Seit der Eröffnung im April 1999 ist am Fuße des Kandels ein kleines Dorf entstanden. 120 Menschen leben hier. 40 betreute Mitarbeiter wohnen außerhalb und arbeiten in den Werkstätten. Acht Wohnhäuser sind am Bruckwald, zwei im Stadtzentrum. In jedem Haus leben zwölf Menschen. "Wir haben genau die richtige Größe", sagt Danner. Für ihn geht die Entwicklung eindeutig zum wohnen mitten in der Stadt und damit unter anderen Menschen. Auch die Pflege im Alter und die veränderten Bedürfnisse eines älteren Menschen gelte es, klug zu lösen. Inzwischen gibt es einige ältere Bewohner Am Bruckwald. Sie hätten ein höheres Ruhebedürfnis. Sie würden weiterhin in der Werkstatt arbeiten, jedoch mit deutlich längeren Ruhepausen.
"Die Mitarbeiter vom Bruckwald müssen eine hohe Entwicklungsbereitschaft haben", so der Geschäftsführer. Beim Bau der Häuser würden stets ihre Erfahrungen und Ideen mit eingebracht. Die Arbeitsplätze sind sehr individuell auf die Bewohner zugeschnitten. Sie profitieren vom Erfindergeist der Werkstattleiter, welche Arbeitsgeräte umarbeiten, damit ein betreuter Mitarbeiter damit täglich umgehen kann. Jede Arbeit werde gleichwertig angesehen, so Danner. In einer Werkgruppe arbeiten Menschen, welche einen erhöhten Hilfebedarf haben.
Kay Maschke, Leiterin der Bildungswerkstatt, berichtete von der Arbeit des Werkstattrats, der Fortbildungen, Kurse oder Besichtigungen vorschlage.
Beim Rundgang konnten nicht alle Werkstätten besichtigt werden. Die Mitarbeiter waren am Aufräumen oder bereiteten ihren Urlaub vor. "Das bringt zu viel Unruhe", bat Gabriele Schulze-Schilddorf vom Leitungsteam um Verständnis. Hier und da wurden aber dann doch Bekannte stürmisch umarmt und die verrichtete Arbeit stolz präsentiert. Viel Bewunderung gab es für die gelungene Architektur der Häuser und die wunderschöne Gartenanlage, welche von den eigenen Gärtnern gepflegt wird. "Es ist eine lebenslange Beziehungsarbeit", sagte Danner über die Arbeit und das Zusammenleben von Betreuern und betreuten Menschen. Wer als Besucher in die glücklichen Augen der Bewohner schaut, der weiß, dass diese Arbeit hervorragend erledigt wird.
Autor: Gerda Oswald





