Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
02. Januar 2010
Eine Solaranlage als "Mutprobe"
Gundelfinger Spendern finanzieren zwei Großprojekte in dem indischen Kinderheim.
GUNDELFINGEN/Naya Jeevan (ast). Seit 1995 helfen Gundelfinger den Kindern im indischen Kinderdorf Naya Jeeva, in dem sie an den Verein "Indienhilfe Wasser ist Leben" spenden. Auf das vergangene Jahr blickte nun die Vorsitzende des Vereins, Gerda Geretschläger, zurück und bedankte sich auch im Namen der Schwestern "Helpers of Mary", die das Kinderdorf in Indien unterhalten, für die Großzügigkeit der Gundelfinger Spender.
"Jetzt zum Ende des Jahres können wir festhalten: Mutprobe bestanden", schreibt die Vorsitzende in ihrem öffentlichen Weihnachtsbrief. Beide Großprojekte, die im Februar "wagemutig beschlossen" wurden, sind mittlerweile umgesetzt. "Die Solaranlage für die Beleuchtung der Wege, Haustüren und für die 105 Lampen in den Innenräumen funktioniert einwandfrei." Außerdem wurde der Rohbau für das Kinderhaus hochgezogen, so dass der Einweihung im Januar nichts im Wege steht. Im neuen Kinderhaus ist eine Krankenstation vorgesehen. "Krankheiten wie Lepra und Tuberkulose sind wieder stark auf dem Vormarsch und natürlich Aids. Wir haben lange Wartelisten", schreibt Schwester Priya, die Leiterin des Kinderdorfs. Wenn die Leprawelle wieder abgeebbt ist, soll das Haus in ein Pflege- und Betreuungszentrum für Kinder mit Aidserkrankungen umfunktioniert werden. Denn immer mehr infizierte Frauen stecken ihre Kinder während der Schwangerschaft, Geburt oder über die Muttermilch an. "Noch gibt es keine ausreichende Vorsorge, um die Weitergabe des Virus von der Mutter an das Kind zu verhindern", so Schwester Priya.
Werbung
Jetzt schon kümmern sich die Marys-Schwestern um 45 infizierte Kinder, die im Kinderdorf in der auf Aids spezialisierten Kinderstation "Ish Kripa" ("Haus der Gnade") leben. Die Kinder erhalten Medikamente, aber auch Geborgenheit und liebevolle Fürsorge. "Die Schwestern tun alles, damit die Kinder so normal wie möglich aufwachsen können", sagt Geretschläger. Regale für Spielsachen wurden eingerichtet, ein indischer Unternehmer sorgte für drei Schulräume samt Ausstattung. "Große Probleme bereiten die heranwachsenden Jungen - kein Heim will sie aufnehmen, da die Verletzungsgefahr sehr hoch ist", schreibt Schwester Priya weiter.
Neben der finanziellen Unterstützungen nahmen zum Beispiel die Gundelfinger Grundschüler ihre Patenschaft mit dem Kinderdorf sehr ernst: Aus dem Schulfesterlös der Johann-Peter-Hebel Schule wurden 3 Kühe, 700 Küken, Regenbekleidung und Sandalen für jedes Kind gekauft. Gundelfinger Theater - und Flöten-Kindergruppen sorgten für Obstaktionen und eine Kleiderspende für die Schulkinder von Malwani. Gundelfinger Frauengruppen bastelten und strickten für die Finanzierung von zwei Nähkursen mit je 15 Frauen. Ein "Indientag" an der Grundschule, bei dem Kuchen verkauft wurde, brachte dem Kinderdorf einen neuen Kühlschrank ein. Immer wieder wurde das Hilfswerk bedacht. Aus dem Vermächtnis eines Gundelfinger Ehepaars wurde die E.C.H.O. Stiftung am 17.Juni mit einem Stiftungsvermögen von 300 000 Euro gegründet. Mit den daraus kommenden Stiftungserträgen (den Zinsen des Kapitals) werden die ärmsten Kinder unter der Obhut der Helpers of Mary unterstützt. Insgesamt betreuen die Marys täglich 15.000 Kinder und Jugendliche.
Das Kinderdorf "Naya Jeevan" liegt etwa 80 Meilen von Bombay entfernt. Die christliche Ordensgemeinschaft Helpers of Mary, haben es gegründet, um armen Mädchen Erziehung und Schulausbildung zu geben. Gerda Geretschläger arbeitete dort als Lehrerin von 1966 bis 1969 mit.
Autor: ast
