Eine weitere Hürde ist genommen

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Fr, 07. Dezember 2018

St. Märgen

"Schuler Landtechnik" möchte Standort am Thurner erweitern / Gemeinderat befürwortet Änderung des Flächennutzungsplans.

ST. MÄRGEN. Die Schuler Landtechnik GmbH & Co. KG hat eine weitere Hürde genommen. Der Rat der Gemeinde St. Märgen stimmte einstimmig einer Flächennutzungsplanänderung des Gebietes "Thurner nördlich der B 500" zu. Damit hat der Landtechnik-Betrieb, der in vierter Generation seinen Standort am Thurner hat, womöglich schon bald die Möglichkeit, seinen Betrieb wie angestrebt zu erweitern (die BZ berichtete).

Das Ganze ist allerdings ein nicht ganz einfaches Verfahren, da die "Thurnerschmiede" in einem Landschaftsschutzgebiet liegt und die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald befindet, dass das Vorhaben dem Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes zuwiderlaufe. Dennoch kommen gleich zwei Gutachten zum Schluss, dass das Gebiet "zur Sicherung und Erweiterung des Thurners als Standort für land- und forstwirtschaftliche Nutzung" geeignet ist. Schließlich sei die Erweiterung erforderlich, um den Fortbestand des Unternehmens und die damit verbundenen Arbeitsplätze zu sichern. Daher müsse die Gemeinde St. Märgen einen Bebauungsplan erstellen.
Dazu muss der Flächennutzungsplan im Bereich Thurner punktuell in der Größe von knapp einem Hektar geändert werden. "Entsprechend dem Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg von 2002 ist es ein verbindliches Ziel, die Siedlungsentwicklung am Bestand auszurichten", heißt es im Gutachten des Büros "fsp-Stadtplanung". Diese Zieldefinition enthalte aber eine Regel-Ausnahme-Struktur, "worunter die vorliegende Planung einzustufen ist, da die geplante Erweiterung an den vorhandenen gewerblichen Betrieb gebunden ist".

Die geplanten Vorhaben umfassen die Erweiterung der bestehenden Werkstatt und Schaffung neuer Montageplätze, die Errichtung einer Bremsprüfanlage für Traktoren, eine Waschhalle, ein Schauraum für Landmaschinen, ein Verkaufsraum sowie die Erweiterung von Sozialräumen und der Betriebsleiterwohnung.
Die erforderliche Umweltprüfung durch das Büro "faktorgrün" kommt zu dem Schluss, dass die benötigten Flächen für die Erweiterung mit einem Landschaftsschutzgebiet nicht vereinbar sind und damit eine Änderung des Landschaftsschutzgebietes vonnöten ist. Die Flächen seien aber aus landschaftsplanerischer Sicht für die geplante Nutzungsänderung geeignet. Schließlich bestehe bereits eine Anbindung an den Spirzen und gebe es keine Bedenken für die Gesundheit und Erholung des Menschen. Auch hinsichtlich der Kriterien Landschaftsbild, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser und Luft gebe es keine bis wenige Einschränkungen. Lediglich beim Artenschutz müsse beim Bebauungsplan berücksichtigt werden, weil es in diesem Bereich eine gebäudenutzende Fledermausart gebe.

"Landmaschinen Schuler muss expandieren", berichtete Bürgermeister Manfred Kreutz und machte deutlich, dass dies in der Gemeinde der einzig mögliche Ort für eine Erweiterung sei. "Wir haben derzeit keine Flächen, die für eine Umsiedlung dieses traditionellen Betriebs in Frage kommen könnten", fügte er hinzu.