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10. Juli 2012
Eine wichtige Brücke in die Stadt
Der Sportverein Kolleg St. Blasien feiert die Gründung vor 50 Jahren mit einem Festakt im Festsaal der Internatsschule.
ST. BLASIEN. Vor 50 Jahren wurde der Sportverein Kolleg St. Blasien gegründet, am Samstag wurde der Anlass mit einem Festakt gefeiert. Dabei waren auch die Gründungsmitglieder Wolfgang Laufer und Johann Foidl. Mit "JeSET", dem großen Sportturnier der Jesuitenschulen, wurde ein besonderer Rahmen für das Jubiläum geschaffen.
Sport gehörte vor fünf Jahrzehnten noch längst nicht zum Profil des Kollegs, erinnert sich Wolfgang Laufer am Samstag. Zusammen mit Johann Foidl war er von den beiden Abiturienten Clara Polzer und Till Möcklinghoff zu den Anfangszeiten befragt worden. Als er an die Schule kam, sei das Fach im Stundenplan noch nicht verankert gewesen, erinnert sich Laufer. Nur außerhalb des Unterrichts hätten die Schüler damals Sport getrieben. Und nachdem er das eines abends in kleiner Runde am Stammtisch moniert habe, folgte wenige Tage später ein überarbeiteter Stundenplan, der immerhin einige Sportstunden enthielt. Um aber noch intensiver die verschiedenen Sportarten betreiben und an den Verbandsrunden teilnehmen zu können, wurde schließlich der Sportverein gegründet.Werbung
Und seither, gehört der Sport zum Kolleg, wissen der heutige Vorsitzende des Sportvereins Kolleg, Ekkehard Kempf, und der SV-Geschäftsführer Günter Mingram. Starke Förderer finde der Verein dabei stets in der Kollegsleitung.
Aber auch der SV Kolleg sei den Veränderungen unterworfen, die viele Vereine heute beschäftigen: Die Zahl der jungen Sportler und der Betreuer wird kleiner – oft müssen Kooperationen eingegangen werden. Ist der Vereinssport dann überhaupt noch zeitgemäß, wenn man doch auch ganz individuell ohne zeitliche Vorgabe und Gruppenzwang sportlich aktiv sein kann? Das fragte Kempf in seiner Rede, um dann zu einer Antwort hinzuführen: In einer Mannschaft entstehe ein Teamgeist, werde Verantwortungsgefühl geweckt, erlebe man gemeinsam besondere Momente, wenn eine Mannschaft zum Beispiel einen sportlichen Sieg errungen hat.
Als Mentoren übernehmen heute Schüler Verantwortung im SV und dadurch werde deren Selbstvertrauen gestärkt und die Selbstdisziplin gefördert. Und mit Blick auf das spätere Berufsleben sei es auch hilfreich, einmal Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen. Also gerade für die Entwicklung der Schüler sei der Vereinssport – vor allem in der Mannschaft – ein wichtiges Angebot.
Der Sport baue Brücken, stellte Mingram fest. Und Brücken seien mit Hilfe des SV Kolleg auch zur Stadt gelungen – auch in der kommenden Saison wird es wieder eine Fußball-Spielgemeinschaft mit der Sportverein St. Blasien geben. Dass über den Sport der Kontakt zwischen Kollegianern und Nicht-Kollegianern gefördert wird, konnte auch Bürgermeister Rainer Fritz bestätigen, der selbst früher im Kolleg Sport treiben durfte. Dass auch über den SV Kolleg dieser Kontakt zwischen Einheimischen in Internen entstehen könne, sei ein guter Grund das Jubiläum zu feiern.
Der Sport gehöre "sehr zum Kolleg" sagte dessen Direktor, Pater Klaus Mertes, das Angebot werde stark nachgefragt. Der Sport sei wichtig, denn in keinem sonstigen Rahmen könne man Siege erringen, ohne den Besiegten zu erniedrigen. Nirgendwo sonst könne man Niederlagen erleiden und dabei nicht verbittern.
Gratuliert wurde dem SV Kolleg auch vom Südbadischen Fußballverband. Dessen Vertreter Ulrich Müller hob hervor, dass viele Nationen und Kulturen durch den Sport integriert werden. Glückwünsche kamen auch vom früheren und zukünftigen Partner Sportverein St. Blasien sowie vom SV Grafenhausen, der oft als Trainingspartner zur Verfügung steht.
Welche Bedeutung der Sportverein für die Schüler des Kollegs hat, wurde auch in einem besonderen Geschenk deutlich: Still und am Rande des Festaktes übergab die Geschäftsführerin des Fördervereins des Kollegs, Verena Friedlein, dem SV einen Spende in Höhe von 1000 Euro für die Aus- und Weiterbildung der Schüler.
Autor: Sebastian Barthmes



