Einstimmen auf die "beste Zeit des Jahres"

Helmut Rothermel

Von Helmut Rothermel

Di, 02. Dezember 2014

Gundelfingen

Begeisterndes Adventskonzert der Musikschule im Breisgau gemeinsam mit dem Gundelfinger Kammerchor Cantemus.

GUNDELFINGEN. Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr hatten sich der Kammerchor Cantemus und die Musikschule für ihr gemeinsames Konzert wieder etwas Besonderes zur Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit einfallen lassen. Unter dem Titel "The very best time of year" war ein Querschnitt anspruchsvoller festlicher Musik für Chor und Instrumente zu hören. Das Besondere: Das Publikum in der Festhalle durfte nicht nur zuhören, sondern auch einige Lieder mitsingen.

Chorleiter Bernhard Schmidt und der stellvertretende Leiter der Musikschule Lutz Thormann hatten gemeinsam mit den sieben mitwirkenden Lehrern ein umfangreiches Programm mit bekannten und weniger bekannten Stücken zusammengestellt und das Auditorium zu einem "Spaziergang durch die ganze Welt" eingeladen.

Der Abend begann traditionell mit dem Lied "Lasst uns froh unter munter sein", von Publikum und Chor gesungen und vom Streicherensemble der Musikschule begleitet. Gemeinsam vom ganzen Saal angestimmt wurden im Laufe des Abends noch vier weitere bekannte Weihnachtslieder. Der zeitliche Rahmen der 22 vorgetragenen Stücke reichte von der Spätrenaissance bis zur Gegenwart; zu hören waren Lieder aus dem deutschen Sprachraum, aus England, Italien und Dänemark. Neben den beiden Streicherensembles der Musikschule spielten die 28 beteiligten Kinder und Jugendlichen auf der Blockflöte, dem Violoncello, Klavier und Tambourin. In einem modernen Stück des dänischen Komponisten John Hoybye war sogar ein E-Bass zu hören.

Das älteste der vorgetragen Stücke war die "Canzona la Bernardinia" von Girolamo Frescobaldi (1583-1643) mit geradezu ätherischer Klanglichkeit der Flöten. Ebenfalls aus Italien kommt das Lied "Tu scendi dalle stelle" ("Du steigst von den Sternen herab"), welches Dirigent Bernhard Schmidt als "Stille Nacht" des südeuropäischen Landes vorstellte.

Neben dem Erlöser Christus ist die Gottesmutter die zentrale Gestalt der Weihnachtszeit. Ihr waren, wie Dirigent Bernhard Schmidt formulierte, in einem "Marienblock" drei Lieder gewidmet. Neben den bekannteren "Maria durch den Dornwald ging" und "Magnificat" die "Santa Maria" des bereits erwähnten John Hoybye mit ausgeprägtem Rhythmuswechsel. Neben Stücken von Johann Sebastian Bach in Bearbeitung für Blockflötenquartett gab es einen Ausflug in die Wiener Klassik mit Stücken von Ludwig van Beethoven und Wolfgang Amadeus Mozart. Als Finale stimmten Chor und Ensemble gemeinsam "Tochter Zion" von Georg Friedrich Händel an. Souverän geleitet wurde das eineinhalbstündige Konzert von Bernhard Schmidt, dem musikalischen Leiter von "Cantemus". Der Gundelfinger Kammerchor mit seinen rund 50 Sängerinnen und Sängern bewies einmal mehr, dass er seit seiner Gründung 2012 eine äußerst beachtliche musikalische Entwicklung zu verzeichnen hat. Stimmgewaltig und ausdrucksstark ist stets die pure Lust am Singen spürbar.

Beeindruckend auch das musikalische Können der Kinder und Jugendlichen. Man konnte hören, welch hervorragende Arbeit an der Musikschule geleistet wird. Insgesamt war das anspruchsvolle und spannende, mit viel Beifall bedachte Konzert ein wirklich erfreulicher Kontrapunkt zu der bald wieder beginnenden Berieselung mit seichter Jingle-Bells-Musik.