Die Causa Scholl

EINWURF: Schade, aber konsequent

Laetitia Bürckholdt

Von Laetitia Bürckholdt

Fr, 11. August 2017

Kommentare

Experten sind wichtig für Journalisten. Sie helfen, zu verstehen – um das Verstandene anderen verständlich zu machen. Im TV-Sportjournalismus sind Experten außerdem als Prominente gefragt, die den Unterhaltungswert manch zäher Sportveranstaltung aufwerten sollen. Experten sind wichtig – aber sie selbst sind keine Journalisten. Deshalb sollten sie sich auch nicht in die Programmgestaltung einmischen. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen seiner Informationspflicht nachkommt und einen Beitrag über Doping im Rahmen des Confed Cups in Russland sendet, dann ist es nicht die Aufgabe eines Sportexperten, diese Entscheidung anzuzweifeln oder zu versuchen, Druck auszuüben. Dass Mehmet Scholl es dennoch getan hat, passt zu ihm. Er ist nicht der Typ, der sich den Mund verbieten lässt. Er ist intelligent und fachkundig, aber auch meinungsstark. Deshalb ist er beim Publikum so beliebt. Dass sich die ARD und Scholl nun getrennt haben ist für den Zuschauer schade, aber konsequent. Von beiden Seiten.