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10. Oktober 2016

Geschick, Geschichten und Gesang

Ein Abend voller Kurzweil und Amüsement: Vierte Auflage der Offenen Bühne in Bubenbach zeigt viele Talente.

  1. Zuschauer durften es erst selbst probieren, bevor Simon und Jakob Hacker zeigten, wie Profis das japanische Spiel Kendama beherrschen. Foto: Gert Brichta

  2. Felix Villalobos aus Chile brachte Musik aus seiner Heimat auf die Bühne. Foto: Gert Brichta

  3. Musik fürs Herz: Die „Seppl Musik“ spielte alpenländische Liebeslieder und Austro-Pop. Foto: Gert Brichta

EISENBACH. Es war die vierte Auflage der Offenen Bühne in Bubenbach – jene Plattform für Künstler jeglichen Genres, die stets auf großen Zuspruch des Publikums trifft. Zwar tritt dabei der Förderkreis Kreatives Eisenbach als Veranstalter auf, doch letztlich ist Thomas Schwörer Motor, Organisator und Moderator. Und er hatte es einmal mehr geschafft, viele unterschiedliche Talente auf die Bühne zu holen.

Den Auftakt im Reigen der Offenen Bühne machte die "Seppl Musik", ein Trio aus Rötenbach, welches seit Jahren schon gemeinsam musiziert. Martin Fies, Sebastian Schmidt und Christoph Birkenmeier begeisterten mit alpenländischen Liebesliedern und wählten dabei Melodien bekannter österreichischer Liedermacher wie Rainhard Fendrich ("Weus ’d a Herz hast wia Bergwerk) oder Wolfgang Ambros aus und verbreiteten damit den Charme des Austro-Pops im Hochschwarzwald. Es war Musik fürs Herz – die Damen im Publikum schmolzen geradezu dahin.

Geschicklichkeit pur boten Simon und Jakob Hacker aus Stuttgart, die Enkel des viele Jahre in Eisenbach praktizierenden Arztes Joachim Hacker. Sie präsentierten unter anderem Kendama, ein japanisches Geschicklichkeitsspiel. Ihr Können darin haben sich die beiden 14- und 16-jährigen Brüder durch intensives Üben angeeignet. Bis zu fünf Stunden täglich trainieren sie. Simon Hacker holte sogar den Deutschen Meistertitel in Berlin. Die Beiden begeisterten das Publikum mit absoluter Perfektion.

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Felix Villalobos aus Chile, der seit wenigen Monaten in Bubenbach lebt und hier über Vermittlung des Deutschen Roten Kreuzes im sozialen Bereich tätig ist, ergänzte die erste Hälfte des Reigens. Im landestypischen Poncho bot er auf seiner Gitarre Musik aus seiner Heimat, angefangen vom Bolero bis hin zu chilenischen Volksweisen, begleitet von zwei jungen Damen, die ihn rhythmisch unterstützten beziehungsweise zur Musik tanzten. In seiner Heimat tritt er zusammen mit seiner Band "Los choros del canasto" auf. Und so begann die erste Hälfte der offenen Bühne mit Begeisterungsstürmen: Die Künstler wurden nicht ohne Zugabe entlassen.

Nach der Pause ging es weiter mit Augustin Knöpfle vom Fahlenbach, einem Seitental von Urach, weiter. Thomas Schwörer präsentierte ihn als Sängerfreund, mit dem er gemeinsam im Männergesangverein Schollach musiziert. Und so kam es, dass die beiden den Auftritt musikalisch begannen, bevor Augustin mit seinen Vorträgen begann. Heiter, überspitzt und pointiert schilderte er seinen familiären Hintergrund: Sie seien acht Kinder gewesen, vier Buben, zwei Mädchen und zwei andere, gemeint Zwillinge. Sie seien eine sehr musikalische Familie, alle waren sehr "liederlich". Schulisch war er auch sehr erfolgreich, sechs Jahre lang verbrachte er im ersten Schuljahr und danach sei er Umschüler geworden. Mit einem Zungenbrecher zum Thema "Beutelratten" fuhr er fort und endete mit der verbalen Betrachtung der weiblichen Oberweite. Er hatte die Lacher auf seiner Seite. Gespürte und erlebte Schwarzwälder Geschichte integrierte Marita Fochler in ihre Erzählungen. Perfekt versteht sie es, Sagen und dazu passende Informationen zu verflechten und somit mitreißende Geschichten über das Leben auf einem Schwarzwälder Bauernhof zu skizzieren. Mit einem Schmankerl beendete sie ihre Erzählungen und schilderte, wie ein Norddeutscher in Sommerau drei Wochen Urlaub. Doch langanhaltender Regen und Kälte herrschten dort in diesem Sommer. Warum der Ort eigentlich Sommerau heiße, wo es doch so kalt sei, wollte er schließlich wissen. Zur Antwort bekam der norddeutsche Feriengast: "Bei euch isch’s nur im Winter kalt, bei uns im Sommer au".

Den krönenden Abschluss boten Vera Maier und Thomas Allgeier mit ihren Tavernenliedern. Harmonisch und wehmütig begleitete Thomas Allgeier auf dem Akkordeon, Vera Maier sang mit kräftiger und ausdrucksvoller Stimme. Sie ließ Erinnerungen an die großartige Chansonsängerin Edith Piaf aufkommen, das unvergessliche "Milord" schmettere sie mit Hingabe. Nicht minder von kraftvollem Ausdruck geprägt war ein weiterer Beitrag, das durch Hildegard Knef bekannt gewordene Lied "Für mich soll’s rote Rosen regnen". Übrigens: Thomas Allgeier lebte lange Jahre selbst in Bubenbach, seine Eltern waren hier als engagierte Pädagogen tätigt.

Die beiden Musiker setzten einen hervorragenden Schlussakzent unter einen Abend, der kurzweilig und amüsant war und der das Publikum mitriss. Viel Lob gab es für Thomas Schwörer und den Förderkreis für die Veranstaltung.

Autor: Gert Brichta