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13. Januar 2012

In Eisenbach lebt die Kultur

Förderverein Kreatives Eisenbach zieht Jahresbilanz / Joanna Maxellon ist neue Dorfschreiberin.

EISENBACH. Der Förderverein Kreatives Eisenbach hat sich in seiner siebenjährigen Existenz bewährt, lockt mit seinen Aktivitäten zwar nicht das große Publikum, sorgt dafür jedoch mit kleinen und feinen Akzenten für eine Nische im kulturellen Leben der Hochschwarzwaldgemeinde. Jürgen Holtz und Karl Meister führen den Kreis und sorgen für ein abwechslungsreiches Jahresprogramm, über das in der Jahresversammlung diskutiert wurde. Höhepunkt ist jedes Jahr die Einladung eines Dorfschreibers.

Im vergangenen Jahr ist der Hauptinitiators des Förderkreises, Ulrich Beer, gestroben. Renate Holtz verlas zum Gedenken zwei Gedichte aus dessen Feder. Jürgen Holtz erinnerte in seinem Rückblick an die Dorfschreiberin Brigit Maiwald, die sich übrigens während ihres Aufenthaltes in Eisenbach verlobte und mittlerweile verheiratet ist. Der "Markt der schönen Dinge" soll in diesem Jahr wiederholt werden. Die Ausstellung der Hobbykünstler war ein weiterer Höhepunkt im Reigen der Veranstaltungen. Für Maria Beushausen, die Kassiererin des Förderkreises, ist all dies stets ein Kraftakt, der nur dank großzügiger Spender, dazu zählt auch die Ulrich-Beer-Stiftung, finanzhiell zu bewältigen ist.

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Die neue Dorfschreiberin Joanna Maxellon soll am Sonntag, 5. Februar, um 19 Uhr im Haus des Gastes in Bubenbach offiziell begrüßt werden. Die diplomierte Medienkünstlerin, Dokumentarfilmerin und Autorin wurde im schlesischen Bielszowice (Polen) geboren und absolvierte ein Studium der Klassischen Literatur, Philosophie und Orientalistik an der Universität Krakau. Zudem studierte sie Freie Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg sowie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe im Fachbereich Medienkunst.

Mit Kindern und Jugendlichen wird ein Drehbuch geschrieben

Fotoreportagen über algerische Frauen in Frankreich sowie für die UNO, die sich mit der Arbeit im Kriegsgebiet von Bosnien beschäftigten, gehörten zu ihrem Aufgabenspektrum. Sie zeigte ihre Bilder in Ausstellungen in Nürnberg, Krakau, Wertheim, Frankfurt/Main, Berlin, Stuttgart und Marseille und erhielt bereits eine Fülle von Auszeichnungen und Stipendien. In Eisenbach möchte Joanna Maxellon gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen eine Dokumentation umsetzen und ein Drehbuch schreiben. Drei Monate wird sie im Beierleshof in Schollach wohnen.

Am 5. Mai ist die Neuauflage des Maimarktes geplant. Weiter laufen wird das Buchprojekt mit der Lichtenbergschule. Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse der Hauptschule haben in den Jahren 2010 und 2011 die Geschichte des Bergbaus aufgearbeitet, die vierte Klasse beschäftigt sich gegenwärtig mit Straßen- und Flurnamen, gemeinsam mit der früheren Dorfschreiberin Barbara Bollwahn wird daraus ein neues Werk entstehen. Auch das szenische Spiel mit Daniel Wangler soll fortgesetzt werden, Ausdrucksgestaltung und Körpersprache stehen dabei im Vordergrund. Schließlich bietet der Förderkreis auch einer Nische für Liebhaber der Literatur. Ein Lesekreis mit gegenwärtig 13 Personen existiert seit längerer Zeit, Neuerscheinungen werden hier erörtert und diskutiert.

Mit einem Gedicht des Schriftstellers Gerhard Jung über den Tod eines geschätzten Mannes, würdigte Gisela Grieshaber zum Abschluss der Jahresversammlung das Wirken von Ulrich Beer.

Autor: Gert Brichta