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08. Februar 2012

Joanna Maxellon zeigt ihr Profil

Eisenbachs Dorfschreiberin hat sich vorgestellt.

  1. Joanna Maxellon, Dorfschreiberin 2012 Foto: Gert Brichta

EISENBACH. Der Förderkreis Kreatives Eisenbach hat am Sonntag Joanna Maxellon vorgestellt, die Dorfschreiberin 2012. Im Haus des Gastes in Bubenbach fanden sich allerdings nur zwei Dutzend Interessierte ein – vermutlich schreckten viele davor zurück, bei –20 Grad Celsius das Haus zu verlassen.

Jürgen Holtz zeichnete Maxellons Werdegang nach. Er führte die Vielzahl von Stipendien und Preisen an, die sie erhalten hat, sowie ihre Studiengänge, von Sprachwissenschaften bis zu Kommunikationsdesign. Sie ist Autorin und Fotografin, Maxellon hat auch eine Reportage über den Krieg in Bosnien verfasst. Holtz beschrieb sie als eine Frau, die rückhaltlos überzeuge. Sie habe ihre Bewerbung schon beim Förderkreis eingereicht, als vor Jahren ein/e Drehbuchautor/in gesucht wurde. Sie blicke hinter die Dinge und habe das Gespür für das Besondere.

Joanna Maxellon selbst präsentierte sich denkbar knapp, zeigte aber zwei Filme, die erkennen ließen, welche Akzente sie setzt und wie sie arbeitet.

So zeigte sie Aufnahmen ihrer Großmutter aus der Schmalfilmzeit, ihre Tante Leni beim Seilhüpfen, Szenen am Strand beim gemeinsamen Urlaub. Fotos verbanden die Filmsequenzen zu einem harmonischen Ganzen, musikalisch umrahmt, perfekt geschnitten und digitalisiert. Die Aneinanderreihung v vermittelte ihre eigene Sprache, wenngleich auf der Tonspur erklärende Worte gesprochen wurden und der Film mit Untertiteln versehen war. Joanna Maxellon hat einen Hang zu persönlichen Foto- und Filmarchiven, das Sammeln und das Verwenden für etwas Neues sind die Herausforderung.

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Keine Dokumentation über Eisenbach

Es folgten Ausschnitte aus einem zweiten Film, gedreht in einer einsamen Region in Ostpommern, in Orten ohne Infrastruktur, man war schon fast geneigt zu sagen, fernab der Zivilisation. Orte, in denen es nichts gibt, kein Ladengeschäft, sondern nur ein Denkmal des Papstes, einen Friedhof, der aus EU-Mitteln geschaffen wurde und der so überdimensioniert ist, dass mehrjährige Epidemien ausbrechen müssten, um ihn nur teils belegen zu können. Sie ließ Menschen erzählen und beschränkte sich auf einfache filmische Mittel. Begeisterung herrschte und nicht zuletzt der Wunsch, den ganzen Film sehen zu dürfen. Er soll Holtz zufolge in Kürze erfüllt werden.

Welche Aufgaben die 42-Jährige übernehmen und welche Schwerpunkte sie setzen will, ist noch nicht besprochen. Die Dorfschreiberin ist spontan und flexibel und versteht es allem Anschein nach, aus wenig viel zu machen. Eisenbach muss sich überraschen lassen. Fest steht – dies untermauerte auch ihr Mann Harald Jantschke, der als Produzent tätig ist – dass keine Dokumentation über Eisenbach entstehen wird, dafür reichten die Zeit und die Mittel nicht.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Jürgen Gauger (Saxophon).

Autor: Gert Brichta