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11. Juni 2012 14:13 Uhr

Parlamentswahlen

Elsass wählt konservativ – Gegen den nationalen Trend

Frankreich rückt nach links, doch das Elsass stemmt sich gegen den Trend. Im ersten Wahlgang zur Nationalversammlung hielt es der konservativen UMP die Treue.

Nach den vorläufigen amtlichen Ergebnissen entfielen am Sonntag 39,8 Prozent der Stimmen auf die Konservativen. Abgefallen ist die rechtsradikale Nationale Front (FN), die sich lediglich in einem südelsässischen Wahlkreis für die zweite Runde am kommenden Sonntag halten kann. Das Mehrheitswahlrecht benachteiligt kleine Parteien, obwohl in der Region mit 17,3 Prozent mehr Bürger für die FN stimmten als für die Sozialisten (16,9).

Der landesweite Linksrutsch der Präsidentenwahl hat jedoch auch im Elsass die konservative Mehrheit erschüttert. In der ostfranzösischen Region dicht an der deutschen Grenze wurden nur drei UMP-Politiker direkt gewählt. Ganz anders als bei den letzten Wahlen 2007: Da hatten schon elf Konservative in den insgesamt 15 Wahlkreisen im ersten Wahlgang den Sieg in der Tasche.

Nach Einschätzung des Straßburger Politologen Richard Kleinschmager dürfte am kommenden Sonntag jedoch ein ähnliches Ergebnis zu erwarten sein. Die Konservativen seien gut aufgestellt und würden in mindestens zehn bis elf Wahlkreisen die sozialistischen Gegenkandidaten schlagen, sagte er im regionalen Rundfunk. Das unerwartet schwache Ergebnis der FN erklärte Kleinschmager mit dem fehlenden Profil ihrer Kandidaten. "Die FN ist eine Partei der Präsidentenwahl. Die Leute stimmen für die Spitzenkandidatin Marine Le Pen, doch bei Parlamentswahlen muss die FN dafür büßen, dass sie keine anerkannten Persönlichkeiten hat, die an der Basis arbeiten."

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Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde blieb mit 54 Prozent unter dem nationalen Ergebnis von 60 Prozent.

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Autor: dpa


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