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02. März 2010

Amtshilfe für mögliche Grenzgänger

Arbeitsagentur Freiburg und ihre Pendants im Elsass und der Nordwestschweiz intensivieren grenzüberschreitende Jobvermittlung.

  1. Jürgen Meier, einer von 14 Eures-Beratern am Oberrhein Foto: I. Schneider

Der Arbeitsmarkt in den Nachbarregionen Elsass und Nordwestschweiz wird für die Menschen aus dem Raum Freiburg transparenter: Die deutschen, französischen und Schweizer Arbeitsverwaltungen tauschen nun ihre Stellenangebote aktiv aus – und wollen so die Mobilität der Arbeitnehmer im Dreiländereck über die Grenzen hinweg unterstützen.

Trotz durchlässiger Grenzen am Oberrhein erscheint die Jobsuche im Nachbarland vielen nach wie vor nicht so ganz simpel – für die Deutschen insbesondere die Suche im Elsass. Ein grenzüberschreitendes Team der Arbeitsverwaltung sorgt seit September für Abhilfe und macht die Arbeitsmärkte transparenter. Zuvor mussten sich Arbeitssuchende auf eigene Faust durch die Stellenangebote im jeweiligen Zielland wühlen, nun arbeiten die Freiburger Mitarbeiter der Agentur für Arbeit mit ihren französischen Kollegen Hand in Hand: "Der Austausch von Stellenangeboten und Bewerbern mit ,Pôle emploi’ in Colmar und Mulhouse ist gut angelaufen", freut sich Norbert Mattusch von der Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Freiburger Arbeitsagentur. Mit der Schweiz gebe es auch schon aktiven Austausch, doch der Umfang sei noch ausbaufähig.

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Datenbanken werden bisher nicht miteinander gekoppelt

Datenbanken werden bisher übrigens keine gekoppelt – die trinationale Vermittlung erfolgt händisch. Ergänzt wird sie durch die bewährte Eures-Beratung (siehe Infobox). Arbeitssuchende, Grenzgänger und Arbeitgeber können sich bei insgesamt 14 Eures-Beratern, die entlang des Oberrheins im Einsatz sind, kundig machen. "Die Berater haben regelmäßig Sprechstunden im jeweils anderen Land und halten Bewerbertrainings ab.", sagt Norbert Mattusch.

Nur etwa 300 Menschen aus der Wirtschaftsregion Freiburg pendeln laut Arbeitsagentur zum Arbeiten ins Elsass, wesentlich mehr Franzosen indes überqueren den Rhein in Richtung Deutschland: Allein in den Regierungsbezirk Freiburg pendelten demnach Ende Juni vergangenen Jahres mehr als 12 000 Franzosen. Das Elsass hatte Ende 2009 die höchste Arbeitslosenquote im Dreiländereck mit einer Quote von 8,5 Prozent. Auf der deutschen Seite werde die demografische Lücke mehr und mehr spürbar und Fachkräfte zusehends begehrter, so Mattusch.

Die Franzosen würden deutsche Arbeitnehmer vor allem wegen deren Deutschkenntnissen suchen – für die Kundenberatung oder den Export. "Zuletzt haben wir auch etliche Sprachlehrer vermittelt.", erzählt Mattusch. Inge Janisch ist eine von ihnen. Sie pendelt aus der Region in den Kanton Sierentz bei Mulhouse im Elsass. Die Erzieherin und Neurotrainerin arbeitet dort als Vorschullehrkraft. In Deutschland hatte sie nur einen befristeten Minijob. "Die Elsässer haben händeringend Pädagogen gesucht, die Deutsch unterrichten können.", erzählt Inge Janisch. Über den amtlichen Austausch ihrer Bewerberdaten kam die Anstellung zustande.

Die Mehrheit der deutschen Pendler aus der Region zieht es aber in die Schweiz – wo der Verdienst höher ist. Laut den Schweizer Behörden lagen zuletzt 34 000 Grenzgängerbewilligungen für Beschäftigte aus Südbaden vor. "Dorthin vermitteln wir meist Pflegepersonal und Führungskräfte", so Mattusch.

Amaya Liche fährt von Freiburg täglich nach Pratteln im Kanton Basel-Land. Sie unterrichtet dort an einer Grund- und Hauptschule. "Hier ist die Stellensituation derzeit aussichtslos, wenn man keinen 1,1-Schnitt hat und keine zwei Jahre Berufserfahrung", berichtet die Lehrerin.

EURES

Das Eures-Netz (European Employment Services) der EU unterstützt die Mobilität von Arbeitnehmern durch Infos zu allen Belangen des grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts. Am Oberrhein heißt der trinationale Beratungsverbund Eures-T-Oberrhein, wobei Arbeitsverwaltungen, Kommunen, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften kooperieren (http://www.eures-t-oberrhein.eu  

Autor: acb

Autor: Anette Bender