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20. April 2009 19:27 Uhr

Hochgeschwindigkeitszug

Ausbau der TGV-Strecken: Paris rückt näher

An den TGV-Strecken Ost und Rhein-Rhone stehen die Wichen auf Start: Bis Ende Juni könnte die Finanzierung des letzten Abschnitts Paris-Straßburg stehen. Zwischen Mulhouse und Freiburg fährt der TGV vielleicht schon Ende 2012.

  1. Momentan braucht der TGV von Straßburg nach Paris 2:20 Stunden. Bald könnten es nur noch 1:45 Stunden sein. Foto: ImageForum

STRASSBURG. Derzeit braucht der TGV 2:20 Stunden zwischen Straßburg und Paris. Nach dem Ausbau des geplanten 106 Kilometer langen Streckenabschnitts schrumpft die Reisezeit auf 1:45 Stunden. Für diesen Ausbau der europäischen Schnellzugstrecke zwischen Paris und Bratislava berechnen die Planer rund zwei Milliarden Euro. Davon sollen rund 500 Millionen durch die Gebietskörperschaften gestemmt werden. Die verbleibenden 1,5 Milliarden zahlen der französische Staat, die EU und die französische Schienennetzgesellschaft RFF.

"Die Verhandlungen darüber, wer wieviel zahlt, sind gut vorangeschritten", sagt Straßburgs Bürgermeister Roland Ries. Demnach würde das Elsass die Hälfte des Beitrags der Städte und Kommunen tragen, also 250 Millionen Euro. Davon entfallen nach jetzigem Stand 118 Millionen auf die Region, 60 auf das Departement Unter- und 20 Millionen auf Oberelsass. 30 zahlt Straßburgs Stadtgemeinschaft CUS, rund 6 Millionen Mulhouse und 3 Millionen Colmar. Nach den Ausschreibungen könne man dann 2010 mit den Bauarbeiten beginnen, so Ries. "2013 oder 2014 sehe ich die Inbetriebnahme", sagt das Stadtoberhaupt.

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Auf der TGV-Strecke Rhein-Rhone sieht es für die deutsch-französische Verbindung auch gut aus. Der elsässische Regionalrat hat eine Vorstudie zum Ausbau der TGV-Verbindung zwischen Mulhouse und Freiburg 250 000 Euro ausgegeben. Die Region will zeitgleich den Regionalverkehr zwischen Mulhouse und Mülheim planen. Ende 2012 sollen die ersten Züge über die Strecke rollen. Fünf bis sechs Regionalzüge sollen dann täglich auf dieser Strecke fahren.

Voruntersuchungen haben ergeben, dass auf französischer Seite 2,5 Millionen Euro zusätzlich nötig sind, um die Strecke von TGVs befahrbar zu machen. Sollen die Züge 90 Stundenkilometer fahren können, sind nochmals 2,7 Millionen Euro erforderlich. Das würde die Investition auf französischer Seite auf insgesamt 27,2 Millionen Euro erhöhen. Auf deutscher Seite könnte der TGV ohne weitere Arbeiten mit 80 Stundenkilometern die Strecke bis Mülheim befahren.

Insgesamt steht die Finanzierung der etwa 600 Millionen Euro teuren TGV-Verbindung zwischen Belfort und Mulhouse allerdings noch nicht. Dabei könnte ein präsidialer Trumpf helfen: Im März hat Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy angekündigt, die Vorarbeiten für die Strecke sollten bis 2012 abgeschlossen werden, damit der Bau nahtlos daran anschließen könne.

Autor: Constance Frey