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02. März 2010
Der Trolley blieb am Boden
Im Euro-Airport trafen sich Sammler, die alles Mögliche rund um die Luftfahrt tauschen wollten .
ST. LOUIS . Flugzeuge gab es am Samstag nicht nur auf dem Rollfeld des Euro-Airports in St. Louis zu sehen, sondern auch als kleine Modelle, auf Postkarten, Briefmarken, in Büchern und auf Postern. Im Flughafengebäudes fand der 7. Euro-Airport-Tauschtag und Sammlerbörse der Luftfahrt statt.
45 Aussteller aus Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Holland waren gekommen, um zu tauschen und vor allem zu verkaufen. Da gab es Modellbausätze, Radioteile, Aufkleber, Uniformen, Geschirr, Gläser, Tiere, Wimpel – alles was irgendwie mit der Fliegerei zu tun hat. Richtig viel los war schon am späten Vormittag in der Halle. Die Anbieter – alle begeisterte Sammler – kamen neben den Holländern nicht nur aus dem Dreiländereck, sondern auch aus Frankfurt oder Stuttgart und auch im 400 Kilometer entfernte L’Yonne hatte sich herumgesprochen, dass die vermutlich einzige Börse in einem Flughafen eine gute Sache ist. Viele Anbieter sind schon lange dabei, einige sind zum ersten Mal nach Mulhouse gekommen.Da ist einmal "Wimpel-Willi" Uhlig mit seiner Frau Mick aus Chemnitz. Er sammelt seit 1959 Wimpel von Fluggesellschaften. Das war in der DDR nicht einfach, alles musste per Post erledigt werden. Mittlerweile ist seine Sammlung auf 1350 Exemplare angewachsen, 2001 kam er damit ins Guinness-Buch der Rekorde. Über das Internet erfuhr er von der Börse in Mulhouse und machte sich in diesem Jahr erstmals auf den langen Weg. Er verkauft allerlei Anstecker und Postkarten, will sich in Zukunft jedoch nur noch auf die Wimpel beschränken.
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Dieter Moschberger aus Stuttgart war ebenfalls zum ersten Mal dabei. Er ist zufällig im Internet auf Mulhouse gestoßen. Nun bietet er vor allem wunderschöne Holzmodelle an, da er seine Sammlung von Flugzeugmodellen verkleinern möchte. Darunter sind Militär-Flugzeuge – das älteste ist im Original 1916 gebaut worden – und ein buntes Modell aus Kuba, aus Blechdosen hergestellt. Platz braucht der Sammler für so ein Flugzeug, außerdem sind sie nicht billig. Das Geschäft lief für Dieter Moschberger am Vormittag nicht so gut, "das Geld sitzt nicht mehr so locker" vermutet er.
Zwei Schaufensterpuppen in schicken Uniformen umrahmen den Stand von Frank und Holger Benz aus Hartheim. Sie sammeln alles was mit der schweizerischen Zivilluftfahrt zu tun hat. Da steht im Hintergrund beispielsweise eine große Crossair-Stellwand. Ein Trolley von Swiss-World, einer Firma, die der Swissair Konkurrenz machen sollte, aber nach kurzer Zeit in Konkurs ging, war noch nie in einem Flugzeug. Das sind Raritäten, über die sich die Sammler freuen. Oder ein Teil aus der Kabinendecke mit den Ruffunktionen für die Stewardess. Entstanden ist die Sammelleidenschaft der Brüder zu Crossair-Zeiten. Da seien sie öfter geflogen und im Ort hätten Leute gewohnt, die bei Crossair arbeiteten. Über den Austausch seien sie zu Sammlern geworden. Speziell Dinge, die an Bord benötigt werden stehen auf der Sammelliste ganz oben: Zum Beispiel ein ganzer Karton Gläser, aus denen die Erste-Klasse-Fluggäste bei Crossair getrunken haben, oder eine Kollektion Krawatten mit Schmetterlingsaufdruck. Zu Hause hätten sie etwa 40 Uniformen, erzählt Frank Benz, momentan bauten er und sein Bruder im Keller eine vier Meter große Kabine nach.
Entstanden ist die Tauschbörse auf Anregung des Personals, unter dem sich leidenschaftliche Sammler von Aviatik befinden. Veranstaltet wird sie vom Comité Social et Economique (CSE) und der Direktion. Diese unterstützt die Börse, indem sie die Halle kostenlos zur Verfügung stellt Damit soll auch der Bekanntheitsgrad des Flughafens erweitert werden.
Autor: Heidemarie Wussler
