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30. Januar 2010
"Die Debatte ist ein Sturm im Wasserglas"
Euro-Airport informierte die Umweltkommission zu allen relevanten Umweltthemen / Lärmvorsorgeplan.
BASEL (alb). Die Debatte um das Instrumentenanflugsystem ILS 33, das am Euro-Airport (EAP) mehr Südanflüge über Basler Gebiet ermöglicht, scheint sich zu beruhigen. Das zumindest ist der Eindruck des stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerinitiative südbadischer Flughafenanrainer (BISF), Jürgen Fingerle. Den Kritikern des ILS 33 in und um Basel wie dem Schutzverband jedenfalls blase derzeit der politische Wind ins Gesicht. Grundlage dieser Einschätzung sind für Fingerle nicht zuletzt die Ergebnisse der letzten Sitzung der Umweltkommission des EAP im November 2009. Schließlich habe dort mit dem damals federführenden Basler Wirtschaftsdepartement und dessen Vorsteher Jörg Brutschin erstmals auch eine wichtige Schweizer Behörde den Status quo im Prinzip akzeptiert.
In der Mitteilung, in der der EAP die Ergebnisse dieser Umweltkommission dieser Tage offiziell verkündete, liest sich das zwar nicht so eindeutig. Dort heißt es lapidar, die Kommission habe "zur Kenntnis genommen", dass das ILS 33 im Vorjahr für 7,8 Prozent aller Instrumentenanflüge genutzt worden sei. Faktisch aber läuft der Verzicht auf Widerspruch wohl auf ein stillschweigendes Einverständnis hinaus. Zudem wurde festgestellt, dass der EAP das ILS 33 auf Basis internationaler Empfehlungen betreibt. Das heißt vor allem, dass Landungen auf einer Piste nicht mehr erfolgen, wenn der Rückenwind mehr als fünf Knoten beträgt. An der Stellschraube versuchen die Kritiker des ISL 33 zwar seit längerem zu drehen; ihr Ziel ist es, den Richtwert anzuheben auf zehn Knoten. Die Folge wäre, dass wieder fast alle Landungen von Norden her erfolgen könnten. Entscheiden in der Sache aber tut Frankreich. Dort indes ist keine Bereitschaft zu erkennen, von den fünf Knoten abzurücken – zumal auch die dortige Anwohnerinitiative seit langen für eine gerechtere Lastenteilung am EAP eintritt. Damit dürfte das Flugregime bleiben wie es ist. "Die Debatte um das ILS 33 ist ein Sturm im Wasserglas", sieht Fingerle den Punkt zwischen denn auch gelassen.
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Weiterhin befasste sich die der Kommission mit der Verkehrsentwicklung, der Planung und dem Informationsaustausch des EAP. Dieser soll vereinheitlicht und transparenter werden, heißt es in der Mitteilung. So solle der Kontakt mit den Anwohnerorganisationen weiter gepflegt werden, um Informationen zur Beurteilung des Fluglärms besser darstellen zu können. Zudem solle geprüft werden, ob das Reklamationswesen auf eine realistischere Datengrundlage gestellt werden könne. Darüber hinaus suche man Wege, das Anliegen nach Echtzeitinformationen zur Flugsituation bedienen zu können.
Schließlich sei auch der Lärmvorsorgeplan erörtert worden. Dieser stellt aktuellen und künftig geplanten Lärmschutz sowie dessen Folgen für den Flugverkehr vor und wird bald nach französischem Recht öffentlich aufgelegt, wobei Deutschland und die Schweiz einbezogen werden. Darüber hinaus solle der EAP in allen Bereichen umweltgerecht gestaltet werden. Zwar sei das Vorjahr durch ein rückläufiges Verkehrsaufkommen und damit weniger Lärmimmissionen geprägt gewesen. Das sei zwar positiv, hält die Kommission fest, andererseits sei aber auch klar, dass der EAP "für alle drei Länder in seinem Umkreis ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist." Dieses Jahr wird die 2001 gegründete Kommission, der je fünf französische, schweizerische und deutsche Mitglieder angehören, turnusgemäß vom Freiburger Regierungspräsident Julian Würtenberger geleitet.
Autor: alb
