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03. Februar 2012
Gemeinsam für eine neue Brücke
Vis-à-Vis-Zweckverband und Eurodistrikt sehen sich als Partner.
LAHR. Der grenzüberschreitende Zweckverband Vis-à-Vis hält am geplanten Bau einer Rheinbrücke fest. Beim jüngsten Treffen am Montag im Lahrer Rathaus ist für die Fortsetzung einer neuen Machbarkeitsstudie gestimmt worden, nachdem die ursprüngliche Fassung vom Verband abgelehnt worden war. Unterstützung erhofft sich der Zweckverband durch den Eurodistrikt und dessen Generalsekretärin Cordula Riedel, die sich in Lahr vorstellte.
Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, Präsident des Zweckverbandes Vis-à-Vis, und dessen Amtskollege auf Ersteiner Seite, Vizepräsident Jean-Marc Willer, zeigten sich erleichtert über die mehrheitliche Zustimmung des Gremiums und der damit verbundenen Fortsetzung der Machbarkeitsstudie. Bei einer Ablehnung und einer Enthaltung auf deutscher Seite stimmten die Mitglieder mehrheitlich für eine neue, realistischere Studie, nachdem die erste Fassung nicht im Sinne des Auftraggebers ausgefallen war. Müller wies darauf hin, dass es nie die Absicht des Zweckverbandes gewesen sei, eine großdimensionierte Brücke über den Rhein bauen zu wollen. "Somit ging die erste Studie von einer falschen Ausgangslage aus", sagte Müller.Werbung
Für Müller gab es vor der Abstimmung nur zwei Varianten: "Alles abblasen" oder "gemeinsam eine neue Studie in Gang setzen". Die zweite Variante ging von einer bescheideneren Größenordnung auf Höhe Lahr/Erstein aus, die für Fußgänger, Radfahrer und Autos geeignet sei, so Müller. Seit 1976 sei es Ziel der Gemeinschaft gewesen, eine Rheinbrücke zu bauen. Entsprechend habe man in den zurückliegenden Jahren Mittel für eine Studie angespart, sagte Müller. "Es wäre fatal, nicht an dem Projekt festzuhalten", so Müller und Ersteins Bürgermeister Jean-Marc Willer. Gespräche mit dem Conseil Général auf französischer Seite hätten dazu geführt, dass weiterhin Verhandlungsbereitschaft bestehe. Während Dorothee Granderath (Grüne) sich nur für eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke erwärmen konnte, plädierte Traudel Bothor (FWV) für eine bescheidene Brückenvariante. Auch Hermann Burger (CDU) ließ keinen Zweifel daran, dass man am "Königsthema Brücke" festhalten sollte. Kritik übte Roland Wagenmann an der Öffentlichkeitsarbeit im Verband und der Geheimniskrämerei: "Ich habe noch keine Pläne gesehen", sagte Wagenmann und bezeichnete den Brückenbau als "Phantom". Stefan Löhr, der von der Stadtverwaltung die Entwicklung der Studie mit begleitete, stellte klar, dass zwar die Entwurfsstudie geheim gehalten worden sei, die jetzige fertige Studie (die der Zweckverband nicht will) aber zur Einsichtnahme zur Verfügung stehe.
Mit Blick in die Zukunft fielen am Montag die Würfel für eine neue Machbarkeitsstudie für die Rheinbrücke. Auftraggeber sei dann der Vis-á-Vis-Zweckverband. Lokale Aspekte könnten dann besser berücksichtigt werden. Der Conseil Général sei bereit, sich finanziell zu beteiligen. Die Kosten für eine Studie (50 000 Euro) könnten zwischen Zweckverband, Conseil Général und Interreg gedrittelt werden, sagten die Präsidenten.
Von der neuen Generalsekretärin des Eurodistrikts Ortenau/Straßburg, Cordula Riedel, die sich beim Zweckverband vorstellte, erhofften sich Müller wie auch Willer Unterstützung. "Es wäre wünschenswert, der Zweckverband wird Mitglied im Eurodistrikt", sagte Riedel. Die Beteiligten versprachen, künftig noch intensiver zusammen zu arbeiten, um den Prozess Rheinbrücke zu beschleunigen.
Autor: Wolfgang Beck
