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06. März 2010
NOTIZEN AUS DOLE
Nach den letzten offiziellen Statistiken steigt die Zahl der Doler Einwohner und liegt jetzt bei 26167. Im Jahr 2009 wurden im Standesamt 1026 Geburten angemeldet. Die Geburtenrate, also die Anzahl der Geborenen pro Jahr auf 1000 Einwohner, liegt in der Partnerstadt bei 10,36, die entsprechende Sterblichkeitsrate bei 10,09. 87 Ehen wurden geschlossen, aber andererseits auch 70 geschieden. 410 Dolerinnen und Doler haben die seit einiger Zeit bestehende Möglichkeit genutzt, eine vom französischen Staat anerkannte Lebensgemeinschaft zweier nicht verheirateter Personen einzugehen (Pacte Civil de Solidarité, abgekürzt PACS). Dabei sind weniger als 10 Prozent gleichgeschlechtliche Partner.
Das Standesamt gab auch Auskunft über die Vornamen, die Neugeborenen gegeben wurden. Dabei ist eine Tendenz zu bisher weniger gebräuchlichen Namen nicht zu übersehen. So bekamen 12 Jungen den Vornamen Enzo, 11 heißen Nathan, 10 Jules, Lucas oder Maxime, 9 Mathéo, Yanis oder Noah. Bei den Mädchen wird die Hitparade von Jade und Lilou (jeweils 10) angeführt, vor Louanne (9) , Emma (8) und Lola (7).
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Seit mehr als zwei Jahren können sich Bürger, die nicht persönlich in die Doler Mediathek kommen können, an einem der ersten beiden Freitage eines Monats Medien kostenfrei nach Hause bringen lassen. Es genügt, in der Mediathek eingeschrieben zu sein und ihr telefonisch seine Wünsche mitzuteilen. Von dem Angebot machen ungefähr 20 Lesefreunde Gebrauch, meist alte Menschen, die in ihrem Aktionsradius sehr eingeschränkt sind. Dieser Personenkreis wünscht nicht selten auch Bücher in besonders großer Schrift oder Hörbücher. Die fleißigsten Leser lassen sich jedes Mal 15 bis 20 Bücher bringen. Der zuständige Bibliothekar, Jean-Luc Bouillé, fürchtet schon, dass auf die Dauer der Fundus an geeigneten Medien nicht mehr ausreicht.
Der neue Gemeindeverband "Le Grand Dole", dem unter Doler Führung 41 Gemeinden angehören, hat seit 1. Februar eigene Internetseiten. Sie sollen erklären, wie der Verband funktioniert und was seine besonderen Kompetenzen sind. In einem halben Jahr sollen die Nutzer mit den Seiten auch in wechselseitiger Bezugnahme "interagieren" können. Im Übrigen äußerte sich dieser Tage Claude Chalon, der Präsident des "Grand Dole", auch sehr zufrieden mit der Geschlossenheit des Verbandes. Obwohl sich in ihm das linke und das rechte Lager mit der gleichen Anzahl von Vertretern gegenüberstehen, zerfleische man sich nicht. Von 151 geplanten Beschlüssen sei 2009 nur ein einziger nicht zustande gekommen. Der Präsident kündigte als nächstes Großereignis im Doler Raum das Kulturprojekt "Utopie und Innovation" an, zu dem Dole an Pfingsten mit dem Umzug "Cavalcade du futur" beitragen möchte.
Bis zum 16. Mai präsentiert das Doler Kunstmuseum seine komplette Sammlung zeitgenössischer Kunstwerke. Anlass dafür ist das Erscheinen eines entsprechenden Kunstführers. Die Ausstellung ist nicht nach der Entstehungszeit der Kunstobjekte, sondern thematisch gegliedert. Die vier Hauptthemen sind: die Gegenstände – die Menschen – die Politik – das "Anderswo" (l’ailleurs). Gezeigt werden vor allem Künstler, die sich im Zeichen der so genannten "figuration narrative" von der abstrakten Kunst abwandten, um durch gegenständliches Schaffen ein besseres und ein kritisches Bild der Gegenwart entwerfen zu können.
Autor: Martin Schwindt
