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12. Juni 2017 16:30 Uhr

Parlamentswahlen

Patrick Striby liegt im Südelsass vorne

Überraschend verwies in der Circonscription Altkirch-Saint-Louis Patrick Striby (LREM) den Republikaner Jean-Luc Reitzer bei den französischen Parlamentswahlen im Südelsass auf den zweiten Platz.

  1. Patrick Striby Foto: Hannes Lauber

  2. Jean-Luc Reitzer Foto: zVg

In fünf der sechs Südelsässer Wahlkreise hat Emmanuel Marcrons Partei La République en Marche (LREM) bei den französischen Parlamentswahlen am Sonntag am besten abgeschnitten. Überraschend verwies auch in der Circonscription Altkirch-Saint-Louis Patrick Striby (LREM) mit 31,85 Prozent der abgegebenen Stimmen den Republikaner Jean-Luc Reitzer auf den zweiten Platz, der es nur auf 29,82 Prozent brachte.

Der Maire von Altkirch ist seit 1988 Mitglied der Pariser Nationalversammlung und saß bisher, abgesehen von Unstimmigkeiten bei der Neuaufteilung der Wahlbezirke 2012, bei der Saint-Louis sein bis dahin eigenes Mandat verlor, sicher im Sattel. Patrick Striby, Sohn des früheren stramm konservativen Europaabgeordneten Frédéric Striby (1943-2013), versucht dagegen schon länger, einen Fuß in die Tür der Politik zu bekommen.

2014 kandidierte der 48-Jährige, der seinen politischen Standort zuletzt mit "rechts der Mitte" angab, sich seit September 2016 aber als "Macronist" versteht, bereits erfolglos als Bürgermeister von Huningue.

Front National hat schlechte Karten

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Der sonst im Elsass gut vertretene ultrarechte Front National (FN) hatte dagegen diesmal so schlechte Karten wie lange nicht. Während die Le Pen-Partei es im Département du Haut Rhin im ersten Durchgang der "Législatives" auf 13,53 Prozent brachte, waren es in Altkirch-Saint-Louis nur noch 10,11 Prozent, hier allerdings gefolgt von der ebenfalls regional-nationalen Partei "Unser Land" die mit 8,68 Prozent noch vor der Partei des streitbaren Linken Jean-Luc Mélenchon (5,63 Prozent) landete.

Im gesamten Haut-Rhin schafften FN-Kandidaten es nur in zwei Departementen über die Schwelle von 12,5 Prozent, dem Mindestmaß für einen Einzug in den zweiten Wahlgang. Unter den beiden Bestplatzierten sind sie nirgends. Die Sozialisten schließlich kommen so gut wie gar nicht mehr vor. In der Industriestadt Mulhouse erreichen sie gerade noch 2,5 Prozent der Stimmen. Mit 32,94 Prozent siegt auch hier die Macron-Partei vor dem konservativen Bewerber, der es auf 30,46 Prozent bringt. Der Front National scheidet hier mit 12,22 Prozent dagegen aus.

Angesichts des landesweiten Rekordtiefs bei der Wahlbeteiligung von knapp 49 Prozent – der Wahlkreis Altkirch-Saint-Louis brachte es auf 46,3 Prozent der Stimmberechtigten – könnte sich das Ergebnis im zweiten Wahlgang am Wochenende aber noch einmal ändern, vor allem im Wahlkreis um Saint-Louis, in dem dann nur noch Reitzer und Striby aufeinander treffen. Kaum mehr eine Änderung ist dagegen in der ersten Circonscription des Elsässer Südens in Colmar zu erwarten. Hier hatte als einziger Republikaner der Präsident des Departementsrats des Haut-Rhin, Eric Straumann, mit 37,78 Prozent die meisten Stimmen erzielt. Stéphanie Villemin (LREM) belegte mit 26,24 Prozent den zweiten Platz. Straumann engagiert sich seit langem gegen die im Elsass umstrittene Schließung des Atomkraftwerks Fessenheim.

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Autor: ama