Kindergartengebühren

Eltern müssen ein wenig mehr zahlen

erb

Von erb

Mi, 11. Juli 2018 um 18:56 Uhr

Wehr

Die Kindergärten in Wehr werden teurer – der große Preisschock bleibt allerdings aus.

Die Kindergartengebühren werden in den Wehrer Kindergärten angehoben – dafür hat sich der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung am Dienstag geschlossen bei zwei Enthaltungen ausgesprochen. Das Thema, das vor zwei Jahren noch für ausgiebige Diskussionen im Rat gesorgt hatte, wurde bei der jüngsten Sitzung in Eiltempo und ohne Diskussion durchgewunken.

Lediglich Claudia Arnold (Grüne) meldete sich zu Wort: "Die geplante Gebührenerhöhung war uns allen bekannt. Damit setzen wir um, was wir vorgesehen hatten. Bei einer so detaillierten Sitzungsvorlage ist eigentlich auch schon alles geklärt." Christoph Schmidt (Freie Wähler) fügte hinzu: "Dito."

Baugenehmigung für Neubau
Insgesamt sieben Kindergärten und einen Kinderhort betreibt die Stadt Wehr. Mit dem Bau des neuen Kindergartens in der Georg-Kerner-Straße soll der jetzige Kindergarten Au bei der Feuerwehr verlagert werden. Zudem schafft das integrierte Familienzentrum Kapazitäten für familienbezogene Angebote in der Stadt und mit den darüberliegenden Wohnungen schafft der Bau auch noch Wohnraum. Die Baugenehmigung für den Neubau hat die Stadt seit dem 26. Juni. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 26. Juli soll über die Vergabe der Rohbau- und Erdaushubarbeiten entschieden werden.

Mit der Erhöhung der Kindergartengebühren reagiert die Stadt auf die gestiegenen tarifgebundenen Erziehergehälter. Für das Jahr 2018 rechnet die Stadt im Haushaltsansatz mit Personalkosten von knapp 4,5 Millionen Euro hinzu kommen noch Personalkosten für den Kinderhort Bing in Höhe von 247 700 Euro.

Der Gemeinderat hat deshalb einer Erhöhung der Gebühren für das Kindergartenjahr 2018/19 um drei Prozent zugestimmt. So müssen Eltern ab dem kommenden Kindergartenjahr beispielsweise für das erste Kind über drei Jahren bei einer Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten – sprich ab sechs Stunden – 134 Euro statt bisher 130 Euro monatlich zahlen. Bei der Betreuung von unter Dreijährigen steigen die Kosten von 290 Euro auf 296 Euro. Die Kosten für Geschwisterkinder – die zur gleichen Zeit im Kindergarten sind – werden erst ab dem Kindergartenjahr 2019/20 erhöht. Bei Ü 3 von 80 auf 83 Euro und bei U 3 von 220 auf 227 Euro.

Die bisherige Ganztagsbetreuung, die für zehn Stunden pro Tag abdecken sollte, ließ sich aufgrund von Personalmangel nicht abdecken und deckt seit Dezember 2017 nur 8,5 Stunden ab. Den Eltern soll ab dem kommenden Kindergartenjahr deshalb die Wahl zwischen zwei Betreuungspaketen gelassen werden – entweder eine Betreuung von bis zu 8,5 oder 9,5 Stunden. Die Kosten variieren dabei zwischen 222 und 250 Euro für das erste Kind über drei Jahren. Bislang kostete die Ganztagsbetreuung (mit eigentlich zehn Stunden) 250 Euro im Monat beim ersten Kind über drei Jahren.

Bedeutung für Familien
Für die Familien bedeutet die sehr differenzierte Gebührenerhöhung vor allem eine moderate Erhöhung, die im Zwei-Jahres-Rhythmus erfolgt.

Für Familien mit einem Kind (Ü 3) ergeben sich jährliche Mehrkosten von 48 Euro für das Kindergartenjahr 2018/19 und im Vergleich zu den aktuellen Gebühren Mehrkosten von 96 Euro für 2019/20.

Bisher zahlen Familien, die ihr erstes Kind (Ü 3) und ihr zweites Kind (U 3) beispielsweise in einer Ganztagsbetreuung untergebracht haben im Jahr 8040 Euro. Im Kindergartenjahr 2018/19 würde die Summe bei einer 9,5-stündigen Betreuung gleich bleiben. Für das Kindergartenjahr 2019/20 fällt eine Summe von 8280 Euro an. Im Vergleich zu Nachbargemeinden befindet sich Wehr, was die Gebühren angeht, noch eher im unteren Bereich. Für den Kinderhort Bing sollen die Gebühren von aktuell 150 Euro auf 170 Euro im Jahr 2018/19 angehoben werden und im Jahr 2019/20 bei 180 Euro liegen.