Elzach hat eben zu wenig Bauflächen

Kurt Meier

Von Kurt Meier

Do, 04. Januar 2018

Elzach

Im Gemeinderat: Bebauungsplan Sportplatz und Flächennutzungsplan Sauter-Areal / Landschaftspflegerische Arbeiten für Friedhof.

ELZACH. Drei große Bauvorhaben beschäftigten den Gemeinderat. Einmal der erste Bauabschnitt zur Umgestaltung des Friedhofs in Elzach, dann der Bebauungsplan Sportanlagen und drittens eine punktuelle Änderung des geltenden Flächennutzungsplans, das Sauter-Areal in Elzach-Süd betreffend.

Der "neue Teil" des Friedhofs in Elzach soll umgestaltet werden (die BZ berichtete). Die erforderlichen landschaftsgärtnerischen Arbeiten waren im Sommer ausgeschrieben worden. Aufgrund eklatanter Preisüberschreitung gegenüber der Kostenschätzung wurde diese erste Ausschreibung aufgehoben. Für die im Oktober neu ausgeschriebenen Arbeiten gingen vier Angebote ein, berichtete der mit der Planung beauftragte Landschaftsarchitekt Peter Neher. Preisgünstigster Bieter war die Jakober GmbH aus Lahr zum Angebotspreis von 206 205 Euro. Dieses Gebot liegt zwar immer noch rund 50 000 Euro über der Kostenschätzung der Planer. Neher empfahl aber trotzdem, den Auftrag zu vergeben, da bei der derzeitigen allgemeinen Preissituation im Handwerk nicht damit zu rechnen sei, günstigere Gebote zu bekommen. Baubeginn soll im November 2018 sein. Diesem Vorschlag folgte der Rat einstimmig.

Die Umgestaltung des Domänestadions war Anlass für den Rat, diesen Bereich mit einem neuen Bebauungsplan planungsrechtlich auf sichere Füße zu stellen. Im Juli war das Büro fsp Stadtplanung dazu beauftragt worden. Städteplanerin Stephanie Witulski berichtete nun über die Ergebnisse der ersten öffentlichen Ausschreibung. Zahlreiche Bedenken und Anregungen kamen vor allem von behördlicher Seite und von Landschaftsverbänden. So sei ein qualifizierter Umweltbericht erforderlich, den das Planungsbüro in Auftrag gab. Im Zuge dessen sind landschaftsrechtliche Ausgleichsmaßnahmen nötig. Außerdem liegt das Areal in einem Hochwasserbereich für ein "100-jähriges Hochwasser" (HQ 100), das jedoch kein planungsrechtliches Hindernis ist. Abgeklärt wurde das Thema Lärmemission. Hier gebe es keine Veränderungen gegenüber der Jetzt-Situation. Der Rat nahm die von der Planerin vorgenommenen Veränderungen zur Kenntnis und billigte den Bebauungsplanentwurf. Er beschloss öffentliche Auslegung und die Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange durchzuführen.

Unweit davon, auf dem "Sauter-Areal", soll ein neues Baugebiet entstehen. Geplant sind Flächen für Gewerbe, für den Gemeinbedarf (unter anderem Feuerwehrhaus, Rettungszentrum, Bauhof), ein Mischgebiet und Wohnbauten. Im geltenden Flächennutzungsplan ist das Areal als Grünfläche ausgewiesen. Für die mit einer Bebauung verbundene Bodenversiegelung fordern Regierungspräsidium und Regionalverband Südlicher Oberrhein einen Flächentausch. Heißt im Klartext: Soll auf dem Sauter-Areal die Wohnbebauung realisiert werden, muss an anderer Stelle im Stadtgebiet darauf verzichtet werden. Die Verwaltung schlug nun dem Rat vor, auf die im Flächennutzungsplan ausgewiesene Bebauung des Dattlersberg in Elzach, sowie auf einen kleinen Teil der Fläche Winteracker in Oberprechtal zu verzichten. Mit diesem Vorschlag will die Stadt mit dem Büro fsp-Stadtplanung in Abstimmungsgespräche mit den Genehmigungsbehörden gehen. Weiterarbeiten die Planer an einem schalltechnischen Gutachten über zu erwartende Lärmemissionen, so Stephanie Witulski. Für CDU-Fraktionssprecher Bernhard Schindler ist der Verzicht auf einen Teil der Fläche in Oberprechtal problematisch. Ortsvorsteher Franz Burger sah dagegen Realisierungsmöglichkeiten. Grundsätzlich mache sich an dem Beispiel die Misere der Stadt deutlich bemerkbar, so Witulski. Für die nächsten fünf Jahre prognostizieren die Planer Flächenbedarf von vier bis acht Hektar für zusätzliche Wohnbebauung in Elzach. Theoretisch sei die Fläche da, aber in der Praxis eben nicht, da die infrage kommenden Grundstücke alle Privatbesitz sind und der Stadt nicht zur Verfügung stehen.

Schließlich votierte der Rat einstimmig für die Vorschläge der Verwaltung und nahm eingegangene Bedenken und Anregungen aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit zur Kenntnis. Der Beschluss über eine erneute Offenlage wird in der Sitzung Ende Januar gefasst.