An der Oberprechtäler Hammerschmiede wird "geschpechtet"

Roland Gutjahr

Von Roland Gutjahr

Mi, 05. September 2018

Elzach

Beim "Tag des offenen Denkmals", am 9. September, ist auch die Landwassermühle wieder zu besichtigen / Ein ursprüngliches Hirtenspiel wird zum Wettkampf.

ELZACH. Es hat meist Vorteile, wenn man für bundesweit abgehaltene Veranstaltungen jährlich einen bestimmten Termin festlegt, wie zum Beispiel den "Tag des offenen Denkmals", an dem sich am zweiten Sonntag im September dem geschichtlich interessierten Bürger landauf und landab besonders interessante Projekte präsentieren. Zwei solcher sehenswerter Kulturdenkmäler stehen in Oberprechtal, die Hammerschmiede und die Landwasserhofmühle. Auch sie sind am kommenden Sonntag zur Besichtigung geöffnet.
Unter dem Motto "Entdecken, was uns verbindet" hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den bundesweiten Aktionstag koordiniert. Dabei hat sie sicherlich nicht bemerkt, dass sich in der Region so gleich zwei interessante Veranstaltungen auftun. Da steht zum einen in Waldkirch im Rahmen der Heimattage der Landesfestumzug an, während die benachbarten Oberelztäler gleichzeitig mit zwei Objekten, der Hammerschmiede und der Landwasserhofmühle, zum dritten Mal an dem "Denkmalstag" teilnehmen.
In Oberprechtal folgt man der Einladung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, um bei ihrem 25 jährigen "Tag des offenen Denkmals" mit ihren beiden interessanten Objekten mit zu feiern.
Eröffnet wird die Aktion an der Hammerschmiede am Sonntag, 9. September, um 11 Uhr. Ab da kann die Schmiede besichtigt werden. Schmiede und deren Helfer werden den Durchgang durch das gesamte Areal so anschaulich wie möglich machen. Ein badisches Mittagessen mit einer Portion Bibilikäs, Brägele und Wurstsalat bietet der Ski Club an.
Ab 13 Uhr sorgt Tobias Jäkle an der Schmiede – oder je nach Wetterlage auch im Zelt – für passende musikalische Unterhaltung. Dass es auch in Oberprechtal noch Strohschuh- und Korbmacher mit ihrem originalen Handwerk gibt, wird am Nachmittag auch gezeigt.

Um 14 Uhr steht die erste Abfahrt des Schützenexpress zur Landwasserhofmühle an. Familie Moser hat sich dort ebenfalls entschlossen, bei der Aktion mit zu machen. Fritz Moser und Vater Hermann werden es sich nicht nehmen lassen, den Ablauf des Mahlvorganges wieder bis ins Detail zu erklären. Nicht nur das Mahlwerk der über 250 Jahre alten Mühle mit seinem oberschlächtigen Wasserrad bietet den Gästen sehr viel interessantes zum Beschauen, auch der schon seit seiner Entstehung in das Gebäude eingebaute Wohnteil und dessen Einrichtung lassen staunen. Natürlich wird man nach ausführlicher Besichtigung vom Schützenexpress auch wieder ins Tal gebracht, wo nicht nur drei Wasserräder für Energie sorgen, sondern auch die drei Schmiedehämmer eine gewaltige Geräuschkulisse abgeben.
Hier bei der Hammerschmiede wird ab 14 Uhr ein weiterer Programmteil stattfinden. Auf der benachbarten Grünfläche findet der 1. Oberprechtäler "Specht-Wettbewerb" statt. Die ältere Generation kann sich gewiss noch an dieses ursprüngliche Hirtenspiel mit den Haselstecken erinnern. Der circa 30 Zentimeter lange Stecken wird von einem Spieler in den feuchten Boden gerammt; dessen Gegner muss daraufhin versuchen, diesen auf die gleiche Weise herauszuschießen. Es ist ein Spiel, bei dem es nicht primär auf Kraft ankommt und auch körperlich überlegene Gegner verlieren können. Man muss allerdings anmerken, dass früher auch ältere Städter (Waldkircher) diesen Wettkampf schon mit Freuden betrieben und – vielleicht – übernommen haben. In Oberprechtal jedenfalls wird jetzt erstmals ein Spechtmeister ermittelt. Bis der Sieger feststeht, kann man es sich daneben auch bei Kaffee und Küchen gemütlich machen.