Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
21. März 2011
"Black-Forest-Seife" als Eröffnungskreation
Die Elzacher "Seifentruhe" präsentierte ihre neuen Verkaufsräume / Erweiterung im vierten Geschäftsjahr / Originelle Belebung einer alten Handwerkskunst.
ELZACH. In Verkaufsraum und Werkstatt herrschte großer Andrang. Rund 60 Gäste hatten sich eingefunden, um zu gratulieren. Die Elzacher Seifentruhe feierte die Eröffnung ihres neuen Standorts in der Hauptstraße 75. Die Manufaktur für Badezusätze, Naturseifen und Pflegemittel, gegründet 2007, hat damit ihre Erweiterung abgeschlossen.
Ihre drei Inhaberinnen stellten das Geschäft dabei aus verschiedenen Blickwinkeln vor.
Ulrike Kleiser skizzierte zunächst die günstige Geschäftslage. Die Truhe, in der das traditionelle Handwerk des Seifensiedens mit neuen Erkenntnissen verbunden werde, stelle all ihre Naturseifen, aber auch die Körperöle selbst her (BZ berichtete).
Inzwischen habe man eine Palette von 28 Produkten im Angebot. Die dafür nötigen Lagerflächen, wie auch die Besuchergruppen bei der gläsernen Produktion, machten jedoch die Veränderung notwendig.
Adelheid Becherer hielt dann Rückschau. Sie erinnerte an die Ursprünge: ein Existenzgründungsseminar sowie die gemeinsame Idee, ein kreatives Handwerk mit Tradition und Bezug zum Schwarzwald auszuüben, das zugleich eine Einbeziehung von Kindern erlaube. Sie spannte einen Bogen von der ersten Rezeptur einer Waldduftseife "Fichtennadel" bis zur heutigen Erfüllung spezieller Kundenwünsche und Firmenaufträge. Im Fach Naturkosmetik habe man sich zur besseren Verarbeitung regionaler Kräuter und der Erzielung höherer Pflegewirksamkeit auch fortgebildet. 2010 sei dann eine Kinderserie dazugekommen. Dadurch könne man jetzt für jedes Alter, von Kopf bis Fuß, ein natürliches Pflegemittel anbieten.
Werbung
Monika Haiß, die dritte Inhaberin, wagte – mitunter humorvoll – einige Ausblicke: "Seifentruhe eröffnet Produktionshalle", oder "Elzacher Feriengäste verweigern ohne Schwarzwaldseife die Abreise" – soweit werde es zwar auch 2020 nicht sein. Gleichwohl habe man jetzt höhere Kapazitäten. Statt 15 könne man künftig 25 Kilogramm Seife pro Woche herstellen.
Für die offene Kreativwerkstatt, wo Gäste jeden Freitagnachmittag willkommen sind, gäbe es mehr Platz. Haiß vermeldete auch einen Qualitätsnachweis. So haben drei Produkte inzwischen eine Zertifizierung nach der Deutschen Kosmetikverordnung erhalten. Am Ende stellte sie die eigens zur Eröffnung kreierte schwarze Black-Forest-Seife vor, nicht ohne alle Essenzen, Duftnoten und auch aphrodisierenden Wirkungen hervorzuheben.
Nach einem musikalischen Intermezzo von Jonathan Haiß auf seinem Marimbaphon folgten noch drei Grußworte. Bürgermeister Holzer Krezer zeigte sich von der sensorischen Ansprache und dem Charme des Individuellen im neuen Verkaufsraum beeindruckt. Mit dem Hinweis, dass das Wohlergehen der Stadt mit demjenigen des Gewerbes eng zusammenhänge, wünschte er der Seifentruhe viel Erfolg.
Michaela Bloss vom Gewerbeverein attestierte der Truhe, dass sie mit Entschleunigung, Nachhaltigkeit und Ursprünglichkeit drei aktuelle Konsumtrends erfülle. Gut sei auch die Eröffnung vor der Ortsumgehung, da so noch ausreichend Rückstau da sei, um Blicke auf das hier Vorhandene zu erlauben.
Ulrike Schneider, Geschäftsführerin von Zweitälerland, betonte den Nutzen von Tradition und Originalität auch für den Tourismus. Hier gebe es viel Vorzeigbares. Nicht zuletzt, wenn Betriebe, wie die Seifentruhe, sich öffnen und mitunter altes Wissen lebendig werden lassen
Autor: Nikolaus Bayer
