Durchtrieben bis zum Dilemma

Thomas Steimer

Von Thomas Steimer

Do, 10. Januar 2013

Elzach

Der Theaterverein "Hond un Gosche" übertraf sich zum Jubiläum bei der Aufführung der Komödie "Zwei sin einer z’ viel" selbst.

ELZACH. Besser kann man sich selbst nicht zum eigenen Jubiläum gratulieren als der Elzacher Theaterverein "Hond un Gosche" mit der Aufführung der Komödie "Zwei sin einer z’ viel". Zu seinem zehnjährigen Bestehen hat sich das Ensemble um Regisseur Dietmar Holzer wieder einmal selbst übertroffen. An drei Abenden begeisterten die einheimischen Schauspieler insgesamt mehr als 900 Besucher.

In der Komödie von Dave Freeman und John Chapman ist Bianca (Melanie Garnelis) zu Beginn noch gar nicht der Ansicht, dass bei zwei einer z’ viel ist. Im Gegenteil, die junge Dame hält sich gern – vor allem aus finanziellen Gründen – zwei Liebhaber: Hühnerzüchter Georg (Florian Köpfer) und Fischhändler Klaus (Alexander Bartholomä). Beide verheiratet, und dermaßen in Bianca verliebt, dass sie keinen Verdacht schöpfen. Sie finanzieren Biancas Lebensunterhalt nicht nur mit Fischen und Eiern, sondern auch mit dicken Schecks. Dank eines ausgeklügelten Zeitplans gelingt es Bianca bisher perfekt, die beiden auseinanderzuhalten.

Auch Biancas Freundin Tina (Sarah Reuschel) ist schwer beeindruckt, von diesem Finanzierungsmodell. Tina hat sich eben von ihrem Mann getrennt und quartiert sich für einige Zeit bei Bianca ein. Gerade noch rechtzeitig, um Bianca zur Hilfe zu eilen, denn just in diesem Moment lernen sich die beiden ahnungslosen Liebhaber kennen!

Georg rutscht unglücklicherweise auf einem von Klaus Fischen aus und verletzt sich so schwer, dass er das Bett hüten muss. Und als Klaus zum Stelldichein auftaucht, müssen die beiden Freundinnen improvisieren: Sie geben kurzerhand Klaus als Biancas prügelnden Exmann aus Peru aus und Georg als Tinas Mann – einen Tierarzt mit Gedächtnislücken.

Sorgt dies schon für absurde Szenen, so eskaliert die Situation völlig, als Tinas Mann Richard (Daniel Ammon) tatsächlich aufkreuzt – stockbetrunken und liebeskrank. Zu allem Unglück taucht auch noch Georgs Frau Agathe (Julia Thoma) auf, die meint ihr verletzter Mann sei in einer Privatklinik. Und Klaus misstrauische Frau Mechthild (Ute Becherer) macht das Chaos perfekt. Denn nun gibt Bianca ihre Wohnung als Klinik, sich selbst und Tina als Krankenschwestern und Klaus als verrückten Patienten aus, so dass am Ende niemand mehr weiß, wer eigentlich wer ist.

Bis in die Nebenrollen war das Stück hervorragend besetzt und die schauspielerischen Leistungen einmal mehr erstklassig. Melanie Garnelis als überkandidelte und schier einen Nervenzusammenbruch erleidende Bianca spielte auf allerhöchstem Niveau. Sie meisterte diese Mammutrolle, bei der sie fast ununterbrochen auf der Bühne zu stehen hatte, glänzend und mit einer Leichtigkeit, die größtes Lob verdient.

Genannt werden soll auch Daniel Ammon, der erstmals für den Theaterverein spielte und mit faszinierender Glaubwürdigkeit den Volltrunkenen mimte.

Auch das aufwändige Bühnenbild, bei dem jedes Detail stimmte, und die schöne Hallendekoration sind erwähnenswert. So ernteten Darsteller, Regisseur und Mitarbeiter zu Recht tosenden Applaus.

Nach dem Stück ließen Dietmar Holzer und der zweite Vorsitzende von "Hond un Gosche", Alexander Wehrle, die vergangenen zehn Jahre musikalisch Revue passieren.

Die ersten zwei Produktionen absolvierte "Hond un Gosche" noch als Theatergruppe innerhalb des SC Elzach, im Herbst 2003 kam es dann zur Gründung als eigenständiger Theaterverein. Einen Rückblick auf diese relativ kurze aber ungemein erfolgreiche Zeit gibt die Festschrift, welche bei "Hond un Gosche" erworben werden kann.

Info: Weitere Informationen über den Theaterverein "Hond un Gosche" e.V. gibt es unter http://www.hond-un-gosche.de www.facebook.com/theaterverein.elzach
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