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15. November 2017

Eine Musikerlegende des oberen Elztals

Zum Tode von Hermann Meier, der viele Jahre in den Musikvereinen Biederbach und Prechtal musizierte und auch für die Badische Zeitung berichtete.

  1. Hermann Meier war 65 Jahre in den Musikvereinen von Biederbach und Prechtal aktiv. Foto: Gutjahr

ELZACH (gt). Am vergangenen Donnerstag ist mit Hermann Meier, nach kurzer schwerer Krankheit, eine Musikerlegende des oberen Elztals verstorben. Neben seiner Familie und seiner Arbeit war für Hermann Meier die Blasmusik ein wichtiger Teil seines Lebens.

Noch verschmitzt flüsterte er dem Berichterstatter bei seinem 95. Geburtstag im Februar zu: "Einen Schuttigumzug könnte ich als Musiker getrost noch mitmachen." Das war eine bezeichnende Aussage für Hermann Meier, der im Stenzelhaus in Oberbiederbach zur Welt gekommen war. Durch sein fleißiges Streben, ob bei Volksschule, Fortbildungsschule oder der "freiwilligen Handelsschule" in Waldkirch und der Handelsschule in Freiburg, zeigte er seinen Eifer für den beruflichen Werdegang. Nebenbei fing er 1934 in den Reihen des Musikvereins Biederbach als Klarinettist und Lyra-Spieler an. Diesem Verein gehörte er 28 Jahre bis 1962 aktiv an. Sein Vater war zu dieser Zeit der Dirigent der Kapelle.

Das furchtbare Kriegsgeschehen sollte nach seiner Ausbildung achteinhalb Jahre sein Leben prägen, wovon er alleine viereinhalb Jahre in Gefangenschaft verbrachte. Am 1.1.1950 nach Gefangenschaft wieder in Biederbach angekommen, fand Hermann Meier bei der Elzacher Firma Heinrich Beck eine Stelle als Bilanz-Buchhalter und Prokurist, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Mit der Hochzeit 1952 mit Berta Grießhaber "von ’s Fabis" wurde nicht nur der Grundstock für eine Familie gelegt. Die junge Familie wurde mit Tochter Gisela und Sohn Siegfried vergrößert und mit den Enkelinnen Lena und Lisa ergänzt. 1989 starb seine Frau.

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Spätestens als Hermann Meier 1957 dem Musikverein Prechtal beitrat, wurde aus ihm ein originaler Prechtäler. 37 Jahre blieb er dem Verein treu, 1994 ging er in musikalische Rente. Fünf Jahre war er in zwei Vereinen aktiv tätig, wobei ihm sicherlich die Entscheidung, in welcher Uniform er an Fasnacht an den Schuttigumzügen teilzunehmen sollte, am schwersten gefallen war.

Viel Zeit brachte Hermann Meier auch als Berichterstatter des Prechtales für die Badische Zeitung auf, in der er 18 Jahre von den örtlichen Gegebenheiten berichtete.

Immer wieder war er zwischenzeitlich gesundheitlich angeschlagen, fing sich aber immer wieder recht bald und gut. Hierbei sei sein Schwiegersohn Hermann Kury nicht vergessen, mit dem der 95-Jährige in einem Haus lebte und der ihn immer gut ver- und umsorgte. Nach seinem letzten nötigen Krankenhausaufenthalt konnte er sich nicht mehr erholen und verstarb drei Tage nach der Einlieferung in ein Pflegeheim am 9. November.

Am kommenden Freitag, 17. November verabschieden sich seine Mitbürger bei einer Urnenbeisetzung um 14 Uhr auf dem Elzacher Friedhof von ihm.

Autor: gt