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13. September 2017

Einsatzstärke für die Wehr

Ortschaftsrat Oberprechtal tagte / Baustelle für Windpark Gschasi / Neues Löschfahrzeug.

ELZACH. Der Ortschaftsrat in Oberprechtal beschäftigte sich mit vier Themen: Dem Dorfwettbewerb des Landes, einem Bauantrag zur Windkraft, der Vorbesprechung für den Haushalt 2018 sowie das neue Einsatzfahrzeug für die Abteilungswehr.

Ortsvorsteher Franz Burger ging noch einmal auf den guten dritten Platz ein, den Oberprechtal beim Bezirksentscheid "Unser Dorf hat Zukunft" – gemeinsam mit Hinterzarten – belegt hatte (die BZ berichtete). Er trug Glückwünsche der Regierungspräsidentin und des Landrats vor. Bärbel Schäfer nannte den Ort eine "südbadische Vorzeigegemeinde". Die Entscheidung sei knapp gewesen. Aufgrund dessen wünschten sich Regina Disch (FWE) und Rolf Pleuler (CDU) eine Offenlegung der Jury-Wertung, um die fehlenden Punkte, die den Ausschlag gaben, und Ansatzpunkte für eine erneute Teilnahme zu kennen.

Als Zweites befürwortete der Rat einstimmig einen Antrag der Firma Enercon zum geplanten Windpark Gschasikopf. Das Verfahren zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung der fünf Anlagen ist beim Landratsamt Emmendingen noch anhängig und hat sich verzögert. Ungeachtet dessen legte Enercon bereits jetzt einen Antrag zur Einrichtung der Baustellen vor. Konkret geht es darin um "die Umwandlung einer land- und forstwirtschaftlichen Nutzfläche in zwei temporäre Logistik- und Montageflächen zur Zwischenlagerung, Vormontage und Umladung von Teilen der Windenergieanlagen". Da der Antrag an eine Baugenehmigung anknüpft und die Baustellen vollständig zurückgebaut werden, ist ein vereinfachtes Verfahren vorgesehen. Beide Fraktionssprecher plädierten für die Erlaubnis zur Einrichtung der Baustellen. Nach der einhelligen Befürwortung eines Windparks Gschasi sei jetzt – ohne neue Sachlage – kein anderes Abstimmungsverhalten möglich, sagte Pleuler. Mit dem Votum, so Regina Disch, wolle man auch gegenüber dem Landratsamt "ein klares Signal geben".

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Für die Vorgespräche zum Haushaltsplan 2018 einigte sich der Rat auf mehrere Maßnahmen, die in Oberprechtal erfüllt werden sollen. Man hielt sich aber zurück, da der Ortsteil in den Vorjahren mit der Sanierung der Hammerschmiede und dem Wohnmobilstellplatz "gut bedient" worden sei. Als notwendig angesehen wurden die Sanierung der Elzmattenstraße und die Teilerneuerung der Toiletten in der Grundschule. Die Straßenbeleuchtung vom Haus Mosertoni bis zur Bushaltestelle wäre man bereit, über das Ortsbudget zu finanzieren. Gerne würde man dies aber als Beginn eines schrittweisen Lückenschlusses bis zum Ortsteil Wittenbach sehen.

Die Erneuerung von Fenstern im Schulkomplex wird als "Merkpunkt" für den neuen Gebäudemanager hinzugenommen. Zur Bekräftigung des Interesses beschloss man außerdem, den Ausbau des Geh- und Radwegs bis Oberprechtal im Gespräch zu halten. Noch ungeklärtes Problem ist dabei die unübersichtliche, steil ansteigende Einmündung Alte Straße in die Landesstraße, die überquert werden muss. Hier soll über eine südlicher gelegene Anbindung nachgedacht werden, für die aber Privatgelände beansprucht würde.

Erstmals nähere Informationen erhielt der Ortschaftsrat zu der im Februar im Gemeinderat beschlossenen Neuanschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs für die Abteilung Oberprechtal. Deren Kommandant Klaus Moser berichtete – auch bedingt durch die Südverlagerung des neuen Elzacher Rettungszentrums – von einer veränderten Prioritätensetzung, durch die man sich auf Initiative von Gesamtkommandant Thomas Dufner für eine höhere Einsatzstärke Oberprechtals entschieden habe. Für rund 360 000 Euro wird ein Löschfahrzeug mit größerem Wasservorrat bis zu 2000 Liter (Altfahrzeug: 800 Liter) gekauft, das außerdem über vier komplette, schon bei Fahrt anziehbare Atemschutzausrüstungen verfügen wird. Damit soll das Haupteinsatzziel der Abteilung, die Menschenrettung über Innenangriff und der Erstangriff bei kleineren Bränden besser bewältigt werden.

Die europaweite Ausschreibung für die drei Lose, Fahrzeug, Aufbau und Beladung, läuft bereits. Angestrebt, so Moser, wird eine größtmögliche Baugleichheit mit dem neuen Elzacher Führungsfahrzeug, um die Bedienbarkeit abteilungsübergreifend zu sichern. Nach der Submission am 28. September findet am 12. Oktober in Oberprechtal eine Vergleichsvorführung mit Bewertung statt. Die voraussichtliche Lieferzeit danach wird bei 15 bis 18 Monaten liegen.

Autor: Nikolaus Bayer