Elzach als "Epizentrum" der Welt der Masken

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Do, 10. Januar 2019

Elzach

Vom 14. bis 16. November findet im Schuttigstädtchen das "1. Europäische Maskensymposium" statt / Fasnacht in Europa als Thema / Hochkarätige Referenten.

ELZACH. Dreikönig ist vorüber und jetzt "goht’s degege", es geht also der Fasnet zu. Im Gegensatz zu manchen anderen Narrenorten ist es in der Fasnachtshochburg Elzach noch ruhig – vordergründig zumindest. Soeben gab’s aber einen einmaligen Paukenschlag für alle Freunde von Brauchtum und Mummenschanz: Gut acht Monate nach der Fasnet 2019, vom 14. bis 16. November, lädt Elzach zu einem "Europäischen Maskensymposium" ein. Die Referenten sind hochkarätig und das Programm schon sehr weit gediehen. Es wurde soeben im Narrenzunfthaus in der Alfing der Presse präsentiert.

Drei Tage, ein Thema: Masken, Larven, Schemen – oder wie auch immer sie sonst noch hießen. Das "Europäische Maskensymposium Elzach 2019" findet vom 14. bis 16. November (Donnerstag bis Samstag) statt und wird veranstaltet von der Stadt und dem Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Elzach sowie den Alemannischen Larvenfreunden – Verein zur Förderung der europäischen Maskenkultur.

"In der europäischen Brauchlandschaft spielt die schwäbisch-alemannische Fastnacht – seit 2014 auch Weltkulturerbe – eine bedeutende Rolle. Ihre Strahlkraft fasziniert jährlich tausende Besucher aus aller Welt, mit einem enormen Popularitätsschub in den letzten Jahrzehnten und großem medialen Interesse" heißt es in der Pressemappe der Veranstalter. Und weiter: "Charakteristisch und einzigartig für den Brauchkomplex ist die Vielzahl der verschiedenen Maskentypen."

Und gerade da kann Elzach mit Fug und Recht behaupten, ganz vorne und somit genau der richtige Gastgeber für dieses Maskensymposium zu sein. Denn die Vielfalt der Schuttiglarven ist enorm, "nahezu unüberschaubar und findet weit über die Grenzen Elzachs hinaus große Beachtung". Zudem arbeiten in Elzach drei hauptberufliche Holzbildhauer, die auch für viele andere Narrenzünfte Larven anfertigen sowie eine Anzahl von teilweise sehr begabten Hobbyschnitzern. Ziel des Symposiums ist es, "der Bedeutung dieser lebendigen Fastnachts- und Kunsthandwerkertradition Rechnung zu tragen und die Verbindung zu europäischen Maskenbräuchen aufzuzeigen."

Haupttagungsort wird das Haus des Gastes sein, wo der bekannte Volkskundler und Fastnachtsexperte Prof. Werner Mezger (Freiburg/Rottweil) den Eröffnungsvortrag hält; weitere Fachvorträge folgen am Freitag und Samstag. Unter den etwa ein Dutzend Referenten sind viele weitere äußerst bekannte Namen, wenn es ums Thema Fastnacht geht: Wulf Wager (Autor, SWR-Moderator), Thomas Nußbaumer und Manfred Waltner (Tiroler Fasnachtsforscher aus Telfs und Imst), Traugott Wöhrlin (Schreiner, Architekt, Bildhauer, Autor), Werner Röllin (Volkskundler aus der Schweiz), Martin Blümcke (Laufenburg, Journalist, Autor), Jürgen Stoll (Karlsruhe, Autor, Maskensammler), Günter Schenk (Mainz, Journalist, Autor), Andreas Reutter (Vorstandsmitglied der Larvenfreunde, Vorsitzender eines Fastnachtsmuseums) oder Alois Kraftczyk (Haslach, Autor, Kenner der Schwarzwälder Bräuche). Weitere Referenten sollen folgen, auch für Vorträge im Vorfeld vom Symposium. Ebenfalls zum Rahmenprogramm zählt eine Ausstellung mit dem Titel "Elzacher Larven kehren heim" (genaues Datum steht noch nicht fest). Wolfgang Koch von den Alemannischen Larvenfreunden dazu: "Das werden Larven sein, die teils historisch oder kunsthandwerklich von Bedeutung sind oder einfach eine spannende Geschichte haben."

Das alles kostet Geld, weshalb man sich zum einen über Unterstützung durch einen Kleinprojektförderfonds der EU freut, zum zweiten auf Sponsorensuche geht und drittens beim Symposium Teilnahmegebühren erheben wird, die von 5 Euro (Eröffnungsvortrag) bis 49 Euro (Komplettprogramm) reichen. Der Vorverkauf beginnt am 29. März. Um Gäste, die während der Tagung hier im Elztal übernachten wollen, kümmert sich die Zweitälerland-Tourismus-GmbH und Medienpartner des Symposiums ist "Narri-Narro", Wulf Wagers jährlich erscheinende "Zeitschrift für europäische Fastnachtskultur", in deren neuester, soeben erschienener Ausgabe schon auf die Tagung im November hingewiesen wird.

Beim Pressetermin am Dienstag in der Alfing blickte nach der Begrüßung durch Narrenzunftmeister Armin Becherer Bürgermeister Roland Tibi voraus: "Es freut mich sehr, dass endlich die Vielfalt der Larven Thema eines Symposiums wird. Die Crème de la crème als Wissenschaftler beteiligt sich. Die Maskenvielfalt hat eine große europäische Dimension – Beispiel Elzach, Telfs oder Mamoiada in Sardinien. Und Elzach ist das Epizentrum der Maskenvielfalt, davon lebt der Schuttig."

Philipp Hässler, Vorsitzender des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises: "Es gibt wenig Bräuche, die eine so internationale Dimension haben. Und wenig Orte, in denen das Maskenschnitzen mit solcher Akribie gepflegt wird wie in Elzach."

Danach stellten sich im Zunfthaus die Beteiligten mit dem Logo, welches Masken aus verschiedenen Orten Europas zeigt, vor den Schuttigfiguren (die, wie sich’s gehört, ohne Ausnahme immer ihre Larven aufbehalten!) noch zum gemeinsamen Gruppenbild.