Erster Anschluss perfekt

Kurt Meier

Von Kurt Meier

Mi, 02. August 2017

Elzach

Die Nahwärmegenossenschaft nahm die Versorgung ihres ersten Kunden auf / Die weiteren Pläne.

ELZACH. Vergangenen Mittwoch nahm die Nahwärmegenossenschaft Elzach die Versorgung ihres ersten Neukunden in Elzach auf: Im einstigen Heizraum des Wohnhauses der Familie Johannes Wild in der Brandstraße wurde die Wärmeübergabestation per Knopfdruck in Betrieb genommen. In diesen Tagen werden nach und nach weitere Anschlüsse in Betrieb genommen.

Mehr als zehn Jahre lang versorgte die ehemalige Holzwärme Elzach-Biederbach (HEB) die Wohngebiete Biederbach-Sonnhalde und Elzach-Stadtwäldele mit Wärme. Die HEB gibt es nicht mehr, sie ist aufgegangen in der Nahwärmegenossenschaft Elzach, die im Juli 2015 gegründet wurde. Diese hat das Ziel, die gesamte Kernstadt Elzach mit Wärme zu versorgen, die aus regenerativen Energiequellen – vor allem Holz – gewonnen wird.

Nach monatelangen Verlegungsarbeiten der Wärmerohre konnte die Anlage nun in Betrieb gehen. Der Anschluss der Brandstraße erfolgte an die schon bestehende Versorgungsleitung in Richtung Sonnhalde. Parallel dazu wurde entlang der Freiburgerstraße ein weiterer Versorgungsstrang in Richtung Innenstadt verlegt. Die neu verlegten Rohre wurden zunächst mit voll entsalztem Heizwasser befüllt. In den Häusern der Kunden werden derzeit die Wärmeübergabestationen installiert. Hier kommt die Nahwärme im so genannten Primärkreislauf an. Die Übergabestation – ein erstaunlich kleines unscheinbares Kästchen, das an der Kellerwand installiert wird – bildet die Verbindung zum Sekundärkreislauf, also den Hausleitungen, die bisher zumeist am Heizkessel angeschlossen waren. Bis Mitte Oktober, so die Planung, sollen alle Arbeiten im Bauabschnitt I (bis zum Kirchplatz) erledigt sein und die Wärmeversorgung funktionieren. Die dafür nötigen Installationsarbeiten führt eine Fachfirma aus, beauftragt von der Nahwärmegenossenschaft. Der Hauseigentümer seinerseits muss dann noch eine Fachfirma beauftragen, die die Leitungen vom bisherigen Heizkessel ab- und an die neue Übergabestation anmontiert. Letzte Leitungsverlegungen der Genossenschaft sind jetzt noch in einem Teilabschnitt der Nikolaus- und der Hauptstraße sowie am Stadtwäldele im Gang. Die werden aber, so Vorstandsmitglied Karl Weber, in ein paar Wochen erledigt sein.

Aktuell plant die Genossenschaft den Ausbau des Wärmenetzes in Richtung Elzach-Vorstädtli bis zur Ladhofbrücke. Diese Arbeiten sollen bis Ende 2018 abgeschlosssen sein. Gleichzeitig ist der Bau der neuen Heizzentrale bei der Kläranlage in vollem Gange. Die soll bis spätestens Dezember 2017 betriebsbereit sein. Bis dahin übernimmt die schon bestehende Heizzentrale beim Aldi die Wärmeversorgung. Im Endausbau wird die Nahwärmegenossenschaft über zwei Heizzentralen verfügen, die miteinander verbunden sind. Die bisherige Anlage soll dann überwiegend noch als Puffer und für Notsituationen vorgehalten werden. Die Hauptlast der Wärmeerzeugung wird die neue Heizzentrale tragen. Sie wird unter anderem über einen Pelletvergaser, der sowohl Wärme als auch Strom produziert, und zwei Hackschnitzelkessel verfügen.

Alle aktuellen Infos rund um die Nahwärmeversorgung in Elzach gibt es im Internet unter http://www.nahwaerme-elzach.de Ansprechpartner der Nahwärmegenossenschaft Elzach ist Vorstandsmitglied Martin Wisser, Tel. 07682/209990.