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08. Juli 2017

In einer Woche ist Paracycling-Europacup

Organisatoren sind der Radfahrverein Concordia Prechtal und die Stadt Elzach / Mehrere Weltmeister und Olympiasieger werden wieder dabei sein.

  1. In einer Woche treffen sich in Elzach wieder Europas beste Radsportler mit Handicap. Foto: Archivfoto: Nikolaus Bayer

ELZACH (sre). Am kommenden Samstag und Sonntag, 15./16. Juli, trifft sich die Europa-Elite des Behindertenradsports in Elzach. Unter den deutschen Sportlern sind mehrere Weltmeister und Olympiasieger. Dazu kommen Starter aus den umliegenden Ländern sowie Spanien und den USA.

Zwei der erfolgreichen Nationalfahrer werden am 16. Juli ihre sportliche Karriere beenden und in Elzach ihr letztes Rennen fahren, nämlich die beiden Handbiker Max Weber und Dorothee Vieth. Neben den deutschen Startern, zu denen auch Hans-Peter Durst, Steffen Warias und Michael Teuber gehören, werden Fahrer aus vielen europäischen Nationen nach Elzach kommen, darunter die tschechischen Weltklassefahrer Ivo Koblasa und Vaclav Vokurka, die Polin Renata Koluza und das belgische Frauentandem Griet Hoet und Anneleen Monsieur. Wie viele Sportler genau teilnehmen, steht noch nicht fest, da die Anmeldefrist noch läuft. Beim Weltcup-Rennen in den Niederlanden am vergangenen Wochenende haben die Elzacher nochmal ordentlich die Werbetrommel gerührt.

Aufgrund der umfangreichen Erdarbeiten in Elzach war in diesem Jahr eine noch bessere Koordination und die Bereitschaft aller Beteiligten nötig, um überhaupt diese Veranstaltung durchzuführen, betont Franz Bischoff vom RVC Prechtal. Der Radfahrverein Concordia veranstaltet die Europacup-Rennen zusammen mit der Stadt Elzach. Allen Unkenrufen und Bedenken zum Trotz werde es am 16. Juli sogar wieder einen Rundkurs geben, viel guter Wille machte dies möglich. "Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten bedanken", betont Franz Bischoff. "Uns hat es auch sehr geholfen, dass die Seelsorgeeinheit Oberes Elztal die über dieses Wochenende anstehende Firmung nach Oberwinden verlegt hat, wenngleich wir wissen, dass darüber nicht alle in Begeisterungsstürme ausgebrochen sein dürften."

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"Wir vom RVC Prechtal sind ein wenig stolz darauf, mit einem kleinen, aber supermotivierten Team eine solch große internationale Veranstaltung stemmen zu können." In Elzach finden seit 2004 solche großen Radsportveranstaltungen statt. "Kein deutscher Veranstalter außer Elzach hat es bisher geschafft, ein Radrennen für behinderte Menschen über längere Zeit zu organisieren und vor allem auch zu finanzieren", so Bischoff. Trotz des eigentlich ungeeigneten Rundkurses in Elzach und der schwersten Zeitfahrstrecke der gesamten Paracyclingszene kommen die Fahrer immer wieder gerne nach Elzach. Dort muss man einfach mal gefahren sein, sich nach Schonach hinaufquälen und sich vom Beifall der vielen Zuschauer in den Innenstadt von Elzach ins Ziel treiben lassen.

Aber auch sportlich ist 2017 kein einfaches Jahr, erzählt Franz Bischoff: "Das Jahr 2017 ist ein nacholympisches Jahr, manche Sportler haben ihre Karriere beendet, manche lassen es etwas langsamerer angehen." Rio war teuer, und nahezu alle nationalen Verbände haben ihre Budgets erheblich überschritten, und dieses Geld fehlt nun an allen Ecken und Enden. "Bei sämtlichen bisherigen Rennen in diesem Jahr war die Beteiligung deutlich geringer als in früheren Jahren. Hinzu kommt, der Elzacher Termin liegt genau in der Rennpause zwischen dem letzten Weltcup in den Niederlanden und der WM in Südafrika. Eine Zeit, welche viele Sportler zur Regeneration nutzen. Wir werden auch in Elzach mit einer niedrigeren Beteiligung leben müssen."

Der Aufwand der Vorbereitung ist gleichwohl hoch: Beim RVC-Vorsitzenden Klaus Holzer laufen nicht nur die Fäden zusammen, sondern er kümmert sich um eine Fülle organisatorischer Dinge und ist für die Sicherheit an der Rennstrecke zuständig. Ihm zur Seite stehen unter anderem Schriftführer Claudius Holzer, der Zweite Vorsitzende Herbert Becherer, Finanzchef Eckhard Schilp sowie Thomas Bischoff, Franz Bischoff, Werner Becherer, Marius Becherer, Josef Joos, Markus Joos, Andreas Lang, Valerie Becherer, Alex Becherer, Marco Häringer. Zusammen mit vielen weiteren Helferinnen und Helfern werden die "Denker und Lenker" vom RVC, wie sich das Orgateam nennt, für einen möglichst reibungslosen Verlauf der Veranstaltung sorgen. Unterstützt von der Polizei, mehreren Feuerwehr-Abteilungen und DRK-Bereitschaften, der Rettungsleitstelle des DRK, dem Rennarzt Pablo Mund und dem Team von "Zweitälerland", welches für die Unterbringung sorgt. Nicht zu vergessen, das Rathausteam und der Bauhof der Stadt Elzach sowie die Hausmeister der Schulen.

Zeitplan:
Traditionell beginnen die Wettkämpfe am Samstag, 15. Juli, mit dem Einzelzeitfahren. Start ist wie immer beim Rathaus in Elzach-Prechtal. Ab 12.15 Uhr starten die Klassen der Dreiräder sowie der Handbiker in Minutenabstand. Das Ziel erreichen die Fahrer nach 9,8 km bei der Läufersäge in Oberprechtal. Ab 14.30 Uhr starten sodann die C-Klassen und Tandems das Bergzeitfahren über 18 km hinauf zum "Rotebühl" in Schonach. Die Siegerehrungen finden um 19.30 Uhr auf dem Schulplatz in Elzach statt.

Weiter geht es am Sonntagmorgen mit dem Straßenrennen in der Innenstadt von Elzach, auf einem Rundkurs. Um 9 Uhr starten die Dreiräder über 22,5 km (sieben Runden). Es folgen um 10.15 Uhr die Handbiker über 32,5 km (zehn Runden), um 11.45 Uhr die Tandems über 52,5 km (16 Runden). Über dieselbe Distanz starten um 13.15 Uhr die C-Klassen 1-3 sowie die C-Klassen 4+5 um 15 Uhr. Die Siegerehrungen der einzelnen Klassen finden im Anschluss an die Rennen auf dem Schulhof in Elzach statt.

Autor: bz