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07. Februar 2012

Leserbriefe

GEPLANTER WINDPARK AUF DER PRECHTÄLER SCHANZE
Geht es nur um den Profit von Wenigen?
Zur Ortschaftsratssitzung am 26. Januar in Oberprechtal (siehe BZ vom 2. Februar).

Bürgermeister Siegfried Eckert aus Gutach/Schwarzwaldbahn hat in der Sitzung das Vorhaben der Gutacher, auf dem Höhenrücken der Prechtäler Schanze einen Windpark von bis zu vier Windrädern mit einer Gesamthöhe von jeweils um die 200 Meter zu errichten, vorgestellt. Hierbei wurde aufgezeigt, dass ein aus naturschutzrechtlichen Gründen nur wenige zehn Meter breiter Korridor für den Bau von Windkrafträdern seltsamerweise direkt an der Gemarkungsgrenze Oberprechtal und Mühlenbach, jedoch auf Gutacher Gemarkung, in Frage kommt.

Auf die Frage, ob diese Standpunkte mit der Stadt Elzach noch abgestimmt und auch anderswo verwirklicht werden können, gibt Eckert klar zu verstehen, dass dies nicht angedacht ist. Betrachtet man die Lage der Standorte, ist dies nicht weiter verwunderlich: Der Windpark ist von Gutach aus nicht sichtbar, von angrenzenden Gutacher Wohnbebauungen mehr als 1,5 Kilometer weit entfernt. Darüberhinaus wird künftig Gewerbesteuer in die Gemeindekasse gespült und hohe Pachterträge für die Standorte werden einzelne Gutacher Grundstückseigentümer (deren Anwesen alle weit von den Anlagen entfernt sind) profitieren lassen.

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Auf Elztäler Seite ist der Windpark weit sichtbar. Die Wohnbebauung auf Mühlenbacher und Oberprechtäler Seite ist zum Teil nur 600 Meter entfernt. Das Jugendheim "Klausenheim" in Oberprechtal liegt nur zirka 50 Meter neben einem der Standorte. Hier, so Planer Kienzler, Schonach, versucht die wohl schon existierende Windkraftgesellschaft das Haus (es ist Eigentum der katholischen Kirche) zu erwerben, um die Windkraftanlage mit den eines Wohngebäudes überschreitenden Immissionen baurechtlich durchsetzen zu können.

Folge: Das Haus kommt für eine Nutzung als Ferienwohnhaus aufgrund von Lärm und Schattenwurf nicht mehr in Frage und wird darüber hinaus seinen baurechtlichen Status verlieren.

Oberprechtal hat eine über 100-jährige touristische Tradition, die ein zweites Standbein für viele Landwirtschaftsbetriebe und der noch intakten Landschaft geschuldet ist. Wenn der geplante Windpark in eines der reizvollsten Gebiete des oberen Elztals, direkt neben Wanderwegen wie Westweg, Jakobsweg und Zwei-tälersteig gebaut wird, stellt dies eine Gefahr für diesen sanften Tourismus dar.

Auch ist das Vorgehen verwunderlich: Weder angrenzende Grundstückseigentümer noch die Bevölkerung von Oberprechtal wurden bis zu dieser Info-Veranstaltung (um die im Übrigen der Ortschaftsrat Oberprechtal bat) über die schon weit fortgeschrittenen Pläne, bei denen schon Schattenwurfszenarien, Lärmgutachten und Windmessungen durchgeführt wurden, mit einbezogen.

Sicher wird die Ausweisung von Windkraftstandorten immer unterschiedliche Interessen berühren. Doch ist eine so einseitige Abwägung zu Lasten der Nachbargemeinde sehr fraglich, zumal es sich bei den Standorten bezüglich Windhöffigkeit, so der Planer, nur um zweitklassige Standorte handelt und es Standorte mit viel mehr Potential auch auf Elzacher Gemarkung gibt. Wenn schon Energieerzeugung durch Windkraft angestrebt wird, sollte diese auf den windhöffigsten Standorten in Abstimmung über kommunale Grenzen ausgewiesen werden, etwa als interkommunales Gewerbegebiet. Sonst liegt der Verdacht nahe, dass es bei Windkraftnutzung nicht um das Ziel der Schaffung regenerativen Energie, sondern lediglich um den Profit Weniger geht.

Albert Läufer, Eilet 5, Elzach-Prechtal



Autor: Albert Läufer, Eilet 5, Elzach-Prechtal