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10. Oktober 2011

Menschlich wichtig und ökonomisch sinnvoll

Die BDH-Klinik Elzach feierte ihre 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt und einem medizinischen Symposium über neurologische Rehabilitation.

  1. 50 Jahre BDH-Klinik, Festakt

  2. 50 Jahre BDH-Klinik, Festakt

WALDKIRCH. Zur Erholung von kriegsgeschädigten Hirnverletzten am 13. Mai 1961 gegründet, hat sich die BDH-Klinik Elzach in ihren 50 Bestehensjahren längst von einem Kurheim und Sanatorium zu einem anerkannten Spezialisten für neurologische Rehabilitation und Geriatrie entwickelt, der auch akutmedizinische Aufgaben übernimmt. Dafür gab es am Freitagnachmittag bei einem Festakt viel Lob von Vertretern aus Politik und Medizin. Am Samstag schloss sich ein Symposium über die Zukunft der neurologischen Rehabilitation an.

Neben vielen Daten zur erfreulichen Entwicklung der Elzacher Klinik, unter anderem dargelegt von Ilse Müller, der Bundesvorsitzenden des BDH-Bundesverbandes Rehabilitation, also dem Verein, der alleiniger Gesellschafter der Elzacher BDH-Klinik ist, wurden auch die schwierigen Rahmenbedingungen der Klinikentwicklung klar benannt.

Reha lohnt sich – so überschrieb Bernd Fey, Geschäftsführer der Elzacher Klinik, seine Eingangsworte zum Festakt. Während seine Nachredner vor allem auf den menschlichen Gewinn durch die Rehamaßnahmen nach schweren Krankheiten oder Unfällen sowie auf die in geduldiger Arbeit aller Beteiligten erzielten Erfolge zur schrittweisen Rückkehr der Patienten ins Leben eingingen, legte Bernd Fey Ergebnisse einer Studie der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft vor. Danach lässt sich der Erfolg der Rehabilitationskliniken genau in volkswirtschaftlichen Kategorien wie Wertschöpfung, vermiedenen Krankheitstagen oder gesparten Rentenzahlungen bemessen und beweisen.

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Gleichwohl hätten die Rehakliniken im deutschen Gesundheitssystem noch immer eine eher schwierige Stellung, verglichen mit Akutkrankenhäusern und Pflegeheimen. Ihre personalintensiven Dienstleistungen am Menschen – in Elzach werden pro Jahr etwa 2200 Patienten behandelt mit 300 bis über 400 Minuten Therapie pro Tag – würden durch die Pflegesätze kaum angemessen gedeckt. Eine kostendeckende Arbeit in der gemeinnützigen, also nicht profitorientierten BDH-Klinik sei nur möglich dank der Tarifzurückhaltung der 450 Beschäftigten. Gleichwohl sehe man sich gut aufgestellt und gehe davon aus, dass man in 50 Jahren in Elzach dann das 100-Jährige der Klinik feiern könne, schloss Fey.

Dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Zukunft leichter werden, konnten auch die Vertreter vom Land und den Kassen – erwartungsgemäß – nicht versprechen, denn der demografische Wandel wird für alle medizinischen Bereiche ganz im Gegenteil mit einem bisher ungekannten Kostendruck verbunden sein. Ministerialdirektor Jürgen Lämmle vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, konnte lediglich in Aussicht stellen, dass das Land versuchen werde, seine Möglichkeiten zu nutzen, damit Reha-Einrichtungen in Zukunft "von den Kostendämpfern des Gesundheitssystems geringer belastet werden als andere". Letztendlich bleibe es wohl bei der Situation, dass die Klinik dies mit den Kostenträgern eigenverantwortlich und selbst aushandeln müsse. Dirk Fischbach, Regionalgeschäftsführer der Barmer GEK, ging auf das leidige Thema Finanzierung nicht ein und beschränkte sich in seiner Gratulation eher auf die menschlichen Aspekte: eine motivierte und qualifizierte Mitarbeiterschaft und viele zufriedene Patienten.

Landrat Hanno Hurth, der auch Grüße des Elzacher und des Windener Bürgermeisters überbrachte, würdigte die BDH-Klinik als wichtigen Baustein im Gesundheitssystem des Landkreises. Die Klinik seiner einer der zehn größten Arbeitgeber im Kreis. Vorbildlich seien auch die hier angesiedelte Krankenpflegehilfeschule und die unverzichtbaren Leistungen der Klinik für die notärztliche Versorgung des oberen Elztals.

Professor Jürgen Bengel von der Uniklinik ging auf die hervorragende und zuverlässige Zusammenarbeit bei der Behandlung von neurologischen Akutpatienten ein und die an der Elzacher Klinik praktizierte, vorbildhafte Arbeit im interdisziplinären Team zum Wohle der schwerkranken Patienten.

Prof. Claus-W. Wallesch, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Elzach, versäumte es nicht, mit Dank auf seine Vorgänger und die früheren Klinikleiter sowie die Unterstützung durch den BDH, den Klinikförderverein und die Hannelore-Kohl-Stiftung zurückzublicken. Der Beginn der Behandlung von Kassenpatienten sei für die Entwicklung ebenso bedeutsam gewesen, wie die Erweiterung und Sanierung der Gebäude und die inhaltlichen Veränderungen, die die Klinik ins 21. Jahrhundert katapultiert hätten.

Klinikseelsorger Josef Sonner sprach zum Schluss des offiziellen Teils über die Festgäste, die Klinik, ihre Mitarbeiter und Patienten den Segen aus.

Autor: Sylvia Timm