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21. Juni 2010 14:19 Uhr

Paracycling-Europacup

Mit der Hand am Rad gedreht

Ein sportliches Großereignis ging am Wochenende in Elzach über die Bühne: Der Radfahrverein Concordia Prechtal richtete den "Europacup im Paracycling" aus. Mit dem Eurocup wurde gleichzeitig die Deutschen Meister im Behindertenradsport ermittelt.

  1. 60 Kilometer Strecke waren beim Tandem-Rennen zu absolvieren. Foto: Fotos:  Ringwald

  2. Tiefergelegt: Handbike beim Cup-Rennen. Foto: Ringwald

ELZACH. Dazu gab es zwei Wertungen, am Samstag ein Einzelzeitfahren in Prechtal allein gegen die Uhr und dann am Sonntag ein Straßenrennen mit Massenstart in Elzach.

Solobike, Tandem und Handbike

Paracycling ist die internationale Bezeichnung für den Behindertenradsport. Die Sportler starten je nach Art ihrer Behinderung auf dem Solobike – also dem "normalen" Rennrad, dem Tandem, dem Tricycle (Dreirad) oder dem Handbike.

Der am Wochenende ausgetragene Eurocup gehört zu einer europaweiten Rennserie und ist in der zweithöchsten internationalen Kategorie eingestuft. Das Rennen wird als Qualifikation zu den Paralympischen Spielen 2012 in London gewertet. So "sprechen" auch der "Bund Deutscher Radfahrer" (BDR) und UCI (Union Cyclisme Internationale) ein gewaltiges Wörtchen mit, dem entsprechend hoch sind die Anforderungen an den Ausrichter. Allein für die Zeitmessung mussten der Radfahrverein über 3000 Euro an ein zertifiziertes Unternehmen überweisen.

150 Sponsoren

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Die Prechtäler Radfahrer hatten 2009 bereits zum dritten Mal die Deutsche Meisterschaft der Behindertenradsportler ausgerichtet. Am Rande dieser Veranstaltung kam letztes Jahr die Idee auf, auch einmal einen internationalen Wettbewerb nach Elzach zu holen, wie Concordia-Vorsitzender Franz Bischoff bei einem Pressegespräch erzählte. Nach einigen Gesprächen kam dann im September die offizielle Zusage. Seither haben die Prechtäler mächtig koordiniert und organisiert. "Die Veranstaltung muss vor Beginn finanziert sein", so Franz Bischoff. Das gelang mit Hilfe von 150 Sponsoren. Trotzdem hätten sich die Verantwortlichen am Wochenende über mehr Besucher und Zuschauer sehr gefreut.

Über 100 Sportler aus 13 Ländern

Außer zu Beginn des Einzelzeitfahrens am Samstag war es die meiste Zeit trocken. Auch und gerade die Athleten waren wohl froh, dass es nicht hochsommerlich war. An den Rennen nahmen über 100 Sportler aus 13 Ländern teil. Untergebracht waren die Teams von Buchholz bis Oberprechtal. Bereits am Freitag reisten die meisten Teams an und konnten sich ab 16 Uhr im Rennbüro im Schulzentrum akkreditieren. Richtig los ging es dann Samstag ab 12 Uhr mit dem Einzelzeitfahren. Je nach Disziplin galt es bis zu 18,6 Kilometer zu bewältigen, Start war beim Rathaus Prechtal. Das Wetter war mäßig, die Strecke anspruchsvoll – aufwärts Richtung Schonach. Am Sonntag ging es dann ab 10 Uhr auf einen 2,4 Rundkurs durch die Kernstadt weiter, dieser musste bis zu 25 Mal – also bis zu 60 Kilometern – umrundet werden.

Das Rennen soll zur Tradition werden

Auf dem Pausenhof und in der Festhalle hatten die Radfahrer Verpflegungsstände aufgebaut. Da sich das Zuschauerinteresse in Grenzen hielt, kam leider keine richtige Volksfeststimmung auf.

Gleichwohl war Franz Bischoff – wie auch Ingo Rees, der verantwortliche Rennkommissar vom UCI – zufrieden mit der Veranstaltung und die beiden hoffen auf eine Wiederholung. Dorothee Vieth (Weltcupsiegerin vom vergangenen Wochenende und Zweite in Elzach im Handbike) sagte zu Heinz Kleeb, Koordinator des Bundes Deutscher Radfahrer: "Bitte hilf mit, dass Elzach eine Tradition begründet". Ähnlich äußerte sich der tschechische Nationaltrainer Victor. Kleeb selbst, hält die Voraussetzungen in Elzach im internationalen Vergleich für wettbewerbsfähig. "Die Einstellung aller stimmt. Die Landschaft und die Topographie sind grandios".

So hoffen die Verantwortlichen der Concordia wie auch Bürgermeister Holger Krezer, auch im kommenden Jahr wieder eine internationale Veranstaltung ausrichten zu dürfen. Ziel sei es, so Franz Bischoff, den Paracycling-Europacup in Elzach für die kommenden Jahre fest zu etablieren. Für die Organisation und das gute Zusammenspiel gab es von allen Beteiligten ein großes Lob, so dass sich alle auf eine Neu- beziehungsweise Wiederauflage in 2011 freuen.

Autor: Christian Ringwald