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09. Februar 2012
"Wir haben die Teufel gern"
Beim Zunftabend in Oberprechtal hatte das Publikum bei den diversen Auftritten viel zu lachen.
ELZACH. Schabernack und Klamauk waren groß geschrieben – in der Bütt, bei Tänzen, Sketchen und Gesang. Die Narrenzunft Oberprechtal schonte mit ihren Darbietungen beim Zunftabend in der Festhalle die Lachmuskeln der vielen Besucher wieder mal gar nicht. Das bunte Programm kam super an.
In alter Tradition ging es nach dem Einmarsch und der Begrüßung von Zunftmeister Rudi Fischer los mit dem schaurig-schönen Tanz der Bergteufel. Die Legende lebte auf. In diesem Jahr führten Diana Schneider und Donata Klausmann, das bewährte Moderations-Gespann, in feschen Dirndln und dann auch noch schön schmalzig singend durch die Show. Diese Zwischenparts waren dem Publikum immer wieder einen Extra-Applaus wert. Die Musikkapelle der Narrenzunft trug mit etlichen toll intonierten Schlagern, Partyhits und auch mal einem zünftigen Marsch unter der Leitung von Dirigent Thomas Wölfle vollends dazu bei, die Stimmung zwischen den Vorführungen auf der Bühne zu halten. Dafür erntete sie viel Beifall und am Ende im Namen aller ein großes Lob vom Zunftmeister.Werbung
Eine Hymne auf die Hästräger der Zunft gab der Männerchor zum Besten mit dem Titel: "Wir haben die Teufel so gern". Was einem in der Ferne widerfahren kann oder auch geweissagt wird, wenn man sich auf einen "Aladin" einlässt, zeigten Joachim Allgeier und Roland Schätzle in ihrem Sketch auf. Der Frauenchor bombardierte seinen "musikalischen Leiter" Ralph Rebholz dann mit so vielen geschlechterspezifischen und kulturell belasteten Fragen, dass der am Ende resigniert beipflichten muss, dass er als Mann von all dem keine Ahnung hat.
Vor der Pause wurde es richtig heiß, und spaßig auch: Das Junge-Männer-Ballett der Zunft machte seinem Namen "Tanz-Devils" alle Ehre. Miniröckchen und der enorme Vorbau wippten um die Wette, stramme Beine flogen in die Höhe und gemeinsam mit den männlichen Kontrahenten ging’s über zum akrobatischen Teil, Pyramiden inklusive. Das Publikum grölte, die Zugabe wurde gewährt.
Nicht wegzudenken vom Oberprechtäler Zunftabend ist Hansi Moser. Der lässt sich in der Bütt wieder gehörig aus über die Missgeschicke, die im letzten Jahr so manchem Bürger aus dem Ort widerfahren sind. Der Blechner hat am Hallendach wohl Schächte vertauscht, nach den Installationsarbeiten schoss aus dem Kabelschacht jedenfalls Wasser heraus. "Der Jäkle meint, die halbe Waldkircher Straße ist weg, bis zum Parkplatz in Niederwinden schafft er’s, zu lenken und kann sich dabei den Straßenverlauf nur denken. Dort stellt er mit Schande fest und mit Unmut, Brille und Kontaktlinsen zusammen tragen tut nicht gut". Schließlich der Metzger, der mit einem Schlauch testet, ob der Öltank leer ist, und dabei "das Muul voll kriegt".
Doch Hansi Moser bekommt in diesem Jahr selbst sein Fett weg: Nicole Becherer, die nach ihm überraschend und erstmals die Bütt betritt, gibt bekannt: "Hansi, nach vielen Jahren bist jetzt du endlich mal dran." Eine Panne tut sie kund, die ihm auf der Arbeit widerfuhr. Wollte wohl die Nase reinstecken in was, doch fiel hinter ihm, "bätsch", die Tür ins Schloss. Den Aufwand war das wohl nicht wert, "eine halbe Stunde musste er warten auf den Retter mit Schwert". Und den Hansi freut’s, dass er in Nicole eine gute Nachfolgerin sieht, wenn er’s mal nicht mehr macht.
Ralph Rebholz, Manfred Bonnart und Kilian Jäkle parodieren im nächsten Sketch Welthits. Deren Titel, umbetont oder verdeutscht, bieten Nährboden für die komischste Wortspiele. Die Zuhörer sind begeistert. Dann geht es ins "Paulaner". Die Serviererin dort kann ja ziemlich viele Fremdsprachen, aber eins versteht sie eben nicht – Dialekt.
Nun wird es auf der Bühne wieder spritzig. Die Damen-Tanzgruppe der Narrenzunft hält einen visuellen Leckerbissen bereit – eine einwandfreie Tanzdarbietung, mit klassischen und fetzigen Elementen, und alles voll synchron.
Doch das haben auch die reiferen Männer vom Herrenballett drauf, das lässt sich nicht bestreiten. In holländischen Trachten, besser gesagt gekleidet à la "Frau Antje", bieten sie Reigen-, Linien- und Windmühlenfiguren, neckisch und keck und halten auch einen Überraschungseffekt parat – beim Heben der Röcke steht auf den Hosenböden geschrieben; "Traum von Amsterdam", der Titel auch von dem Stück, auf welches sie hier ihr Tänzchen trieben.
Autor: Karin Heiß
