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09. Februar 2012

Zentrumsnah, mit Charme

Der Gemeinderat diskutierte über das potenzielle Neubaugebiet "Domänefeld".

ELZACH. Auch Elzach möchte seine jungen Familien in Elzach halten und langfristig die Bevölkerungszahl stabilisieren, Möglichkeiten zu einer Wohnbebauung gibt es jedoch nur noch wenige in Elzach Stadt. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie zum möglichen Neubaugebietes "Domänenfeldes" (oberhalb der Alten Yacher Straße), zeigte nun aber neue Möglichkeiten auf. Für die Gemeinderäte ein wichtiges Projekt mit Charme, welches nun, nach einer grundsätzlichen Zustimmung im Rat, erst einmal in den Stadtentwicklungsausschuss zurückgegeben wurde.

Das "Domänenfeld" ist oberhalb der Alten Yacher Straße angesiedelt, in unmittelbarer Nähe zum im Entstehen befindlichen Gewerbepark Rißlersberg. Dort bewegt man bekanntlich schon seit einiger Zeit größere Erdmassen. Der Wunsch, in Elzach Wohnraum für junge Familien zu schaffen, hat nun dazu geführt, dass über die Kommunalentwicklung (KE) – sie ist auch mit dem Gewerbepark Rißlersberg befasst – eine Wirtschaftlichkeitsstudie für das gleich oberhalb liegende "Domänefeld" in Auftrag gegeben wurde. Der ursprüngliche Ansatz ging dabei davon aus, dort ein 22 590 Quadratmeter großes Wohngebiet zu entwickeln und erschließen. Das Schallschutzgutachten führte aber zu einer nötigen Teilausweisung eines Mischgebietes, weshalb eine wirtschaftliche Umsetzung fraglich wurde. In einem "neuen Ansatz", so die KE, wird nun von einem 32 480 Quadratmeter großen Wohn- und Mischgebiet ausgegangen. Davon entfallen dann 1,5 Hektar auf das Wohngebiet, 1,2 Hektar werden als Mischgebiet ausgewiesen und ein halber Hektar ist für Verkehrs- und Grünflächen veranschlagt.

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Notwendig ist hierfür aber ein zusätzlicher Flächenerwerb. Der kalkulierte Bauplatzpreis ist dabei abhängig von Herstellkosten, Grundstück, der Finanzierung und der städtebaulichen Planung. Desweiteren gelte es, Rahmenbedingungen wie Lärmschutz, Immissionen, den Ausbau der Erschließungsstraßen, sowie mögliche Altlasten und Biotope zu berücksichtigen. Die KE stellte weitere verschiedene Varianten vor, denen unterschiedliche Finanzierungs- und Erschließungsmodelle zugrunde lagen. Eine Erschließung des Gebietes, so die abschließende Erkenntnis der KE, scheint lohnenswert.

Jetzt ist erst wieder der Stadtentwicklungsausschuss am Zug

Dieser Ansicht ist auch die Stadtverwaltung, die auf die jungen Familien und die erstrebte Bevölkerungsstabilisierung in Elzach hinwies. Des Weiteren erscheine das Gelände unter Umständen auch für einen Kindergartenneubau interessant, so Bürgermeister Holger Krezer, der aber auch darauf hinwies, dass ein anderes Gebiet in dem Maß im Flächennutzungsplan reduziert werden müsse, "wie wir hier aufstocken". Alle Fraktionen sahen den Charme des Gebietes und der Notwendigkeit, Baugrund zu schaffen, allerdings wollten die Kommunalpolitiker das finanzielle Risiko der Stadt etwas genauer wissen. Und auch die Frage, ob es "wirklich Bedarf gibt", wurde in den Raum geworfen. Ebenso angesprochen wurde die Möglichkeit der "Nachverdichtung" schon bestehender Baugebiete. Michael Maier (SPD) vertrat hier die Ansicht, dass die Stadt Angebote und Reize schaffen müsse: "Dieses Gebiet ist neben dem Nahverkehr und der Bildung ein weiterer Mosaikstein für unsere Stadt". Die Idee von Peter Haiss (Freie Wähler), den Punkt in den Stadtentwicklungsausschuss zurückzugeben, wurde von allen befürwortet, wenngleich Bürgermeister Krezer und die Verwaltung gerne einen Grundsatzbeschluss herbeiführen wollten. "Wir wollen ein Signal setzen, dass wir das Projekt nachhaltig verfolgen und dass es vorwärts geht", so Holger Krezer weiter, der auch darauf hinwies, dass die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes Zeit in Anspruch nehme und diese sollte man nicht verschenken.

Schlussendlich konnte man sich darauf einigen, dass ein Grundsatzbeschluss herbeigeführt werden muss, so dass der Gemeinderat also einer Erschließung grundsätzlich zustimme. Parallel dazu werde das Anliegen aber erst in den Stadtentwicklungsausschuss, der bekanntlich nur beratend tätig ist, (zurück) gegeben. Welche Flächen nun im Gegenzug tatsächlich aus der Flächenplanung herausgenommen werden (müssen), werde zu einem späteren Zeitpunkt des Prozesses beraten. Auch dabei, so hieß es weiter, gelte es natürlich den Grundsatz einer Gemeinde – der "Schaffung des Gemeinwohls" – zu beachten.

Autor: silke Nitz