Zum Auftakt läuft er in der Wüste

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Di, 18. April 2017

Elzach

"World Runner" Uwe Tritschler will in drei Jahren zu Fuß um den halben Globus – zugunsten von Kinderkrebsklinik und "HfK".

ELZTAL. Heute, am Gründonnerstag, geht’s los: Wenn Uwe Tritschler ins Flugzeug nach San Francisco steigt, macht er einen Lebenstraum wahr: Ein Lauf um die (halbe) Welt. Der durchtrainierte Sportler will drei Jahre unterwegs sein. Wobei diese "World running tour" nicht nur Selbstverwirklichung, sein soll, sondern vor allem einen guten Zweck hat: Uwe Tritschler sammelt Spenden für die Kinderkrebsklinik Freiburg und den Verein Hoffnung für Kinder im Elztal und Seitentälern (Hfk).

Uwe Tritschler ist in der Region vor allem bei Sportinteressierten bestens bekannt. Erst recht, seit er seit 2010 mehrere Titel diverser Sportverbände holte: Boxeuropameister (2010/11) und -weltmeister (2012), Kung-Fu-Europameister (2010) und ein Amateur-Weltmeistertitel in einer weiteren Selbstveteidigungssportart.

Auch jetzt, mit 47, bleibt Tritschler – gebürtig aus Niederwinden, er wohnt in Biederbach und hat ein Fitnessstudio in Waldkirch (früher in Elzach) – ein Meister der Vielseitigkeit. Seit einiger Zeit widmet sich das Leichtgewicht dem Laufen. Wer nun denkt, er dreht da abends ein oder zwei Stunden lang seine Runden oder macht sogar mal bei einem Marathon mit, kennt Uwe Tritschler schlecht. Er testet immer noch gern seine Grenzen aus: "Wenn einer sagt, das geht nicht, dann probier’ ich immer das Gegenteil", das war schon früher so." In den letzten Monaten hat er unter anderem getestet, wie es denn so ist, den Zweitälersteig, also die gut 100 Kilometer Wanderwege rund ums Elz- und Simonswäldertal "in einem Rutsch" und möglichst viel laufend statt wandernd, zurückzulegen. Oder , ob man es wohl in 15 Tagen zu Fuß von München nach Venedig schafft. Oder ein 100-Kilometerlauf bei Berlin (also mehr als zwei Marathons!). Kurz gesagt: Natürlich sind das alles auch für Tritschler Strapazen, aber geschafft hat er’s jedes Mal.

Nun also wird er ein "World Runner", ein "Weltrenner". Wenn er heute in San Francisco landet, geht’s gleich weiter nach San Diego an der mexikanischen Grenze. In Mexiko startet dann der erste Teil seiner Welttour – rund 4500 Kilometer oder vier, fünf Monate bis hinauf an die kanadische Grenze bei Vancouver. Denn immer nach vier, fünf Monaten, das hat er seiner Familie – seiner Frau und seinen zwei Kindern – versprochen, will er für einen Monat zurück nach Hause kommen. Sein Fitnessstudio betreibt während seiner Abwesenheit sein gut eingearbeiteter Angestellter Marlon Tröscher.

Bei dieser ersten Etappe hat Uwe Tritschler "relativ Respekt" vor der heißen Mojave-Wüste gleich zu Beginn, durch die seine Tour stolze 1200 Kilometer lang führt ("in einer Wüste bin ich noch nie gelaufen") und hofft auf keine Begegnungen mit Klapperschlangen und Skorpionen.

Etwa 50 Kilometer sollen seine Tagesetappen betragen, auch in solch’ eher lebensfeindlicher Umgebung und obwohl er neben zehn Kilogramm Gepäck (Zelt, Wechselkleidung, Verbandszeug, extrem leichte "Astronautennahrung"etc.) auch sechs Liter Wasser im Rucksack mitschleppen muss – also nicht gerade wenig. "Auf der Ebene und bergab renne ich, das ist ’runder’ und besser für meine Gelenke", teilt der geübte Sportler eine doch eher erstaunliche Erfahrung mit.

Der zweite Teil geht dann von Los Angeles quer durch die USA bis New York, der dritte vom südlichsten Punkt Europas (Tarifa/Südspanien) zum nördlichsten (Nordkap), wo dann zum Glück das Elztal ja an der Strecke liegt. Ebenso bei Teil vier: Nordkap – Griechenland. Es folgt Tour fünf: Indien-Burma-Thailand-Malyasia, dann Flug nach Australien und dort von Darwin der Küste entlang bis Melbourne. Schließlich geht es von Peru nach Norden durch Mittelamerika zum Ausgangspunkt in Mexiko. Drei Jahre werden dann vergangen sein – wenn alles einigermaßen gut verläuft: "Bei diesen Distanzen kann ja soviel passieren – Krankheiten, Verletzungen..." weiß Uwe Tritschler.

Die letzten Wochen waren für den World Runner trotz viel Vorfreude auch voll Anspannung, musste er doch noch so viel erledigen. So ist er froh, dass seine Frau so hinter ihm steht und akzeptiert, wenn er sagt: "Ich habe noch ein paar Ziele in meinem Leben", zum Beispiel seinen Körper weiter bis an die Grenzen herauszufordern oder andere Länder kennenzulernen. Aber vor allem will er helfen: "Ich wollte was für eine guten Zweck machen." Da kamen ihm die hierzulande bestens etablierten Einrichtungen Kinderkrebsklinik Freiburg und Hoffnung für Kinder im Elztal gerade recht. Für sie will er "pro gelaufenen Kilometer 40 Euro" zusammenbringen. Nicht nur, indem er darauf baut, durch seinen Lauf unterwegs bekannt zu werden, sondern auch durch Sponsoren.

Spendenkonto für beide Institutionen: Uwe Tritschler. Verwendungszweck: One Heart for Children, IBAN De 26 680 700 240029 499101.