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07. Februar 2012 20:08 Uhr

Bürgerforum

Bareg Recycling will erweitern – und provoziert Widerstand

Das Recyclingunternehmen Bareg will sein Areal in Windenreute erweitern und in Zukunft weniger Bauschutt, dafür mehr Papier und Kunststoff verarbeiten. Nicht alle im Ort sind von den Plänen begeistert.

  1. Bareg ist seit 1996 in Windenreute ansässig (Archivbild). Foto: Gerhard Walser

Gegen die geplante Erweiterung des Firmengeländes des Recyclingunternehmens Bareg GmbH bei Windenreute formiert sich Widerstand. In der öffentlichen Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses der Verwaltungsgemeinschaft (VVG), in der die Aufnahme des als Sondergebiet ausgewiesenen Geländes der alten Ziegelei in den Flächennutzungsplan beschlossen wurde, kündigten besorgte Bürger an, auf dem Weg des Bürgerforums ihre Bedenken zu formulieren.

Bareg plant größere Investitionen

Zur Vorgeschichte: Im Juli 2010 hatte der Emmendinger Gemeinderat für das potenzielle Erweiterungsgelände der bestehenden Abfallaufbereitungsanlage einen Bebauungsplan aufgestellt. Darin wird die bisherige landwirtschaftliche Fläche als Sondergebiet ausgewiesen. Der 1996 in seiner heutigen Form genehmigte Betrieb möchte nach Norden hin erweitern und plant größere Investitionen. Das Gelände soll neu organisiert, eine neue Eingangs- und Ausgangswaage installiert und eine Halle zur Lagerung von Holz und Gipsabfällen gebaut werden. Der Grund: Der Schwerpunkt des Unternehmens wandelt sich von der reinen Bauschuttaufbereitung und Baustellenentsorgung hin zum Recycling von Papier, Kartonagen und Gewerbeabfällen wie Kunststoffen. Die Kapazität für Bauschutt soll reduziert, dafür mehr Wertstoffe gepresst und umgeschlagen werden. Auftraggeber sind unter anderem ein großer Handelsmarkt und die Autoindustrie.

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Mit dem Bebauungsplanverfahren will die Stadt auf dem Gelände für "geordnete Verhältnisse sorgen", wie Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Kretschmer betonte. Zwar habe der Betrieb Bestandsschutz, aber ein "unkontrolliertes Wachsen" soll angesichts der geplanten starken Veränderung der Produktion nicht erfolgen. Insbesondere Fragen des Immissionsschutzes gelte es zu klären und auch die Frage, ob es am Standort generell eine Zukunft für das Unternehmen gebe. "Wir sind erst am Anfang des Verfahrens", reagierte Kretschmer auf mehrere Anfragen besorgter Bürger in der Sitzung des VVG am Montag. Der Gemeinsame Ausschuss der Verbandsgemeinden hatte die Änderung des bestehenden Flächennutzungsplanes zu beschließen, die auch einstimmig erfolgte. Dies habe indessen keinen Einfluss auf das eingeleitete Bebauungsplanverfahren in dem sämtliche offene Fragen noch geklärt würden, versicherte Kretschmer: "Es ist noch keine Entscheidung gefallen".

Einige Bürger aus Windenreute wollen nun ihre Kritik an der Planung im Rahmen eines Bürgerforums formulieren – jener neuen Form der Bürgerbeteiligung, die Verwaltung und Gemeinderat unlängst entwickelt haben, um die Transparenz kommunalpolitischer Entscheidungen zu verbessern. Ulla Armbruster, Holger und Marie Anne Grages und Ulrich Schraml sehen bislang große Informationsdefizite über Ausmaß und Folgen der geplanten Veränderungen. Sie befürchten eine Zerstörung des Landschaftsbildes und eine Existenzbedrohung für landwirtschaftliche Betriebe, die in der Nachbarschaft Obst und Gemüse anbauen. Auch die Zunahme des Schwerlastverkehrs und die ungünstige Verkehrsanbindung der Anlage, weit entfernt von Bundesstraße und Autobahn, führen sie als Argumente ins Feld. Emissionen und Lärm würden durch die Erweiterung in Richtung der Ortschaft Windenreute darüber hinaus die dortige Bevölkerung besonders stark treffen.
Bareg Recycling und Entsorgung GmbH
Bareg wurde 1994 durch die Gebrüder Pontiggia gegründet und ist inzwischen ein Betriebszweig der Paul Becker GmbH in Denzlingen. Seit 1996 in Windenreute ansässig, nutzt das Unternehmen das Gelände des ehemaligen Ziegelwerks als kontrollierter und zertifizierter Entsorgungsbetrieb mit Niederlassungen in Orschweier und Eschbach. Verarbeitet werden Bauschutt und Papier sowie Kunststoffe.

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Autor: Gerhard Walser