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11. Mai 2013

Biker mit Herz

Motorradtreffen für Menschen mit und ohne Behinderungen an der Esther-Weber-Schule in Wasser.

  1. Spannung und Vorfreude ist den Beiwagenpassagieren deutlich anzusehen Foto: Markus Zimmermann               

EMMENDINGEN-WASSER. Schon bevor man das Fahrerlager, das sich am Vatertag im Hof der Esther-Weber-Schule versammelt hat, zu Augen bekommt, ist es zu hören. Vielfältig ist der Sound, der über das Gelände dröhnt. Über den satten Bass der Harleys legt sich ein leichteres Brummen von Viertaktmotoren. Unverkennbar, bei Motivent treffen sich "schwere Jungs mit starken Maschinen und großem Herz".

Bereits zum dritten Mal war die Esther-Weber-Schule Start und Ziel der Motiventrunden, bei denen sich Gespannfahrer und andere Motorradfreunde treffen, um behinderten Menschen ein einmaliges Erlebnis und Freude zu bereiten.

Die ersten drei Veranstaltungen dieser Art waren zuvor von Stegen im Dreisamtal aus gestartet, wo eine Schule für Hörgeschädigte ansässig ist. "Für die körperlich stark eingeschränkten Teilnehmer ist es besser, wenn wir uns an der Schule für Körperbehinderte treffen", erklärt Peter Bergmann, der stellvertretende Vorsitzende des ausrichtenden Vereins. An der Esther-Weber-Schule sei die Infrastruktur perfekt und zudem die Motivation aller Mitarbeiter hervorragend.

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Das Lachen der Mitfahrer ist die Belohnung

Die Einladungen gingen vom Motivent-Verein aus, dessen Signet mit der Verbindung von Biker und Rollstuhlfahrer schon augenfällig deutlich macht, um was es geht. Neben den Motorradfreunden aus der Region werden auch überregional Interessierte angesprochen. Außerdem spreche sich in der Bikerszene herum, so Bergmann, welch einmaliges Erlebnis mit der Veranstaltung verbunden ist. "Wer als Motorradfahrer einmal die Freude im Gesicht, das Lachen der Mitfahrer gesehen hat, die ohne uns keine Chance hätten, eine Rundfahrt mit einem Motorrad zu machen, kommt wieder", erklärt er.

Am Donnerstag waren es rund 40 Gespanne und weitere rund 50 Motorradfahrer, die trotz widriger Wettervorhersage kamen und sechsmal im Konvoi eine gut 25 Minuten lange Runde um die Hochburg drehten, bilanziert Manuel Kunst. Darüber hinaus hätten zahlreiche Gespannfahrer noch Extratouren eingelegt, so der Motivent-Vorsitzende.

Doch nicht nur für Motorradfreunde aus der Region, Frankreich, der Schweiz und selbst aus Luxemburg wird die Esther-Weber-Schule am Motiventtag jedes zweite Jahr zum Mekka. "Neben den aktuellen Schülern kommen auch viele Ehemalige an dem Tag, der für unsere Schüler etwas ganz Besonderes ist", sagt Schulleiter Rainer Kirchhoff. Dass durch Spenden und Sponsoren sowohl der Förderverein der Esther-Weber-Schule, als auch die deutsche Gesellschaft für Muskelkranke in den Genuss von Zuwendungen kommen, ist für den Schulleiter ein doppelter Gewinn. "Durch den Tag selbst und die Spenden trägt Motivent bei, dass Teilhabe nicht nur ein Wort bleibt", betont Schirmherrin Esther Weber. Manuel Kunst erwartet, dass die Spendensumme wie vor zwei Jahren bei etwa 5000 Euro liegen wird.

Autor: Markus Zimmermann