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18. Januar 2016

Blick über den Spielfeldrand

Der Neujahrsempfang des FCE hat stets hochkarätige Gastredner, diesmal kam ein Buchautor.

  1. Beim Neujahrsempfang des FC Emmendingen stellte Buchautor Bernd Sautter (Mitte) sein Buch „Heimspiele – wahre Fußball-Geschichten, die unter die Grasnarbe gehen“ vor. Mit auf dem Bild Vereinsvorsitzender Renzo Düringer und 3. Vorsitzender Dieter Rees (rechts). Foto: Dieter Erggelet

EMMENDINGEN. Die Neujahrsempfänge beim FC Emmendingen in der Vereinsgaststätte Sportjournal sind seit Jahren Treffpunkt aller Fußballfeunde aus der ganzen Umgebung. "Wir möchten die fast drei Monate lange Spielpause dazu nutzen, dass unsere Mitglieder und alle Fußballfreunde aus Emmendingen und seiner der Nachbarschaft bei einem Treffen sich in zwangloser Atmosphäre wieder einmal sehen. Ganz sicher werden dabei manche Erinnerungen geweckt und langjährige Freundschaften aufgefrischt", sagte Vereinsvorsitzender Renzo Düringer im BZ-Gespräch.

Die Reihe hochkarätiger Redner bei diesem Anlass ist bunt wie das Leben. Beispielsweise war Professor Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Naturwissenschaftler, ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestags und einer der Co-Präsidenten des Club of Rome zu Gast. Frank Wormuth, DFB-Chefausbilder und Leiter der Fußball-Lehrer-Ausbildung des DFB war genauso Gastredner, wie der südbadische Sportpräsident und ehemalige Staatssekretär Gundolf Fleischer. Bei solchen Anlässen ist es fast selbstverständlich, dass der Blick weit über den Spielfeldrand hinaus geht. Abseits von Tabellenständen und sportlicher Personalsituation.

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Bernd Sautter aus Stuttgart ist geradezu Fußballphilosoph. Der Buchautor und ehemalige Jugendspieler in einem schwäbischen Verein betrachtet diese Sportart mit viel Liebe zum fußballerischen Umfeld. Früher spielte er selbst in der C-Jugend in Vaihingen an der Enz, doch Beschwerden im Hüftgelenk beendeten seine Laufbahn als Jugendspieler. Jetzt ist der 49-jährige Bernd Sautter "Groundhopper", zu deutsch "Spiel-Hüpfer". Das heißt, er reist von Fußballstadion zu Fußballstadion, um Land und Leute zu erleben. Seine Reiseziele lagen zwischen Guayaquil (Ecuador) bis Zell am Harmersbach. Schätzungsweise hat er 1000 Fußballspiele in seinem Leben besucht.

Sein Ziel ist nicht, möglichst eine Unmenge von Begegnungen an möglichst unterschiedlichsten oder gar spektakulären Orten zu sehen. Er ist stets ein paar Stunden vor und nach dem Spiel in der Umgebung des Stadions oder er begleitet Fans auf dem Weg dorthin. Zum Beispiel in Fan-Pubs oder Vereinskneipen. Ein skurriler Platzwart oder ein schräger Vereinswirt hat es ihm genau so angetan, wie manch wundersames Verhalten gegenüber den Unparteiischen einiger zweifelhafter "Fußballfreunde". Kein Wunder also, dass er sich durch dieses zeitintensive Hobby eine Menge Fußballwissen und spannende Geschichten zusammengetragen hat. 45 Geschichten in seinem Buch handeln auf Sportplätzen in Württemberg, die anderen 45 in Baden.

Fußballanekdoten aus Baden und Württemberg

Nach der Ausbildung zum Fotodesigner folgte ein Werbungstudium. Inzwischen arbeitet er als freier Texter. Diese Fähigkeiten kamen ihm zugute und ermutigten ihn bei seiner Entscheidung, ein Buch zu schreiben. In seinem kürzlich veröffentlichten Buch "Heimspiele: Wahre Fußball-Geschichten, die unter die Grasnarbe gehen", erzählt Sautter besondere Fußballanekdoten aus Baden-Württemberg. Es war mucksmäuschenstill, als er einige Kapitel vorlas. Beispielsweise schilderte er, wie noch in den 50er Jahren beim Fußballverein Heimbach ein Telegraphenmast auf dem Spielfeld stand und der Sportbetrieb mit viel Einfallsreichtum trotzdem stattfand. Oder wie ein Mann zehn Jahre lang in rund 7000 Arbeitsstunden Ettlingern ein Stadion erbaute.

Natürlich widmete er sich auch der Ära, in der der FC Emmendingen in der damaligen Regionalliga, der damals zweithöchsten Spielklasse in Deutschland, spielte. Unter anderem gegen den FC Bayern München. "Lucky Loser" bezeichnet er das Kapitel. Mit Sonderbeifall der Besucher des Empfangs wurden die ehemaligen Spieler dieser Mannschaft bedacht.

Es sind die kleinen und großen Dramen bei Fußballspielen, Sautter schildert. Die Verlierer, und nicht nur die auf dem Fußballplatz sind Inspiration für Literatur und Musik, meint er nachdenklich im BZ Gespräch und zählt dabei zahlreiche klassische Beispiele auf. Fazit: Dieses Buch beschreibt den Fußballsport als einen Teil des menschlichen Lebens.

OB-Stellvertreter Joachim Saar würdigte in seinen Grußworten die Integrationsarbeit des FC Emmendingen. Saar zeigte sich optimistisch zur Zukunft des FC Emmendingen. Die sportlich erfolgreiche Jugendabteilung sei eine grundsolide Voraussetzung für eine hohe Leistungsstärke in der Zukunft, sagte Saar.

Info: Bernd Sautters Buch "Heimspiele" ist im Silberburg Verlag erschienen und kostet 29,90 Euro.

Autor: Dieter Erggelet