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28. September 2009 15:56 Uhr
Die Bundestagswahl in Emmendingen
CDU gewinnt das Kellerduell
Ein Kellerduell lieferten sich die "großen" Volksparteien CDU und SPD bei der Bundestagswahl am Sonntag in Emmendingen. Dabei löste die Union die Sozialdemokraten, die dramatische Verluste von fast 15 Prozentpunkten zu verkraften hatten, als stärkste politische Kraft in der Kreisstadt ab.
FDP und Grüne verbuchten dagegen deutliche Zuwächse, die über denen im Bundestrend lagen. Und auch die Linken verbesserten ihr Zweitstimmenergebnis auf lokaler Ebene.
Regelrecht vom Wähler abgestraft wurden die Sozialdemokraten. Sie kamen in Emmendingen gerade noch auf 24 Prozent und verloren gegenüber 2005 (38,6 Prozent) mit 14,6 Prozentpunkten deutlich mehr an Zweitstimmen als im bundesweiten Trend – ein Ergebnis, das die Genossen schmerzen muss, die bei früheren Bundestagswahlen stets mit großem Abstand zur CDU das Feld der beiden Volksparteien in der Stadt angeführt hatten. Die CDU verlor mit 2,1 Prozentpunkten ebenfalls deutlich mehr als im Bund und landete bei 26,8 Prozent.
Von der Schwäche der in der Großen Koalition gebundenen Volksparteien profitierten die kleinen Oppositionsparteien. Die FDP legte 6,3 Prozentpunkte zu und erzielte 15,2 Prozent, die Grünen konnten ihr in Emmendingen schon lange zweistelliges Ergebnis um vier Prozentpunkte auf 19,7 Prozent verbessern – sie erreichten damit das beste Zweitstimmenergebnis im gesamten Wahlkreis. Für die Linken reichte es bei einem Plus von 3,5 Prozentpunkten für acht Prozent und Platz fünf unter den im Bundestag vertretenen Parteien. Keine Rolle spielten in Emmendingen die Splittergruppierungen und extremen Parteien. Sie blieben bis auf die Tierschutzpartei (1,05 Prozent) und die Piratenpartei (2,5 Prozent) deutlich unter der Ein-Prozent-Marke.
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Beim Blick auf die Erststimmen-Ergebnisse der Bundestagskandidaten wird deutlich, dass der Emmendinger SPD-Bewerber Johannes Fechner seinen Lokal-Bonus ausschöpfen konnte. Er erzielte in seiner Heimatstadt, in der er auch kommunalpolitisch aktiv ist, stolze 32,8 Prozent und landete damit vor CDU-Kandidat Peter Weiß (32,4 Prozent), der sich im Wahlkreis das Direktmandat mit einem deutlichen Vorsprung sicherte. Weniger Stimmen als ihre Partei sammelten in Emmendingen Alexander Bonde (Grüne, 18 Prozent), Tilla Deter (FDP, 8,5 Prozent) und Lukas Oßwald (Linke, 7 Prozent).
Deutliche Unterschiede liefert der Vergleich der Zweitstimmenergebnisse in den Stadtteilen und Stimmbezirken. So überflügelten die Grünen in Windenreute mit 26,2 Prozent die beiden Volksparteien CDU und SPD, die dort beide exakt die gleiche Zahl an Zweitstimmen (23,1 Prozent) einfuhren. Am wenigsten Stimmen verbuchten die Grünen im Wahlbezirk Fritz-Boehle-Schule 6 mit 12,3 Prozent. Die SPD holte ihr bestes Stadtteil-Ergebnis in Kollmarsreute (29,2 Prozent), ihr schlechtestes im Wahlbezirk Markgrafenschule 2 (20,1 Prozent). Die CDU schnitt im Bezirk Meerweinschule 1 mit 22,2 Prozent am schlechtesten ab und war in Maleck am erfolgreichsten (27,9 Prozent). Dort holten die Liberalen mit 25,5 Prozent am meisten Zweitstimmen und kamen damit auf Platz zwei nach der Union. Gerade mal 10,6 Prozent schaffte die FDP dagegen im Wahlbezirk Fritz-Boehle-Schule 5. Zur Hochburg der Linken wurde mit 11,7 Prozent der benachbarte Wahlbezirk Fritz-Boehle-Schule 2. Den geringsten Zuspruch verbuchte die Partei in Windenreute ( 4,3 Prozent).
Und noch ein überraschendes Ergebnis zeigt die Analyse des Wahlausgangs. Zwar ist die Bundestagswahl nicht mit der an Personen orientierten Kommunalwahl vergleichbar, doch in Emmendingen zeichnete sich im Juni bereits das Ergebnis vom Sonntag ím groben Trend ab: Damals holte die CDU 26,9 Prozent, die SPD kam auf 25 Prozent, die Grünen auf 20,1 Prozent, die FDP landete bei 12,4 Prozent, die Linken traten nicht an.
Die Wahlbeteiligung lag in Emmendingen bei 70,2 Prozent. Damit gingen deutlich weniger Wahlberechtigte an die Urnen als noch 2005 (77,7 Prozent) und im Bundestrend (71 Prozent). Insgesamt 18,1 Prozent nutzten diesmal Briefwahl.
Autor: wal
