Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. September 2011

Das Beste kommt zum Schluss

Der Straßenmusikpreis "Emmendinger Flöte" ging nach 2008 zum zweiten Mal an die Gruppe Philadelphia aus Freiburg.

  1. Und alle zusammen … Zum Abschluss musizierten alle gemeinsam im Schlosskeller. Links die Sieger Max, Ludwig und Lena Trommsdorf, hinterm Bass knieend der Zweite, Ralph Kiefer, daneben Chimichurri und Georg Kaiser (r.) Foto: Sylvia-Karina Jahn

  2. Glückwunsch zum ersten Preis: Günther Hoffmann (Spielspirale) und Lena Trommsdorf von „Philadelphia“. Foto: SYlvia-Karina Jahn

EMMENDINGEN. Dem Beifall bei der Abschlussveranstaltung nach hatten sie alle gewonnen, die vier Gruppen und Einzelkünstler, die sich dem Publikumsvotum zum Straßenmusikpreis "Emmendinger Flöte" stellten. Gemeinsam boten alle ein spontanes, mitreißendes Finale im Schlosskeller. Die "Flöte" ging zum zweiten Mal der Gruppe "Philadelphia". Platz zwei errang an Ralph Kiefer aus Friesenheim.

Vier Gruppen und Einzelkünstler stellten sich im Schlosskeller dem Votum des Publikums, das die Musiker bereits am Wochenende auf dem Künstler- und Handwerkermarkt hatte kennen lernen können. Günther Hoffmann, Inhaber der Spielspirale, die Markt und den dazugehörigen "Rhythmus unter freiem Himmel" veranstaltet und auch die Preise stiftet, erinnerte daran, dass die "Emmendinger Flöte" 2008 ins Leben gerufen wurde – analog zum Emmendinger Kleinkunstpreis, der eine Attraktion des Künstlermarkts im Frühjahr ist, sollte auch zum Herbstmarkt etwas geboten werden. "Straßenmusik ist das Salz in der Suppe, ein Mehrwert für alle", sagte Hoffmann und bedauerte, dass die Auftritte in Deutschland nicht so gern gesehen seien; sie würden sehr streng reglementiert.

Werbung


Doch auf dem Markt und am Sonntagabend im Schlosskeller hatten die Musiker freie Bahn und ein dankbares Publikum. Georg Kaiser aus Freiburg präsentierte norddeutsche Volkslieder und Scherzreime: "Wo mag denn nur mein Christian sein" und "Meine Biber haben Fieber". Ralph Kiefer aus Friesenheim präsentierte vor allem auf Tourneen entstandene Eigenkompositionen; Balkan-Rag und Tango klangen auf dem Klavier im Schlosskeller freilich noch besser als sein E-Piano zuvor unter freiem Himmel und das Publikum honorierte den Auftritt mit dem zweiten Platz – hauchfein vor der Gruppe "Chimichurri" aus Freiburg, die mit lateinamerikanischer Folklore, ergänzt mit dem Saxofon, das Publikum ebenfalls zum Mitklatschen hinriss. Doch für die Zuschauer kam das Beste eindeutig zum Schluss, "Philadelphia" mit Akustik Pop. Wie bereits im ersten Jahr der "Emmendinger Flöte" holten sich die in Freiburg lebenden Geschwister den Preis mit großem Abstand. Zum Publikum hatten sie nie Distanz: "Ich kann nicht mit Schuhen spielen", verriet Lena und streifte erst mal die Treter ab; verständnisvolles Gelächter. Die Drei verbreiteten gute Laune, wenn man sie nur anschaute, und ihre Lieder vom Weltwunder Liebe oder die zum Abschluss gewünschte "Party" trafen offensichtlich sofort ins Schwarze.

Das Publikum stimmte ab, die Veranstalter zählten. Damit die Wartezeit nicht zu lang wurde, boten alle Künstler spontan gemeinsam eine kleine Session auf der Bühne. Nach dem Willen der Zuhörer hätte die gern noch dauern dürfen...

Autor: Sylvia-Karina Jahn