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28. September 2011 15:19 Uhr

Weltschulmilchtag

Das Frühstück im Blick

Schulmilch für alle gab’s am Mittwoch, dem Weltschulmilchtag, an den Markgrafenschulen. Petra Zai-Englert, die im Rahmen der Schulsozialarbeit auch die Cafeteria auf den Weg gebracht hat, erhielt eine Auszeichnung.

  1. Schulmilch an der Markgrafen-Schule, Ehrung für Petra Zai-Englert, rechts Verena Nopper vom Verein „Schulmilch für alle“

  2. Schulmilch an der Markgrafen-Schule: Die gab’s am Weltschulmilchtag umsonst.

  3. Schulmilch an der Markgrafen-Schule: Die Schüler warten geduldig.

EMMENDINGEN. Schulmilch für alle gab es am Mittwoch, dem Weltschulmilchtag, in den Markgrafenschulen. Denn die sind, so Verena Nopper vom gleichnamigen Verein, ein Leuchtturmprojekt für den ganzen Landkreis. Nopper nutzte die Gelegenheit, Schulsozialarbeiterin Petra Zai-Englert für deren engagierte Arbeit rund um das Wohlbefinden der Schüler auszuzeichnen.

Und das wiederum ist wichtig für den schulischen Erfolg, machte Verena Nopper deutlich. Die Leistungsunterschiede zwischen Schülern mit und ohne Frühstück seien groß und es sei besonders fatal, dass gerade in vielen sozial schwachen Familien nicht gefrühstückt werde; Kinder, die ohnehin zu Hause weniger Bildungsanregungen erhielten, starteten auch noch mit schlechteren Voraussetzungen in den Schulalltag. Klar sei dies eine Aufgabe der Eltern, "aber die Realität sieht anders aus." Das haben Zai-Englert und die Verantwortlichen der Schule erkannt und sorgten seit Jahren dafür, dass die Kinder ein frisches und reichhaltiges Frühstücksangebot mit Milch vorfänden. Die liefert seit Schuljahresbeginn die Schwarzwaldmilch, die die entsprechenden Zuschüsse abruft und weiterreicht.

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Die Markgrafenschule zeichnet sich nicht nur durch die Teilnahme am Schulmilchprojekt aus, sie hat auch, wie Nopper erfreut feststellte, bereits eine frühe Kiosköffnung und einen anderen Pausenrhythmus geschaffen. Die Stadtverwaltung habe die Cafeteria beim Umbau großzügig ausgestattet, freute sich Realschulrektor Diether Neumann, so dass die frischen Produkte gut gelagert werden können. Beim Schulmittagessen gebe es zwar noch Pizza und Döner, doch mit der neuen Cafeteria wachse auch die Zahl der Bestellungen für ein richtiges Mittagessen.

Ein anderer Wunsch der Schule sei dagegen gescheitert: Die Realschule wollte einen späteren Schulbeginn, was den Schülern auch mehr Zeit für das Frühstück lassen würde; doch die öffentlichen Verkehrsmittel schafften die Umstellung nicht. "Noch nicht", ist sich Neumann mit seinem Kollegen Joachim Saar einig, der zugleich als Oberbürgermeister-Stellvertreter darauf hinwies, dass sich die meist aus bürgerlichem Hintergrund stammenden Entscheidungsträger die vielen "ungefrühstückten" Kinder gar nicht vorstellen könnten. Saar hat als Schüler das "Ritual Schulmilch" erlebt und stellte bedauernd fest, dass dies irgendwann eingeschlafen sei.

Damit sich das ändert, gibt es eine ganze Reihe von Angeboten des Landratsamtes, erklärte Inge Bücheler, beim Landwirtschaftsamt zuständig für die Bereiche Hauswirtschaft und Ernährung. Die Schulen können sie teils kostenlos abrufen und in den Unterricht integrieren. Sehr beliebt seien Kochkurse für Kinder, die man sehr gut in die Ganztagsbetreuung einbinden könne. Kostenlos sind auch die Angebote des milchwirtschaftlichen Vereins Baden-Württemberg, die Schulmilchbeauftragte Jeanette Klink vorstellte. Neben Hinweisen auf gesunde Ernährung werden die Schüler bei all diesen Angeboten damit vertraut gemacht, wo ihre Nahrungsmittel herkommen und sie lernen, was für Mühe die Herstellung macht. Vielleicht passiert dann häufiger, was Schwarzwaldmilch-Prokurist Heinz Kaiser erzählte: "Kinder erziehen ihre Eltern zur gesunden Ernährung." Das Unternehmen hatte 1000 Schokiportionen für die Kinder spendiert.

Autor: Sylvia-Karina Jahn