"Das ist gelebtes Bürgerengagement"

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Mi, 06. September 2017

Emmendingen

Die Bürgerenergiegenossenschaft Emmendingen wird vom Bündnis Bürgerenergie als Projekt des Jahres 2017 ausgezeichnet.

EMMENDINGEN. Als "zukunftsweisendes und innovatives Projekt der Bürgerenergie" wurde die Bürgerenergiegenossenschaft Emmendingen (BEGEM) im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs ausgezeichnet. Vertreter des Bündnisses Bürgerenergie mit Sitz in Berlin übergaben die Auszeichnung am Dienstag im Rathaus an Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft. Die Jury würdigte vor allem die Vielfalt und Konsequenz mit der die 190 Mitglieder starke BEGEM die Energiewende auf lokaler Ebene vorangetrieben hat.

"Das ist gelebtes Bürgerengagement" lobte Jurymitglied Kai Hock und nannte die Emmendinger Vereinigung "ein herausragendes Beispiel mit Vorbildcharakter", das mit seiner Arbeit weithin ausstrahle. Mit großer Leidenschaft würden hier ganz unterschiedliche Projekte für den Klimaschutz vor Ort vorangetrieben und damit die erhoffte Energiewende von den Bürgern selbst in die Hand genommen. Besonders Dynamik und Durchhaltevermögen hätten die Jury überzeugt, ebenso die Vielfalt der Aktivitäten und die Tatsache, dass sie "nachhaltig vernetzt und bis zu Ende gedacht" worden seien – "ein rundes Gesamtkonzept, jeden Baustein neben den anderen gesetzt", so Hock. Um den Wettbewerbspreis, den Projektmanager Dominique Saad an BEGEM-Vorstand Werner Strübin übergab, hatten sich 17 Einrichtungen aus ganz Deutschland (siehe Infobox) beworben.

OB-Stellvertreter Thomas Fechner gratulierte im Namen der Stadt zu der Auszeichnung und lobte das ehrenamtliche Engagement der "Motoren" an der Genossenschaftsspitze um Werner Strübin, Barbara Schweizer, Klaus Pleuler und Werner Tegeler. "Sie haben viel Zeit, Kraft und Herzblut in die Sache investiert", sagte Fechner. "Das Vertrauen der Mitglieder ist auch wichtig", ergänzte Barbara Schweizer, denn ohne deren (finanzielles) Engagement seien die gut gemeinten Projekte nicht zu realisieren. "Die Auszeichnung wird einen neuen Impuls bringen und hoffentlich auch neue Mitglieder", hofft Werner Tegeler. Derzeit zählt die BEGEM 190 Genossen, die 3781 Anteile zu jeweils 200 Euro zeichnen. Dies bedeute Einlagen in Höhe von 756 000 Euro – eine stabile Basis, wie Klaus Pleuler sagte.

Tegeler und Strübin hatten den Besuchern des Verbands zuvor die bisher realisierten Genossenschaftsprojekte vorgestellt und eingehend erläutert. Das Neueste, eine großflächige Photovoltaikanlage auf dem Ziegenstall des Hofguts Wöpplinsberg, steht kurz vor der Inbetriebnahme. Es wurde ebenso wie Objekte in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Geyer-zu-Lauf-Straße und in der Ramie-Wohnanlage an der Neubronnstraße von den Jurymitgliedern bei einer Tour in Augenschein genommen.